Wirksamkeit der Influenzaimpfung bei Kindern nach der COVID-19-Pandemie

Neue Studiendaten aus drei Influenza-Saisons untersuchen die Wirksamkeit der Impfung bei Kindern. Trotz variabler Viruszirkulation zeigt sich ein gewisser Schutz vor schwereren Verläufen. Gleichzeitig bleibt die Impfquote niedrig.

Grippe Impfstoff Wirksamkeit

Die Influenza stellt weiterhin eine erhebliche Belastung für die pädiatrische Versorgung dar, insbesondere nach der Wiederaufnahme der Viruszirkulation infolge der COVID-19-Pandemie. Zwischen 2021 und 2024 wurden Millionen von Erkrankungen, zahlreiche Hospitalisierungen und relevante Mortalität bei Kindern dokumentiert. Parallel dazu ist die Impfquote gesunken, was die Bedeutung evidenzbasierter Aufklärung unterstreicht. Vor diesem Hintergrund gewinnt die präzise Bestimmung der Impfstoffwirksamkeit zunehmend an klinischer Relevanz.

Multizentrische Analyse zur Impfstoffwirksamkeit im Kindesalter

Eine aktuelle Studie zu diesem Thema basiert auf Daten von sieben pädiatrischen Zentren eines US-amerikanischen Überwachungsnetzwerks. Eingeschlossen wurden Kinder im Alter von sechs Monaten bis 17 Jahren mit akuten respiratorischen Erkrankungen, die stationär oder ambulant behandelt wurden. Der Nachweis von Influenzaviren erfolgte mittels RT-PCR, ergänzt durch genetische Sequenzierungen in späteren Saisons. Die Impfstoffwirksamkeit wurde mithilfe eines Test-negativen Designs berechnet und statistisch für relevante Einflussfaktoren adjustiert.

Heterogene Viruszirkulation und saisonale Unterschiede

Die untersuchten Influenza-Saisons unterschieden sich deutlich hinsichtlich Schweregrad und Virusverteilung. Während 2021 bis 2022 eine eher milde Saison mit dominanter A/H3N2-Zirkulation war, zeigte 2022 bis 2023 eine hohe Krankheitslast. In der Saison 2023 bis 2024 kam es zu einer verstärkten Zirkulation von Influenza B, insbesondere der Victoria-Linie. Diese Variabilität erschwert die präzise Vorhersage geeigneter Impfstoffzusammensetzungen und beeinflusst die beobachtete Wirksamkeit.

Ergebnisse zur Impfstoffwirksamkeit

Die Gesamtwirksamkeit der Influenzaimpfung lag zwischen 34 % und 60 % über die drei Saisons hinweg. Besonders hoch war die Effektivität gegen Influenza B mit etwa 69 %, während sie gegen A/H3N2 niedriger ausfiel. Gegen A/H1N1 wurde eine mittlere Wirksamkeit von etwa 53 % beobachtet, mit altersabhängigen Schwankungen. Die Schutzwirkung zeigte sich sowohl in der Reduktion von Hospitalisierungen als auch ambulanter Behandlungsfälle.

Einfluss von Alter und Versorgungssetting

Die Impfstoffwirksamkeit variierte zwischen verschiedenen Altersgruppen und Versorgungssettings. Jüngere Kinder zeigten teilweise höhere Schutzraten, insbesondere gegenüber Influenza B. In stationären Settings lag die Wirksamkeit teils höher als im ambulanten Bereich, wobei Notaufnahmen geringfügig niedrigere Werte aufwiesen. Diese Unterschiede könnten durch variierende Exposition, Immunstatus und Inanspruchnahme medizinischer Leistungen erklärt werden.

Bedeutung der Impfquote und klinische Implikationen

Trotz nachgewiesener Wirksamkeit blieb die Impfquote niedrig, mit weniger als der Hälfte der Kinder, die pro Saison geimpft wurden. Dies kann die Prävention influenzaassoziierter Morbidität einschränken. Die Daten legen nahe, dass eine höhere Impfquote potenziell zusätzliche Hospitalisierungen und Arztkontakte reduzieren könnte. Für die klinische Praxis ergibt sich daraus die Bedeutung einer differenzierten Impfaufklärung und eines sensiblen Umgangs mit bestehenden Vorbehalten.

Autor:
Stand:
17.06.2026
Quelle:

Olson et al. (2026): Pediatric Vaccine Effectiveness Against Influenza Hospitalization And Outpatient Visits: 2021–2024. Pediatrics, DOI: 10.1542/peds.2025-073973.

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