EULAR 2025: Ovarielle Reserve bei axialer Spondyloarthritis - AMH-Titer signifikant reduziert

Eine neue Auswertung der DESIR-Kohorte belegt einen Rückgang der Anti-Müller-Hormonspiegel bei Frauen mit früher axialer Spondyloarthritis. Die Erkenntnisse werfen wichtige Fragen zur Fertilität in dieser Patientinnengruppe auf.

3D-Ovarien-Eierstöcke-Uterus-Frau

Die axiale Spondyloarthritis (axSpA) betrifft vorwiegend das axiale Skelett und wird in nicht-röntgenologische axSpA (nr-axSpA) und röntgenologische axSpA (r-axSpA) unterteilt. Die nr-axSpA ist eine mildere Ausprägung der Erkrankung, bei r-axSpA hingegen - auch bekannt als Morbus Bechterew - haben sich physiologische Veränderungen manifestiert.

Diese entzündlich-rheumatischen Erkrankung manifestiert sich typischerweise bei jungen Erwachsenen im gebärfähigen Alter. Während therapeutische Strategien in den letzten Jahren weiterentwickelt wurden, ist über reproduktionsmedizinische Aspekte dieser chronisch-entzündlichen Erkrankung bislang wenig bekannt. Insbesondere die ovarielle Reserve, ein zentraler Indikator weiblicher Fertilität, wurde bislang selten untersucht. Das Anti-Müller-Hormon (AMH) ist hierbei ein etablierter Biomarker, der Rückschlüsse auf die ovariellen Follikelreserven erlaubt.

Zielsetzung der Studie: Vergleich mit altersgerechten Normwerten

Vor dem Hintergrund widersprüchlicher Befunde zu AMH-Spiegeln bei Patientinnen mit axSpA analysierten M. Franc et al. nun die langfristige Entwicklung der AMH-Titer im Rahmen der prospektiven Beobachtungsstudie DESIR aus Frankreich. Diese umfasste 381 TNF-Inhibitor-naive Frauen im reproduktiven Alter mit neu diagnostizierter axSpA. Ziel war es, AMH-Werte über zehn Jahre hinweg mit altersabhängigen Normdaten zu vergleichen und Zusammenhänge mit Krankheitsaktivität und Therapie zu untersuchen.

AMH-Titer in allen Altersgruppen signifikant niedriger

Insgesamt wurden 1.611 AMH-Messungen bei 358 Patientinnen durchgeführt. Das zentrale Ergebnis: Die AMH-Werte lagen in allen Altersgruppen signifikant unter den Referenzwerten der Normalbevölkerung (p < 0,01). Nur das Lebensalter zeigte in der multivariaten Analyse einen signifikanten Einfluss auf die AMH-Titer (p < 0,001). Weder Krankheitsaktivität noch medikamentöse Therapie hatten einen signifikanten Effekt auf die Hormonverläufe.

Die Clusteranalyse ergab zwei Verläufe des AMH-Abfalls zwischen 18 und 45 Jahren - ein moderater Abfall bei geringen Ausgangswerten und ein steiler Abfall bei höherem Ausgangs-AMH. Zwischen ihnen ergab sich jedoch weder hinsichtlich der Krankheitsaktivität noch der Therapien ein signifikanter Unterschied. Auch klassische Einflussfaktoren wie Body-Mass-Index, Rauchen oder systemische Entzündungsmarker (z. B. CRP, BASDAI) zeigten keinen eindeutigen Zusammenhang.

Klinische Implikationen und Forschungsbedarf

Die Ergebnisse deuten auf eine reduzierte ovarielle Reserve bei Patientinnen mit früher axSpA hin – unabhängig von bekannten Risikofaktoren. Obwohl kein direkter Zusammenhang zur Krankheitsaktivität nachweisbar war, könnte die chronisch-entzündliche Umgebung subklinische Prozesse initiieren, die die Follikelreifung oder Ovarfunktion beeinflussen.

Für die klinische Praxis bedeutet dies: Frühzeitige reproduktionsmedizinische Beratung kann insbesondere für Patientinnen mit Kinderwunsch von Relevanz sein. Weitere Forschung ist erforderlich, um die Ursachen und Mechanismen aufzuklären und Strategien zum Erhalt der Fertilität zu entwickeln.

Autor:
Stand:
25.06.2025
Quelle:
  1. Dieser Artikel wurde unter Zuhilfenahme von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt, redaktionell geprüft und freigegeben. Für die inhaltliche Richtigkeit und Aktualität wurde zusätzlich die Originalquelle herangezogen.
  2. Franc M et al. (2025): AMH titers in women with axial spondyloarthritis are significantly lower compared to the general population: an analysis of the 10-year follow-up of the DESIR cohort. EULAR 2025, Abstract POS0220. DOI: 10.1136/annrheumdis-2025-eular.B1978
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