Zusammenhang zwischen Asthma-Symptomkontrolle und Exazerbationsrisiko
Asthma ist eine chronische Atemwegserkrankung, die mit Atemwegsobstruktionen einhergeht.
Eine schlechte Symptomkontrolle ist mit einem erhöhten Exazerbationsrisiko assoziiert [1].
Derzeit werden Fragebögen genutzt, um die Kontrolle der Asthmasymptome der letzten ein bis vier Wochen zu untersuchen. Die Fragebögen erfassen allerdings das Ausmaß der Asthmakontrolle bei Patienten mit fluktuierenden Symptomen nicht ausreichend.
Asthmakontroll-Score mit Hilfe der MASK-air-App entwickelt
Die Autoren der vorliegenden Studie nutzten die MASK-air (Mobile Airways Sentinel Network for airway diseases)-App, um den e-DASTHMA (electronic daily asthma control score)-Score zu entwickeln [2]. Die App enthält sowohl einen täglichen Bericht über Asthmasymptome als auch Daten zur Medikamentennutzung.
Für die Entwicklung des Scores wurden die Daten von 1.662 Patienten zwischen 13 bzw. 16 und 90 Jahren untersucht. Das mittlere Alter der Patienten betrug 41,8 Jahre. Insgesamt wurden Daten von 135.635 Tagen aus via VAS (visueller Analogskala) eingeschätzten Asthmasymptomen und selbstberichteter Anwendung von Asthmamedikamenten der MASK-air-App-Nutzer ausgewertet.
Zudem wurden verschiedene Fragebögen in die Arbeit einbezogen: CARAT (Control of Allergic Rhinitis and Asthma Test), CARAT Asthma, und WPAI:AS (Work Productivity and Activity Impairment: Allergy Specific)-Fragebögen sowie EQ-5D-5D-VAS, die als Komparatoren genutzt wurden. Die Scores korrelierten stark mit dem VAS-Wert für Dyspnoe (Spearman-Rangkorrelationskoeffizient: 0,68 bis 0,82) und moderat mit den Werten des WPAI:AS-Vergleichsfragebogens (Spearman Rangkorrelationskoeffizient: 0,59 bis 0,68).
Weiterhin zeigten die Daten eine hohe Test-Retest-Reliabilität (Intraklassen-Korrelationskoeffizient: 0,79 bis 0,95) und eine moderate bis hohe Responsiveness (Korrelationskoeffizient: 0,69 bis 0,79; Effektgrößenmaße bewegen sich zwischen 0,57 bis 0,99 im Vergleich mit dem VAS für Dyspnoe).
Die Forscher etablierten als Cut-off Wert des e-DASTHMA-Scores einen Wert >28,9, welcher eine schlechte Asthmakontrolle bedeutet.
Durchführung einer externen Validierung
Der Score mit dem besten Ergebnis zeigte eine starke Korrelation mit dem Effekt von Asthma auf Arbeits- und Schulaktivitäten in der INSPIRERS-Kohorte (Spearman-Korrelationskoeffizient: 0,7; 95%-Konfidenzintervall (KI): 0,61 bis 0,78) und eine gute Genauigkeit bei der Identifizierung von Patienten mit unkontrolliertem oder nur teilkontrolliertem Asthma entsprechend der GINA (Global Initiative for Asthma) (AUROC [area under the receiver operating curve]: 0,73; 95%-KI: 0,68 bis 0,78).
e-DASTHMA-Score als Hilfe bei Asthma-Fluktuationen und zur Therapieoptimierung
e-DASTHMA unterstützt dabei, die tägliche Asthmakontrolle durchzuführen. Der Score kann helfen, Asthma-Exazerbationen besser zu identifizieren und die notwendigen Anpassungen der Therapie vorzunehmen [2,3]. Zudem kann der e-DASTHMA-Score beispielsweise als Endpunkt in klinischen Studien genutzt werden.








