Gemeinsam essen macht physisch und psychisch stark
Das gemeinsame Abendessen zum Abschluss des Tages gibt den Familienmitgliedern die Gelegenheit sich entspannt über den Tag auszutauschen, gemeinsam zu lachen, Geschichten zu erzählen und psychisch wieder aufzutanken. Meistens ernähren sich Familien, die gemeinsame Mahlzeiten einnehmen, auch gesünder. Sie essen mehr Obst und Gemüse und konsumieren weniger fettreiche Fertigprodukte und/oder gesüßte Getränke. Kinder, die mindestens drei bis viermal die Woche mit ihrer Familie gemeinsam zu Abend essen, entwickeln sich meistens physisch und psychisch gesünder als Altersgenossen, die nur sporadisch Mahlzeiten im Familienkreis zu sich nehmen.
Konkrete Vorteile von gemeinsamen Mahlzeiten
Verschiedene Studien der letzten Jahre belegen, dass Kinder in Familien, die regelmäßig gemeinsam essen, gegenüber Kindern aus Familien, die seltener miteinander Mahlzeiten einnehmen,
- gesünder ernährt sind und mehr über eine vielfältige und gesunde Ernährung wissen,
- ein besseres Selbstwertgefühl haben,
- bessere Ergebnisse in Schule, Ausbildung und Studium erzielen,
- seltener Übergewicht, Adipositas oder Essstörungen entwickeln,
- seltener Substanzmissbrauch aufweisen, unter Depressionen leider oder im Teenageralter schwanger werden.
Gemeinsame Mahlzeiten einführen
Wenn regelmäßige Familienmahlzeiten bislang nicht üblich waren, geht es in erster Linie darum, dass sie überhaupt stattfinden. Was es zu essen gibt, ist vorerst zweitrangig. Die Aufgabe der Eltern ist es, der gemeinsamen Mahlzeit Struktur zu geben. Sie bestimmen wann, wo und unter welchen Umständen gegessen wird.
Damit das gemeinsame Essen zu einer lebendigen und entspannten Familienzeit wird, haben Geräte wie Telefone, Fernsehen und Computer keinen Platz am Esstisch. Ohne elektronische Ablenkung hört man einander aufmerksamer zu. Kinder bekommen die Gelegenheit, über das zu sprechen, was sie bewegt, und üben gleichzeitig, wie man aktiv zu hört.
Bitte nicht zum Essen drängen
Es ist von großer Bedeutung, dass Eltern und Kindern entspannt miteinander essen, ohne dass die Eltern versuchen, das Kind zum Essen zu drängen oder es gar zu füttern, wenn es bereits selbstständig essen kann.
Die Eltern entscheiden zwar, was es zu essen gibt. Das Kind darf aber selbst entscheiden, was und wieviel es von den angebotenen Speisen zu sich nimmt. Eltern sollten es vermeiden, mit dem Kind über das Essen zu verhandeln, z. B. „wenn du den Brokkoli isst, gibt es Nachtisch“. Auch das Verstecken von unbeliebten Nahrungsmitteln, wie beispielsweise Gemüse in Fleischbällchen, sollte man unterlassen.
Was gibt es zu essen?
Manche Eltern haben kein großes Zutrauen in ihre Kochkünste. Wer wenig Erfahrung im Kochen hat, sollte einfache Mahlzeiten einige Tage im Voraus planen. Im Plan sollte pro Mahlzeit mindestens eine Art Gemüse oder Obst enthalten sein. Dabei können frisches, tiefgefrorenes oder auch Gemüse und Obst aus der Dose verwendet werden.
Grundsätzlich entscheiden die Eltern darüber, was es zu essen gibt, aber die Kinder dürfen natürlich Wünsche äußern. Viele Kinder beteiligen sich auch gerne an der Planung, der Vorbereitung und Zubereitung der Mahlzeiten. So beginnt die Familien-Qualitäts-Zeit schon vor dem Essen!
Wenn ein gemeinsames Abendessen nicht möglich ist, kann auch das Frühstück oder das Mittagessen zur Familienmahlzeit erklärt werden, während der man miteinander isst, sich unterhält und sich entspannt. Entscheidend ist, dass alle Spaß haben und sich wohlfühlen, denn die Kinder sollen lernen, das Essen mit Familie und Freunden zu genießen.










