Ausgaben der Krankenkassen wachsen weiter stark

Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung steigen weiter: Im ersten Halbjahr 2025 um acht Prozent auf mehr als 166 Mrd. Euro. Der GKV-Überschuss steigt ebenfalls – auf 2,8 Mrd. Euro. Damit ist die Mindestreserve aber nicht erfüllt.

Zusatzkosten GKV

Berlin. Im ersten Halbjahr 2025 haben die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland deutlich mehr für Leistungen ausgegeben als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Ausgaben stiegen nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums um 7,95 % auf 166,1 Milliarden Euro.

Krankenhauskosten und ärztliche Leistungen als größter Wachstumstreiber

Stärkster Treiber der Ausgabensteigerung waren die Kosten für Krankenhausbehandlungen. Diese lagen mit 9,6 Prozent deutlich über dem Plus des Vorjahreszeitraums (7,9 %). Insgesamt flossen 54,5 Milliarden Euro in die Kliniken. Auch die Ausgaben für ärztliche Leistungen stiegen: um 7,8 Prozent auf 27 Milliarden Euro. Ebenfalls deutlich mehr kosteten psychiatrische Behandlungen (plus 12,9 Prozent oder 639 Millionen Euro). Die Kosten für Arzneimittel legten unterdurchschnittlich zu: um 6 Prozent auf 28,9 Milliarden Euro.

In den Krankenhäusern macht sich besonders der hohe Anstieg der Pflegepersonalkosten bemerkbar. Laut BMG führte der Ist-Kosten-Ausgleich der finanzierten Pflegepersonalkosten zu einer Ausgabensteigerung von 15,2 Prozent (plus 1,6 Milliarden Euro). Damit setze sich das hohe Wachstum der Pflegepersonalkosten von 11,7 Prozent aus dem ersten Quartal weiter fort.

Überproportional stark gestiegen sind laut BMG die Ausgaben im Bereich der Schutzimpfungen mit einem Plus von 15,8 Prozent bzw. 230 Millionen Euro. Der Zuwachs erkläre sich vor allem durch die hohen Aufwüchse bei den Impfstoffen für Schutzimpfungen als GKV-Regelleistungen (+18,4 Prozent bzw. 212 Millionen Euro) und stehe darüber hinaus in Verbindung mit den Kosten für die neuartigen RSV-Impfungen.

Rücklagen-Aufbau: Kurzfristig positiv, langfristig fragil

Gleichzeitig erwirtschafteten die 94 gesetzlichen Krankenkassen im ersten Halbjahr einen Überschuss von 2,8 Mrd. Euro. Damit liegen die Reserven aber weiterhin unter dem gesetzlichen Mindestniveau in Höhe von 0,2 Monatsausgaben. Aktuell belaufen sich die Finanzreserven der Krankenkassen laut Bundesgesundheitsministerium auf insgesamt 4,6 Milliarden Euro. Dies entspricht lediglich 0,16 Monatsausgaben.

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Stand:
11.09.2025
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