STIKO: Keine Empfehlung für PCV20 bei pädiatrischen Patienten

Die Ständige Impfkommission erklärt, dass sie den Pneumokokken-Impfstoff PCV20 aufgrund der geringeren Immunogenität nicht für gesunde Säuglinge, Kinder und Jugendliche empfiehlt. Für diese Altersgruppen sollen weiterhin PCV13 oder PCV15 verwendet werden.

Kind Impfung

Die Ständige Impfkommission (STIKO) befürwortet die Anwendung des 20-valenten Pneumokokken-Konjugatimpfstoffs (PCV20) im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter nicht und empfiehlt stattdessen weiterhin PCV13- oder PCV15-Impfstoffe. Die Entscheidung gab das Robert Koch-Institut (RKI) in einer Pressemitteilung bekannt.

Der Impfstoff PCV20 ist seit dem 12. März 2024 in der EU zugelassen. Er ist indiziert zur Grundimmunisierung von Säuglingen ab sechs Wochen im 3+1-Schema, zur Impfung von Kleinkindern im Alter von 12 bis 23 Monaten im 2-Dosen-Schema sowie zur Impfung von Kindern und Jugendlichen ab zwei Jahren im 1-Dosen-Schema.

Empfehlungen der STIKO

Die STIKO empfiehlt auf Basis der vorhandenen Daten weiterhin die Anwendung von PCV13 oder PCV15 im 2+1-Schema für gesunde, reifgeborene Säuglinge. Für Frühgeborene soll ebenfalls PCV13 oder PCV15 eingesetzt werden, jedoch im 3+1-Schema. Die Grundimmunisierung soll mit einer weiteren Dosis im Alter von elf Monaten und einem Mindestabstand von sechs Monaten zur vorherigen Impfung abgeschlossen werden.

Eine endgültige Entscheidung über die Anwendung von PCV20 als Indikationsimpfung bei Kindern mit Risikofaktoren für einen schweren Verlauf einer Pneumokokken-Erkrankung kann die STIKO derzeit noch nicht treffen. Im Epidemiologischen Bulletin 31/2024 erläutert die Kommission, dass sie weiterhin die Impfung von Säuglingen und Kindern mit PCV20 untersucht und zukünftige Daten aus der Anwendung in der Bevölkerung und Studienergebnisse von PCV20 evaluieren wird. Sie erarbeitet außerdem mit einer mathematischen Modellierung die beste Impfstrategie.

Entscheidend um Pneumokokken-Erkrankungen zu verhindern, ist neben der Wahl des Impfstoffes vor allem eine zeitgerechte Impfung in Verbindung mit einer Erhöhung der Impfquote.

Klinische Wirksamkeit und Immunogenität

Die Entscheidung der STIKO beruht nicht auf Sicherheitsbedenken. Vielmehr liegen dem Gremium keine ausreichenden Daten zur klinischen Wirksamkeit von PCV20 vor. Immunogenitätsdaten aus den Zulassungsstudien zeigen, dass PCV20 für alle gemeinsamen Serotypen im Vergleich zu PCV13 niedrigere IgG-Antikörperkonzentrationen erzeugt. Nach zwei Dosen ist diese Unterlegenheit deutlicher als nach drei Impfstoffdosen.

Erst nach drei Dosen im 3+1-Schema gleichen sich die Unterschiede zwischen den Impfschemata und Impfstoffen (PCV20 und PCV13) an. Die Antikörperkonzentrationen bleiben jedoch für alle gemeinsamen Serotypen bei PCV20 niedriger als bei PCV13.

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