Rheumatoide Arthritis (RA) betrifft Frauen deutlich häufiger betrifft als Männer. Neben genetischen Faktoren werden seit Langem auch hormonelle und reproduktive Einflüsse als mögliche Auslöser diskutiert. Während Rauchen als etablierter Risikofaktor gilt, ist die Bedeutung von Schwangerschaften für die spätere Krankheitsentwicklung bislang nicht vollständig geklärt.
Forscher der University of Queensland untersuchten daher den Zusammenhang zwischen Geburten, Rauchen, Body-Mass-Index (BMI) und dem Risiko für die Entwicklung einer RA. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift 'BMC Rheumatology' veröffentlicht.
Weniger Geburten gehen mit höherem RA-Risiko einher
Grundlage der Untersuchung waren Daten von 40.393 Frauen, die über einen Zeitraum von rund 30 Jahren beobachtet wurden. Insgesamt wurden 332 neu aufgetretene RA-Fälle identifiziert. Angaben zu Rauchstatus, BMI und Parität stammten aus wiederholten Befragungen. Die Erfassung der RA-Fälle erfolgte anhand von Verordnungsdaten. In den multivariablen Analysen waren weniger Geburten mit einem höheren RA-Risiko assoziiert. Nach Adjustierung für Alter, Bildungsstand, Alkoholkonsum und weitere Einflussfaktoren zeigte sich ein grenzwertiger Zusammenhang (OR 1,12; 95 %-Konfidenzintervall 1,00–1,25; p = 0,05).
Ohne Berücksichtigung der Alterskohorte verstärkte sich dieser Zusammenhang (Odds-Ratio 1,29; 95 %-KI 1,18–1,40; p < 0,01). „Wir fanden heraus, dass Frauen mit weniger Kindern ein um 29 % höheres Risiko hatten, eine rheumatoide Arthritis zu entwickeln. Das entsprach exakt der Risikoerhöhung, die auch bei rauchenden Frauen beobachtet wurde“, erklärte Studienleiterin Dr. Louise Koller-Smith vom Frazer Institute der University of Queensland.
Rauchen und höherer BMI erhöhten das Risiko
Frauen, die jemals geraucht hatten, wiesen nach Adjustierung für BMI, Alkoholkonsum und Bildungsstand eine erhöhte Erkrankungswahrscheinlichkeit auf (OR 1,29; 95 %-KI 1,02–1,64; p = 0,03). Darüber hinaus war ein höherer BMI mit einem steigenden Risiko assoziiert. Für jede zusätzliche BMI-Einheit erhöhte sich die Wahrscheinlichkeit einer RA in den entsprechenden Modellen um 3 % (OR 1,03; 95 %-KI 1,01–1,05; p < 0,01). Nach zusätzlicher Berücksichtigung von Alter oder Parität relativierte sich dieser Zusammenhang jedoch.
Beobachtungsstudie bestätigt bekannte Zusammenhänge
Die Studie zeigte, dass Rauchen und eine geringere Geburtenanzahl bei australischen Frauen mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung einer RA assoziiert waren. Damit ergänzen die Ergebnisse die bisherige Evidenz zu reproduktiven Faktoren bei der Krankheitsentstehung und bestätigen bekannte Zusammenhänge zwischen Lebensstilfaktoren und dem RA-Risiko.












