Pneumokokken-Impfung

Die Pneumokokken-Schutzimpfung schützt vor einem häufigen Erreger von Pneumonie. Die Impfung senkt das Sterberisiko um mehr als 90 Prozent.

Pneumokokken

Pneumokokken-Impfung

Die Pneumokokken-Impfung schützt vor Infektionen mit Streptococcus pneumoniae und reduziert das Risiko invasiver Erkrankungen und schwerer Krankheitsverläufe, insbesondere bei Säuglingen, älteren Menschen und Personen mit Risikofaktoren.

Impfstoffe

Für die Pneumokokken-Schutzimpfung stehen Konjugat- und Polysaccharid-Impfstoffe mit unterschiedlicher Serotypenabdeckung zur Verfügung. Die Auswahl des Impfstoffs richtet sich nach Alter, Gesundheitszustand und individuellem Erkrankungsrisiko.

Konjugat-Impfstoffe (PCV)

Konjugat-Impfstoffe induzieren eine T-zell-abhängige Immunantwort und führen zu einem immunologischen Gedächtnis. Sie sind insbesondere für Säuglinge, Kinder sowie Personen mit erhöhtem Risiko geeignet.

Polysaccharid-Impfstoff (PPSV23)

Der 23-valente Pneumokokken-Polysaccharid-Impfstoff (PPSV23) deckt 23 Pneumokokken-Serotypen ab, erzeugt jedoch eine schwächere und nicht T-zell-abhängige Immunantwort ohne immunologisches Gedächtnis.

Nebenwirkungen

Die nachfolgend aufgeführten Nebenwirkungen stammen aus der Fachinformation von Vaxneuvance® Injektionssuspension in einer Fertigspritze (PCV15). Für andere Pneumokokken-Impfstoffe können Art und Häufigkeit der Nebenwirkungen abweichen.

Kleinkinder und Kinder von sechs Wochen bis zwei Jahre

Sehr häufig:

  • Verminderter Appetit
  • Reizbarkeit
  • Somnolenz
  • Fieber (> 38 °C, einschließlich Fieber ≥ 39 °C)
  • Reaktionen an der Injektionsstelle (Schmerzen, Erythem, Schwellung, Induration)

Häufig:

  • Urtikaria
  • Ausschlag
  • Erbrechen
  • Fieber ≥ 40 °C
  • Blauer Fleck/Hämatom an der Injektionsstelle

Gelegentlich:

  • Urtikaria an der Injektionsstelle

Kinder und Jugendliche von zwei bis 18 Jahre

Sehr häufig:

  • Kopfschmerzen
  • Reaktionen an der Injektionsstelle (Schmerzen, Erythem, Schwellung)
  • Ermüdung

Häufig:

  • Verminderter Appetit
  • Reizbarkeit
  • Somnolenz
  • Urtikaria
  • Übelkeit
  • Fieber (> 38 °C)
  • Verhärtung an der Injektionsstelle
  • Blauer Fleck/Hämatom an der Injektionsstelle

Gelegentlich:

  • Erbrechen

Nicht bekannt:

  • Ausschlag (Häufigkeit nicht bekannt)

Erwachsene

Sehr häufig:

  • Kopfschmerzen
  • Myalgie
  • Reaktionen an der Injektionsstelle (Schmerzen, Erythem, Schwellung)
  • Ermüdung

Häufig:

  • Arthralgie
  • Jucken an der Injektionsstelle

Gelegentlich:

  • Schwindelgefühl
  • Ausschlag
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Fieber (> 38 °C)
  • Blauer Fleck/Hämatom an der Injektionsstelle
  • Wärme an der Injektionsstelle
  • Schüttelfrost

Selten:

  • Überempfindlichkeitsreaktionen (einschließlich Zungenödem, Flush, Engegefühl des Halses)
  • Urtikaria

Kontraindikationen/Impfverbote

  • Überempfindlichkeit gegen Wirkstoffe oder sonstige Bestandteile
  • Schwere akute fieberhafte Erkrankung (Impfung verschieben)

Impfempfehlungen

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt die Pneumokokken-Impfung für:

  • Alle Säuglinge ab dem Alter von zwei Monaten
  • Alle Personen ab dem Alter von 60 Jahren
  • Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhtem Risiko, z. B. bei
    o    Chronischen Erkrankungen von Herz oder Lunge
    o    Diabetes mellitus
    o    Leber- oder Nierenerkrankungen
    o    Immundefizienz oder immunsuppressiver Therapie
    o    Anatomischen oder implantatbedingten Risiken für Pneumokokken-Meningitis (z. B. Cochlea-Implantat, Liquorfistel)

Impfschema

Säuglinge und Kleinkinder bis zwei Jahre

  • Standardimpfung mit PCV13 oder PCV15
  • 2+1-Schema: Impfungen im Alter von 2, 4 und 11 Monaten
  • Frühgeborene (< 37. SSW): 3+1-Schema mit zusätzlicher Dosis im Alter von 3 Monaten

Ein routinemäßiger Einsatz von PCV20 zur Grundimmunisierung im Säuglingsalter wird weiterhin nicht empfohlen, da Unsicherheiten zur klinischen Wirksamkeit und zur Wirkung auf die Trägerschaft bestehen.

Kinder und Jugendliche mit Risikofaktoren im Alter von zwei bis 17 Jahren

Neu seit Januar 2026:

  • Einmalige Impfung mit PCV20

Die bisherige sequentielle Impfung mit PCV13 oder PCV15 plus dem Polysaccharidimpfsstoff PPSV23 bzw. eine einzelne Dosis PPSV23 entfällt.

Abstände bei Vorimpfungen:

  • Nach PCV13 oder PCV15: PCV20 nach ≥ 1 Jahr
  • Nach PPSV23 oder sequentieller Impfung: PCV20 nach ≥ 6 Jahren (bei ausgeprägter Immundefizienz kann ein Abstand von ≥ 1 Jahr erwogen werden)

Erwachsene mit Risikofaktoren und Personen ab 60 Jahren

  • Einmalige Impfung mit PCV20
  • Nach vorheriger PPSV23-Impfung: PCV20 nach ≥ 6 Jahren
  • Nach (nicht empfohlener) PCV13-Impfung: PCV20 nach ≥ 1 Jahr

Zur Notwendigkeit von Auffrischimpfungen nach PCV20 liegen derzeit keine ausreichenden Daten vor; eine Empfehlung besteht aktuell nicht.

Impfschutz

Die Pneumokokken-Impfung vermittelt einen wirksamen Schutz vor schweren Erkrankungen; Aussagen zur Schutzdauer und zu Auffrischimpfungen sind impfstoff- und risikogruppenabhängig.

Reisen/Impfvorschriften

Pneumokokken kommen weltweit vor. Spezifische Impfpflichten bestehen derzeit nicht. Bei ungeimpften Personen mit Risikofaktoren sollte der Impfstatus vor Reisen überprüft werden.

Autor:
Stand:
26.01.2026
Quelle:
  1. Robert Koch-Institut (RKI), Impfempfehlung, Stand 08. Januar 2026.
  2. Robert Koch-Institut (RKI), Epidemiologisches Bulletin 02/2026, Stand 08. Januar 2026.
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