Dank der Fortschritte in der Krebsfrüherkennung und -therapie steigt die Zahl der Krebs-Langzeitüberlebenden kontinuierlich. In Deutschland leben derzeit etwa fünf Millionen Menschen mit oder nach einer Krebserkrankung, davon rund 3,5 Millionen als Langzeitüberlebende. Diese Patientengruppe steht jedoch oft vor erheblichen Herausforderungen: Etwa die Hälfte von ihnen leidet an Spätfolgen der Erkrankung oder Therapie, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronische Erschöpfung, Nervenstörungen sowie psychische Belastungen wie Depressionen und Angst vor einem Rezidiv.
Neuer Förderschwerpunkt der Deutschen Krebshilfe
Anlässlich des Weltkrebstags 2025 hat die Deutsche Krebshilfe den Förderschwerpunkt „Langzeitüberleben nach Krebs“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, die Versorgungslücken für diese wachsende Patientengruppe zu schließen. Insgesamt werden elf Forschungsprojekte mit einem Budget von acht Millionen Euro gefördert. Der Förderschwerpunkt umfasst zwei Programme: „Datenerhebung und Datenanalyse“ sowie „Innovative Versorgungsmodelle“.
Wissen schaffen für bessere Versorgung
Fünf der geförderten Projekte konzentrieren sich auf die systematische Erhebung und Analyse von Daten. Hierbei werden Langzeitüberlebende zu körperlichen, psychischen und sozialen Spätfolgen befragt. Die gewonnenen Daten sollen helfen, Risikofaktoren für bestimmte Langzeitfolgen zu identifizieren und gezielte Versorgungsmaßnahmen zu entwickeln. Dieses Programm wird mit drei Millionen Euro unterstützt.
Nachhaltige Betreuung fördern
Nach Abschluss der regulären Nachsorge fallen viele Betroffene in eine Versorgungslücke. Um dem entgegenzuwirken, werden sechs Projekte gefördert, die innovative Versorgungsmodelle entwickeln. Diese integrieren Elemente wie Psychoonkologie, Sozialberatung, Ernährungsberatung, Bewegungstherapie und Selbsthilfegruppen. Ziel ist es, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern und ihre Gesundheitskompetenz zu stärken. Die Förderung für diesen Bereich beträgt fünf Millionen Euro.
Relevanz für die Zukunft
Die Initiative der Deutschen Krebshilfe unterstreicht die wachsende Bedeutung der Versorgung von Krebs-Langzeitüberlebenden. Dr. Franz Kohlhuber, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe, betont: „In Deutschland leben momentan viele Langzeitüberlebende mit eingeschränkter Lebensqualität. Ihre Zahl wird in Zukunft weiter ansteigen und damit auch die Notwendigkeit die erheblichen Versorgungslücken in diesem Bereich zu schließen. Mit den beiden auf den Weg gebrachten Förderschwerpunktprogrammen gehen wir dieses Thema wissenschaftlich und strategisch an.“