Die Bronchiolitis ist eine virale Infektion der unteren Atemwege, die die kleinen Bronchien und Bronchiolen betrifft. Auslöser ist mit 80% vor allem das RS-Virus (Respiratorisches Synzytial-Virus). Weitere Erreger der Krankheit sind das HMPV (Humanes Metapneumovirus) sowie Adeno-, Influenza- und Parainfluenzaviren. Betroffen sind vorrangig Säuglinge und Kleinkinder, wobei der Häufigkeitsgipfel im dritten bis sechsten Lebensmonat liegt. Eine Häufung der Infektionen ist in den Wintermonaten zu beobachten.
Typisch für die Erkrankung sind Erkältungssymptome wie leichtes Fieber, Halsschmerzen, Schnupfen sowie Kopf- und Gliederschmerzen. In einigen Fällen kann die Bronchiolitis akut fulminant verlaufen, sodass eine stationäre Behandlung mit Atemunterstützung notwendig werden kann.
Virale Infektionen sind in der Regel selbstlimitierend und werden symptomatisch behandelt. Dabei ist auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und adäquate Fiebersenkung zu achten. Unterstützend kann mit Natriumchlorid (NaCl) 0,9% inhaliert werden oder Physiotherapie zum Abtransport von Sekret zum Einsatz kommen [1,2].
Wie wirken Physiotherapie und Inhalation?
Bei der Physiotherapie des Brustkorbs ist das Ziel, den Abtransport der tracheobronchialen und nasalen Sekrete zu erleichtern. Dabei soll die durch den Schleim verursachte Obstruktion und der Atemwegswiderstand verringert werden, was zu einem verbesserten Gasaustausch führt und gleichzeitig die Atemarbeit erleichtern soll [1].
Inhalieren mit Kochsalzlösung wirkt beruhigend auf die entzündeten Schleimhäute. Durch die Verneblung gelangen die Aerosole tief in die Lunge, befeuchten die Schleimhäute und verflüssigen festsitzenden Schleim, sodass dieser besser abtransportiert und abgehustet werden kann [2].
Aktualisierung der Empfehlung zur unterstützenden Therapie
Da zu den oben genannten unterstützenden Methoden wenig evidenzbasierte Daten vorliegen und zudem große Unterschiede in der routinemäßigen Anwendung der Therapie bestehen, prüfte und aktualisierte Cochrane zwei Reviews zu diesen Themen. Einbezogen wurden randomisierte kontrollierte Studien (RCT) sowie quasi-RCTs mit Kindern in einem Alter unter 24 Monate mit akuter Bronchiolitis [1,2].
Untersucht wurde zum einen die Effektivität einer physiotherapeutischen Behandlung der Brust unter Berücksichtigung verschiedener Techniken, wie Vibration und Perkussion, passive Exhalation oder instrumentelle Physiotherapie [1].
In einem weiteren Review ging es um die Frage, ob das Inhalieren mit Kochsalzlösung Auswirkungen auf die Hospitalisierungsrate bzw. Verweildauer im Krankenhaus hat. Hierbei wurde hypertone (>3%) Kochsalzlösung, sowohl mit als auch ohne Zugabe von Bronchodilatatoren, mit 0,9%iger NaCl oder der Standardbehandlung verglichen [2].
Physiotherapie führte nur in geringem Maße zum Therapieerfolg
Die konventionelle Physiotherapie mit Techniken der Vibration und Perkussion zeigte keine Auswirkungen auf den Schweregrad der Bronchiolitis, ebenso wenig die forcierte Exspiration. Bei letzterer kam es außerdem zu unerwünschten Nebenwirkungen.
Einzig die langsame passive Ausatemtechnik führte zu einer leichten Verbesserung des Krankheitsverlaufs, wobei die Autoren hierfür nur eine geringe Sicherheit der Ergebnisse anmerkten.
Für viele klinische Daten, wie Dauer der Hospitalisierung, der Sauerstoffgabe, des Einsatzes von Bronchodilatatoren und des subjektiven Eindrucks der Eltern konnten ebenfalls keine Effekte beobachtet werden. Aufgrund der zu geringen Datenlage konnte zudem für zwei neuere Methoden (instrumentelle Techniken und Rhinopharyngeale-Clearance-Technik) keine Einschätzung der Autoren abgegeben werden [1].
Schnellere Genesung durch Inhalation?
Im Gegensatz dazu führte die Inhalation mit hypertoner NaCl-Lösung bei Säuglingen, die mit akuter Bronchiolitis stationär aufgenommen wurden, zu einer leicht verkürzten Verweildauer und einer klinischen Besserung. Ebenso konnte bei ambulant behandelten Patienten das Risiko einer Hospitalisierung verringert werden.
Zwar stuften die Autoren die Sicherheit der Ergebnisse nur als gering ein, dennoch wird das Inhalieren als effektive Methode zur Verbesserung der Symptome und Milderung des Krankheitsverlaufs eingestuft, besonders da keine bis nur geringe Nebenwirkungen erwartbar sind [1].
Die Autoren empfehlen außerdem weitere Studien zu der Wirksamkeit einer Kombinationstherapie aus Inhalieren und Physiotherapie [1,2].










