Dopamin hydrochlorid
Dopaminhydrochlorid ist ein endogenes Catecholamin mit kombinierter dopaminerger und adrenerger Wirkung. Es wird intravenös zur Behandlung von Hypotonie bei hämodynamisch instabilen pädiatrischen Patienten eingesetzt, insbesondere bei Neugeborenen und Kindern mit niedrigem Blutdruck infolge septischen oder kardiogenen Schocks.
Dopamin hydrochlorid: Übersicht
Anwendung
Dopaminhydrochlorid wird zur Behandlung von Hypotonie bei hämodynamisch instabilen Neugeborenen, Säuglingen und Kindern unter 18 Jahren eingesetzt, insbesondere im Rahmen eines kardiogenen oder septischen Schocks sowie bei Low-Cardiac-Output-Syndrom nach Herzoperationen.
Anwendungsart
Die Verabreichung erfolgt intravenös über einen zentralvenösen Katheter oder, wenn nicht möglich, über eine periphere große Vene. Dopaminhydrochlorid darf nicht subkutan, intramuskulär oder intraarteriell verabreicht werden.
Wirkmechanismus
Dopaminhydrochlorid aktiviert dopaminerge D1-Rezeptoren sowie dosisabhängig β1- und α1-adrenerge Rezeptoren. In niedriger Dosierung (0,5–2 µg/kg/min) führt es zu Vasodilatation im renalen und mesenterialen Gefäßbett. Bei mittleren Dosen (2–10 µg/kg/min) dominiert die β1-vermittelte Steigerung der Myokardkontraktilität. In hohen Dosen (10–20 µg/kg/min) überwiegt die α1-vermittelte Vasokonstriktion. Die Wirkung tritt rasch ein und hält nur wenige Minuten an.
Pharmakokinetik
- Verteilung: Breite Verteilung im extrazellulären Raum, keine signifikante ZNS-Penetration.
- Metabolisierung: Rascher Abbau durch MAO und COMT in Leber, Niere und Plasma.
- Elimination: Hauptsächlich renal als Homovanillinsäure (HVA), <5 % unverändert.
- Halbwertszeit: ca. 2 Minuten bei Erwachsenen, 5–11 Minuten bei Neugeborenen.
- Kinder: Hohe interindividuelle Variabilität der Clearance, besonders bei Neugeborenen.
Dosierung
Die Dosierung von Dopaminhydrochlorid erfolgt individuell und sollte an den klinischen Zustand des Patienten sowie dessen Ansprechen angepasst werden. Als Orientierungsrahmen gelten folgende Vorgaben:
- Initialdosis: 5 µg/kg/min intravenös
- Titration in 5-µg/kg/min-Schritten
- Erhaltungsdosis: 5–10 µg/kg/min
- Maximaldosis: 20 µg/kg/min
- Bei MAO-Hemmer-Vorbehandlung: Initialdosis auf 10 % der üblichen Dosis reduzieren
Die Beendigung der Therapie sollte grundsätzlich schrittweise erfolgen, um das Risiko einer abrupten Hypotonie zu vermeiden. Die Dosisreduktion erfolgt in kleinen Schritten, begleitet von einer engmaschigen Überwachung des hämodynamischen Zustands.
Nebenwirkungen
Häufige Nebenwirkungen:
- Sinustachykardie, Palpitationen, Arrhythmien
- Hypertonie oder Hypotonie
- Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen
- Vasokonstriktion bis zur Hautnekrose bei Extravasation
- Mydriasis, Dyspnoe, Hautreaktionen
Nicht bekannt:
- Anaphylaktische Reaktionen (v. a. durch Sulfit)
- Gangrän, Infektionen, Azotämie
- Erhöhte Hypoxämie, gastrointestinale Blutungen
Wechselwirkungen
Folgende Wechselwirkungen sind bei der Anwendung von Dopaminhydrochlorid zu beachten:
- MAO-Hemmer: Verstärken Wirkung und Wirkdauer; Dosisanpassung erforderlich
- Anästhetika (z. B. Cyclopropan, Halothan): Risiko ventrikulärer Arrhythmien
- β-Blocker: Abschwächung der β1-Wirkung
- α-Blocker: Abschwächung der Vasokonstriktion
- Phenytoin i.v.: Bradykardie, Hypotonie, Herzstillstand möglich
- Diuretika: Wirkungsverstärkung
- Mutterkornalkaloide: Risiko übermäßiger Vasokonstriktion
- Trizyklika, Guanethidin: Verstärkte vasopressorische Effekte
- Metoclopramid: Wirkungsabschwächung
- Antidiabetika: Dopamin kann Blutzucker erhöhen; Hypo-/Hyperglykämie bei Neugeborenen möglich
Kontraindikationen
Dopaminhydrochlorid darf nicht angewendet werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen Dopaminhydrochlorid oder einen sonstigen Bestandteil
- Phäochromozytom oder Hyperthyreose
- Nicht korrigierten atrialen/ventrikulären Tachyarrhythmien oder Kammerflimmern
- Gleichzeitiger Anwendung mit Cyclopropan oder halogenierten Kohlenwasserstoff-Anästhetika
Schwangerschaft
Es liegen keine ausreichenden tierexperimentellen oder humanen Daten zur Reproduktionstoxizität vor. Dopaminhydrochlorid sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, außer es ist eindeutig erforderlich.
Stillzeit
Ein Übertritt in die Muttermilch ist nicht bekannt. Aufgrund der kurzen Halbwertszeit sind keine Effekte auf das gestillte Kind zu erwarten. Eine Anwendung während der Stillzeit ist möglich.
Anwendungshinweise
Folgende Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen sind bei der Anwendung von Dopaminhydrochlorid zu beachten:
- Volumenstatus: Dopaminhydrochlorid ist bei hypovolämischem Schock kontraindiziert, solange keine adäquate Flüssigkeitssubstitution erfolgt ist.
- Herzüberwachung: Tachykardie und Arrhythmien sind möglich; gegebenenfalls Dosisreduktion erforderlich.
- Periphere Durchblutung: Risiko von Nekrosen bei peripherer Vasokonstriktion, insbesondere bei hoher Dosierung.
- Extravasation: Kann zu Gewebenekrosen führen; Verabreichung in große Vene empfohlen.
- Schrittweises Absetzen: Abrupter Abbruch kann Hypotonie auslösen.
- Septischer Schock: Dopamin wird nicht als First-Line-Therapie empfohlen.
- Pulmonalarterieller Druck: Kann erhöht werden; bei pulmonaler Hypertonie engmaschige Überwachung.
- Laborwerte: Beeinflussung von TSH und Prolaktin möglich, mit möglicher Maskierung einer Hypothyreose.
Wirkstoff-Informationen
EMA: Fachinformation Neoatricon (Dopaminhydrochlorid)
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Dopamin Fresenius 50 mg/5 ml, Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
FRESENIUS KABI Deutschland GmbH
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Dopamin Fresenius 200 mg/5 ml, Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
FRESENIUS KABI Deutschland GmbH
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Dopamin Fresenius 250 mg/50 ml, Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
FRESENIUS KABI Deutschland GmbH
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Neoatricon 1,5 mg/ml Infusionslösung, 30 ml
Piramal Critical Care Deutschland GmbH
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Neoatricon 4,5 mg/ml Infusionslösung, 50 ml
Piramal Critical Care Deutschland GmbH










