Die Diskussion um das Krankenhausreformgesetz (KHAG/KHVVG) prägte viele Debatten auf dem Kongress 2025. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) warnte eindringlich vor einer drohenden Verschlechterung der Versorgung von Kindern und Jugendlichen.
Reform mit Risiken
Die Pläne der Bundesregierung sehen eine Verringerung der Krankenhausstandorte und eine stärkere Bündelung spezialisierter Versorgung vor. Für die Pädiatrie bedeutet das jedoch keine Effizienzsteigerung, sondern den Abbau dringend benötigter Strukturen. Schon heute gibt es nur noch gut 320 pädiatrische Standorte in Deutschland – Tendenz sinkend.
Besonders kritisch: Spezialisierte pädiatrische Disziplinen wie Kindergastroenterologie, -kardiologie oder -rheumatologie wurden im aktuellen Gesetzentwurf nicht mehr als eigene Leistungsgruppen berücksichtigt. Damit drohen sie aus der Planung und Finanzierung herauszufallen.
Forderungen der DGKJ
Präsidentin Prof. Ursula Felderhoff-Müser und Generalsekretär Priv.-Doz. Dr. Burkhard Rodeck stellten einen 8-Punkte-Plan vor. Kernelemente:
- bedarfsgerechte Finanzierung inkl. Vorhaltekosten für Kinderkliniken,
- integrierte Kinder-Notfallzentren,
- Pflichtpraktika in Pädiatrie für Medizinstudierende,
- Sicherung der Arzneimittelversorgung inkl. nachhaltiger Finanzierung des Kinderformulariums,
- Förderung der Forschung zu seltenen Erkrankungen und Prävention (z. B. Adipositas).
Nachwuchs im Blick
Auch die „AG Junge DGKJ“ brachte sich ein. Diskutiert wurde, ob die Facharztprüfung noch zeitgemäß ist. Kritisiert wurde, dass die Prüfung wenig mit der klinischen Realität gemein hat. Gefordert wurden alltagsnahe, kompetenzorientierte Formate wie arbeitsplatzbasierte Prüfungen.
Politische Aktion: #keinKinderspiel
Um die Gefahren der Reform sichtbar zu machen, startete die DGKJ die Social-Media-Kampagne #keinKinderspiel. Sie macht deutlich, dass die Zukunft der Kinder- und Jugendmedizin nicht von ökonomischen Kriterien abhängen darf.
Fazit
Die zentrale Botschaft: Kinder und Jugendliche haben Anspruch auf eine spezialisierte, wohnortnahe Versorgung. Wenn Politik und Gesellschaft hier nicht handeln, droht die Kinder- und Jugendmedizin auf das Niveau der 1960er Jahre zurückzufallen.










