COVID-19: Vorherige RSV-Infektion erhöht Risiko für schweren Verlauf

Es ist bekannt, dass respiratorische Virusinfektionen den Verlauf von COVID-19 beeinflussen können. Eine neue Studie hat nun gezeigt, dass auch eine Infektion mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf und Hospitalisierungen bei COVID-19 erhöhen kann.

RSV Blut

Einfluss früherer Virusinfektionen auf den Verlauf von COVID-19

Es mehren sich die Hinweise darauf, dass frühere respiratorische Virusinfektionen, wie beispielsweise durch Influenza, den Verlauf von COVID-19 beeinflussen können. Über die langfristigen Auswirkungen von Infektionen mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) bei Erwachsenen und deren Einfluss auf den COVID-19-Verlauf ist jedoch noch wenig bekannt.

Welchen Einfluss hat RSV auf den Verlauf von COVID-19?

Eine populationsbasierte Kohortenstudie untersuchte die Assoziation zwischen einer RSV-Infektion und der COVID-19-Schwere.Hierfür wurde die Datenbank der National-Health-Insurance-Service-Kohorten-Datenbank der Jahre 2017-2019 durchsucht. Bei 18.535 von insgesamt 8.644.520 Individuen war in diesem Zeitraum eine RSV-Infektion nachgewiesen worden.

Die primären Endpunkte der Studie waren die Empfänglichkeit für COVID-19, Hospitalisierungen und Schweregrad der Infektion.

Die Empfänglichkeit war definiert als PCR-bestätigte Infektion mit SARS-CoV-2.

Ein schwerer COVID-19-Verlauf war definiert durch Aufnahme auf die Intensivstation, extrakorporale Membranoxygenation, mechanische Ventilation oder Eintreten des Todes.

Vorherige RSV-Infektion erhöhte Empfänglichkeit für COVID-19

Patienten mit einer RSV-Infektion zeigten eine signifikant höhere Inzidenz von COVID-19 für 1000 Patientenjahre.

RSV-Infektion in Anamnese erhöhte das Risiko für Hospitalisierungen

Die Patienten mit COVID-19, die eine RSV-Infektion in den drei Jahren vor Auftreten der Erkrankung durchgemacht hatten, zeigten zudem ein signifikant höheres Risiko für eine Hospitalisierung.

Schweregrad von COVID-19 höher bei RSV-Infektion in Vergangenheit

Bezüglich des COVID-19-Schweregrades zeigten Patienten mit vorheriger RSV-Infektion ein signifikant größeres Risiko für einen höheren Schweregrad im Vergleich zu denen ohne vorherige Infektion.

Dies traf insbesondere für die Patienten zu, die mindestens 65 Jahre alt waren, Diabetes mellitus hatten und Patienten mit einer Herzinsuffizienz.

Auch milde RSV-Infektionen erhöhten Risiko für schweren COVID-19-Verlauf

Die Studiengruppe untersuchte, ob der Schweregrad der RSV-Infektion einen Einfluss auf die COVID-19-Schwere hatte und sahen, dass auch leichte RSV-Infektionen das Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf erhöhten. Erklärt werden kann dies dadurch, dass auch mild verlaufende RSV-Infektionen zu strukturellen Schädigungen der Atemwege und lokalisierten oder systemischen immunologischen Veränderungen führen können, die ihrerseits das Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf erhöhen.

Impfung gegen RSV könnte vorteilhaft sein

Die Studienautoren weisen daher darauf hin, dass eine Impfung gegen RSV, die sich als wirksam bei Erwachsenen mit Komorbiditäten erwiesen hat, vorteilhaft in Bezug auf den Verlauf von COVID-19 sein könnte.

Autor:
Stand:
16.05.2024
Quelle:

Lee et al. (2024): Prior respiratory syncytial viral infection contributes to severe COVID-19 illness: A nationwide cohort study. Allergy. DOI: 10.1111/all.16118

  • Teilen
  • Teilen
  • Teilen
  • Drucken
  • Senden