Trometamol
Trometamol ist ein pharmazeutischer Hilfsstoff, welcher z. B. in Augentropfen und Injektionslösungen zur pH-Wert-Erhöhung sowie Pufferung dient. Als Perfusionslösung wird Trometamol außerdem für die Therapie von metabolischen Azidosen eingesetzt.
Trometamol: Übersicht
Anwendung
Trometamol ist ein pharmazeutischer Hilfsstoff, welcher unter anderem Anwendung in Augentropfen, Biologika, Injektionslösungen sowie Gelen findet. Als organische Base erhöht Trometamol hierbei den pH-Wert und wirkt somit als Puffer.
Als alleiniger Wirkstoff wird Trometamol in Form von Perfusionslösungen bei der Therapie von metabolischen Azidosen, vor allem bei Hypernatriämie, sowie bei der Alkalisierung des Harns bei Intoxikationen mit schwachen Säuren, wie z. B. Barbiturate oder Acetylsalicylsäure, verwendet.
Anwendungsart
Der Wirkstoff Trometamol darf nicht unverdünnt, sondern ausschließlich als Zusatz zu Infusionslösungen verabreicht werden.
Wirkmechanismus
Trometamol fungiert im Körper als organische Base, die als Wasserstoffionen-Akzeptor wirkt. Dadurch wird Hydrogencarbonat gebildet, wobei die daraus entstehende Kohlensäure abgebaut wird. Trometamol, in seiner nichtionisierten Form, durchdringt die Zellmembran und entfaltet auch intrazellulär seine Pufferwirkung. Dies führt initial zu einer Kaliumverschiebung aus dem Intrazellular- in den Extrazellularraum, was anfänglich eine Hyperkaliämie und nachfolgend eine Hypokaliämie verursachen kann.
Pharmakokinetik
Resorption
- Trometamol verfügt nach intravenöser Applikation über eine schnelle Aufnahme.
Verteilung
- Der Wirkstoff verteilt sich im Extrazellulärraum und durchdringt in seiner nichtionisierten Form die Zellmembran.
Metabolismus
- Trometamol unterliegt praktisch keiner Metabolisierung.
Elimination
- Die Ausscheidung von Trometamol erfolgt primär über die Nieren, wobei es als mildes osmotisches Diuretikum wirkt, was den Urin alkalisch und kalium- sowie hydrogencarbonatreich macht.
- Die Halbwertszeit liegt bei gesunden Personen bei etwa 5,6 Stunden.
- Bei eingeschränkter Nierenfunktion kann die Halbwertszeit deutlich verlängert sein.
- Bei wiederholter Gabe besteht die Gefahr einer Kumulation.
Dosierung
Bei der Verabreichung von Trometamol als Zusatz zu einer Infusionslösung sollte folgende Dosierung beachtet werden:
- Formel: Basendefizit (-BE) x Körpergewicht in kg x 0,3 = mmol Trometamol.
- Anfangsdosis: 50% der berechneten Menge, anschließend Anpassung nach Blutgasanalyse.
- Infusionsgeschwindigkeit: Maximal 1 mmol Trometamol pro kg Körpergewicht pro Stunde.
- Tageshöchstdosis: Maximal 5 mmol Trometamol pro kg Körpergewicht pro Tag.
Nebenwirkungen
Zu den Nebenwirkungen, die während einer Therapie mit Trometamol auftreten können, zählen:
- Atemdepression
- Hyperkaliämie (initial) mit sekundärer Hypokaliämie
- Hypoglykämie
- Erbrechen
- Hypotonie
- Gewebsnekrosen bei paravenöser Applikation
- Reizung der Veneninnenwand mit Phlebitis und nachfolgender Thrombose
Wechselwirkungen
Folgende Wechselwirkungen sind bei der Anwendung von Trometamol zu beachten:
- Blutzuckersenkung: Trometamol kann die Wirkung oraler Antidiabetika verstärken und zu einer stärkeren Blutzuckersenkung führen.
- Einfluss auf die Arzneimittelausscheidung: Die Alkalisierung des Harns durch Trometamol beschleunigt die Ausscheidung saurer Arzneistoffe. Gleichzeitig kann die Elimination basischer Arzneistoffe verzögert werden.
Kontraindikationen
Die Anwendung von Trometamol ist kontraindiziert bei:
- Überempfindlichkeit oder Allergie gegen den Wirkstoff
- Alkalosen
- Niereninsuffizienz
- Erstversorgung Neugeborener
- Hyperkaliämie
Schwangerschaft
Während der Schwangerschaft sollte der Wirkstoff Trometamol nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abschätzung angewendet werden.
Stillzeit
In der Stillzeit sollte Trometamol nur nach strenger Prüfung der medizinischen Indikation verabreicht werden.
Anwendungshinweise
Folgende Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen sind bei der Anwendung von Trometamol zu beachten:
- Inkompatibilitäten: Aufgrund seiner stark alkalischen Eigenschaften ist die Mischung von Trometamol mit anderen Medikamenten zu vermeiden.
- Überdosierung: Symptome einer Überdosierung umfassen Alkalosen, Elektrolytstörungen, Atemdepression und Hypoglykämie. Behandlung einer Überdosierung beinhaltet das Einstellen der Zufuhr, Ausgleich des Säure-Basen-Status und Kontrolle der Elektrolyte und Blutzuckerwerte.
- Hinweis zur Applikation: Die Lösung darf nicht unverdünnt verwendet werden. Die maximale Konzentration bei peripherer Verabreichung beträgt 0,3 mol/l.
- Behandlung bei schweren Azidosen: Bei der Anwendung zur Behandlung schwerer Azidosen sollte die Möglichkeit zur Beatmung bestehen.
Alternativen
Je nach Indikationsgebiet und patientenindividuellen Gegebenheiten kann auch Natriumhydrogencarbonat als Alternative zu Trometamol für die Behandlung von schweren Azidosen zum Einsatz kommen.
Wirkstoff-Informationen
- Freissmuth et al., Pharmakologie und Toxikologie, 2020, Springer
- Scholz et al., Taschenbuch der Arzneibehandlung, 2005, Springer
- Fachinformationen Trometamol-Herstellers Köhler Chemie GmbH (THAM-Köhler 3 M Infusionslösungskonzentrat)
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