Kinder mit OSA haben erhöhtes Risiko eine Hypertonie zu entwickeln
Eine kindliche obstruktive Schlafapnoe (OSA) ist mit diversen signifikanten Komplikationen, wie beispielsweise kardiovaskulären Abnormalitäten, neurobehavioralen Defiziten und metabolischen Störungen assoziiert. Verschiedene Querschnittsstudien und longitudinale Studien weisen darauf hin, dass der Blutdruck bei Kindern mit OSA erhöht ist und sie zudem ein höheres Risiko haben, eine nächtliche Hypertonie zu entwickeln [1].
Blutdruckabnormalitäten bei Kindern müssen ernst genommen werden, da es starke Hinweise darauf gibt, dass Kinder mit erhöhtem Blutdruck dies auch als Erwachsene haben [2].
Zudem ist ein erhöhter Blutdruck ein bekannter Risikofaktor für beispielsweise Arteriosklerose und anderen zerebrovaskulären Krankheiten [3,4].
Die derzeitige Firstline-Therapie der kindlichen OSA ist die Adenotonsillektomie. Nach dem letzten Cochrane Review gibt es deutliche Hinweise darauf, dass diese Kinder durch die Adenotonsillektomie in Bezug auf ihre Polysomnographiewerte, Lebensqualität, Symptome und dem Verhalten profitieren [5].
Studie untersucht Wirkung von OP auf Blutdruck bei kindlicher OSA
Die randomisierte, kontrollierte, Untersucher-verblindete Studie untersuchte daher, ob der Blutdruck sich nach einer chirurgischen Intervention verbessern würde [6]. In die Studie wurden nicht-adipöse präpubertäre Kinder zwischen 6-11 Jahren mit OSA eingeschlossen und 1:1 auf die Studienarme frühzeitige chirurgische Intervention oder Watchful Waiting randomisiert. Die Einschlusskriterien waren Tonsillen > Grad 1 der Brodsky Grading Skala sowie ein Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) > 3 Ereignisse/Stunde. Den AHI-Cutoff wählten die Wissenschaftler, da ihre Vorstudie zeigte, dass Kinder mit einem AHI > 3 einen höheren Blutdruck in der Nacht und am Tage aufwiesen als nicht-schnarchende Kontrollen [7].
Verschiedene chirurgische Interventionen und Watchful Waiting im Vergleich
Die Studienteilnehmer unterzogen sich einer ambulanten 24h-Blutdruckmessung zu Beginn der Studie und neun Monate nach der Intervention. Die primären Studienoutcomes waren Änderungen in den z-Werten der ambulanten 24-Blutdruckmessung am Tag und in der Nacht.
Insgesamt wurden 137 Patienten eingeschlossen. 109 von ihnen beendeten alle Messungen und ihre Werte gingen in die Auswertung ein. Davon waren 62 (Alter 7,9 Jahre ± 1,3 Jahre; 71% Jungen) in der Chirurgiegruppe und 47 (Alter 8,5 Jahre ± 1,6 Jahre; 77% Jungen) in der Watchful Waiting-Gruppe. In der Chirurgiegruppe unterzogen sich zwölf Kinder einer Adenotonsillektomie und Nasenmuschelreduktion, 24 einer reinen Adenotonsillektomie, sieben einer Tonsillektomie und Nasenmuschelreduktion sowie 15 einer alleinigen Tonsillektomie.
Verbesserung des diastolischen Blutdrucks bei präoperativ schwergradigem OSA
Die gemessenen ambulanten Blutdruckmessungsparameter waren vergleichbar in den beiden Gruppen (nächtliche systolische Blutdruck Z-Scores +0,03 [±0,93] versus -0,06 [±1,04]; p=0,65; nächtliche diastolische Blutdruck Werte Z-Scores: -0,20 [±0,95] versus -0,02 [±1,00]; p=0,35), trotz einer größeren Verbesserung der OSA in der chirurgischen Interventionsgruppe.
Nichtsdestotrotz korrelierte eine Reduktion der nächtlichen diastolischen Blutdruck Z-Scorewerte mit Verbesserungen der OSA Schweregradindices (r=0,21-0,22; p<0,05). Eine signifikante Verbesserung der nächtlichen diastolischen Blutdruck Z-Scores (-0,43 [±1,01]; p=0,027) nach der Operation wurde bei Patienten mit präoperativ schwergradigem OSA (OAHI > 10/h) gesehen.
Die chirurgische Interventionsgruppe zeigte eine signifikante Erhöhung des postoperativen Z-Scores des Body Mass Index (+0,27 [±0,57]; p<0,001). Diese korrelierte mit einer Erhöhung des Z-Scores des systolischen Blutdruckes am Tage (r=0,2; p<0,05). Zudem sahen die Wissenschaftler, dass alle Patienten (chirurgische Interventionsgruppe sowie Watchful Waiting-Gruppe zusammengenommen) mit einem BMI-Anstieg eine signifikante Zunahme der systolischen Blutdruck-Z-Scores aufwiesen (am Tage +0,54; p=0,003; in der Nacht +0,48; p=0,035).
Obstruktiver AHI der Interventionsgruppe besser als in Watchful Waiting-Gruppe
Wie die Studiengruppe erwartete, verbesserte sich der obstruktive AHI der chirurgischen Interventionsgruppe im Vergleich zur Watchful Waiting-Gruppe deutlich mehr (-9,6 [±11,5] versus 0,2 [±9,2] Ereignisse/h; p<0,001). Auch die subjektive Verbesserung war höher im Vergleich zur Gruppe ohne chirurgische Intervention (Reduktion des OSA-18-Gesamtscores -18,3 [±19,4] versus -4,8 [±11,9]; p<0,001)
Fazit
Eine chirurgische Behandlung führte nur bei Patienten mit schwergradigem OSA zu signifikanten Verbesserungen des Blutdrucks bei kindlichem OSA.










