Die Häufigkeit von Magenkrebs nimmt in Deutschland ab, doch die Überlebensrate liegt nach wie vor bei nur ca. 30% nach fünf Jahren. Die Standardbehandlung für diese Krebsart ist eine operative Entfernung des Tumors, entweder durch eine offene Operation mit distaler Gastrektomie (ODG) oder minimalinvasiv mittels Laparoskopie-assistierter distaler Gastrektomie (LADG) - beides mit D2-Lymphknotendissektion.
Bisher gibt es nur wenig Evidenz zur laparoskopischen Gastrektomie bei lokal fortgeschrittenem Magenkarzinom, insbesondere mit längeren Nachbeobachtungszeiträumen.
Dabei ist bekannt, dass minimalinvasive Techniken meist zu einem besseren operativen Outcome führen.
Bei fortgeschrittenem Magenkarzinom gelten laparoskopische Techniken jedoch aufgrund der Tumorgröße und der Lymphknotenmetastasen als technisch anspruchsvoll. Eine japanische Studie hat nun LADG und ODG bei lokal fortgeschrittenem Magenkrebs direkt miteinander verglichen, um mehr Klarheit zu schaffen.
Studiendesign
Im Rahmen einer offenen, prospektiven, randomisiert-klinischen Phase-II/III-Studie wurden an 37 Krankenhäusern in Japan Untersuchungen durchgeführt, um die Nichtunterlegenheit nachzuweisen.
Insgesamt wurden Daten von 502 Patientinnen und Patienten in die Analyse eingeschlossen (50,6% ODG und 49,4% LADG). Die Studie schloss nur Patienten mit histologisch gesichertem Magenkarzinom an den teilnehmenden Kliniken in Japan ein.
Sie mussten zwischen 20 und 80 Jahren alt sein, einen BMI <30 kg/m² haben und einen Status von 0 oder 1 gemäß der Eastern Cooperative Oncology Group Performance aufweisen.
In Phase II der Studie wurde die technische Machbarkeit einer laparoskopischen D2-Lymphadenektomie bei lokal fortgeschrittenem Magenkrebs untersucht, wobei der Fokus auf möglichen Komplikationen wie Anastomoseninsuffizienz und Pankreasfistelbildung lag.
In Phase III wurden Sicherheit und Nichtunterlegenheit als primäre Endpunkte betrachtet, wobei das 5-Jahres-Überleben ohne Rückfall ab dem Zeitpunkt der Randomisierung und ein Nichtunterlegenheitsgrenzwert für die Hazard Ratio (HR) von 1,31 als Kriterien verwendet wurden.
Sekundäre Endpunkte waren das 5-Jahres-Gesamtüberleben und die Sicherheit. Der Zeitraum von fünf Jahren wurde gewählt, da Magenkarzinome ein hohes Risiko für einen späteren Rückfall aufweisen.
Sicherheit und Wirksamkeit der Methoden
Bei einem Vergleich zwischen den beiden Gruppen bezüglich der Sicherheit konnte kaum ein Unterschied festgestellt werden. Die laparoskopischen Operationen dauerten im Schnitt zwar länger, führten aber zu einem geringeren Blutverlust im Vergleich zur offenen Operation. Schwere postoperative Komplikationen traten in beiden Gruppen ähnlich oft auf.
Bei der Wirksamkeit zeigte sich kaum ein Unterschied zwischen den beiden Verfahren. Das 5-Jahresüberleben ohne Rückfall war in der LADG-Gruppe etwas besser, jedoch gab es keinen signifikanten Unterschied im Gesamtüberleben oder bei den Rückfallraten.
Fazit
Ob eine LADG mit D2-Lymphknotendissektion nun bei lokal fortgeschrittenem Magenkrebs bevorzugt werden sollte, bleibt noch unklar. Die laparoskopische Methode scheint eine schnellere Erholung der Patienten zu ermöglichen, aber sie erfordert mehr Erfahrung von den Operateuren. Es bedarf weiterer Studien, um eine Gleichwertigkeit der beiden Methoden nachzuweisen und mögliche Risiken zu klären.








