Zöliakie Kompakt

Dieser Beitrag bietet einen kompakten und strukturierten Überblick über das Krankheitsbild Zöliakie, angefangen bei der Definition der Erkrankung über die Epidemiologie, Ursachen und Pathogenese, die vielfältigen Symptome bis hin zur Diagnostik sowie Therapie.

Zöliakie

Definition

  • Bei der Zöliakie handelt es sich um eine autoimmune Dünndarmerkrankung, ausgelöst durch Gluten.
  • Klassische Form: Symptome der Malabsorption wie Gewichtsverlust.
  • Symptomatische Form: abdominale Beschwerden, Schlaflosigkeit, Haut- und neurologisch-psychiatrische Veränderungen.
  • Subklinische Form: keine Auffälligkeiten trotz Zöliakie-spezifischer Serologie und Dünndarmbiopsien.
  • Refraktäre Form: Symptome persistieren trotz glutenfreier Diät über 12 Monate.
  • Potentielle Form: positive Antikörper, aber unauffällige Dünndarmbiopsie.

Epidemiologie und Ursachen

  • Von der Erkrankung sind häufiger Frauen als Männer betroffen, die Prävalenz liegt bei ca. 0,5 bis 1%.
  • Es besteht eine Assoziation zu HLA-Antigenen, betroffen ist vor allem das HLA-DQ2 bzw. -DQ8 mit einer Häufigkeit von >90% bzw. 10%.
  • Es werden weitere Auslöser vermutet, beispielsweise eine frühe sowie massive Glutenexposition, Darminfektionen oder Medikamente.
  • Mögliche Begleiterkrankungen der Zöliakie: Diabetes mellitus Typ 1, Autoimmunhepatitis, Hashimoto-Thyreoditis, Turner-Syndrom oder Down-Syndrom.

Pathogenese

  • Die Zöliakie weist einerseits Merkmale einer Allergie (gegenüber Gliadin/Gluten) und andererseits Charakteristika einer Autoimmunerkrankung (Autoantikörper) auf.
  • Bildung von Autoantikörpern gegen das Endomysium sowie die Gewebstrangslutaminase.
  • Gluten wird über die Dünndarm-Mukosa resorbiert und von HLA-DQ2/DQ8 positiven antigenpräsentierenden Zellen aufgenommen. Dadurch kommt es zur Stimulation glutenspezifischer T-Zellen.
  • Durch die Zytotoxizität dieser aktivierten T-Lymphozyten kommt es u.a. zur Apoptose der Enterozyten, einer Zottenatrophie und einer Kryptenhyperplasie. Infolgedessen geht der Bürstensaum verloren.
  • Letztendlich kommt es zu einer gestörten Resorptionsleistung des Dünndarms und infolgedessen zu einer Malabsorption.

Symptome

  • Extreme Vielfalt in der Symptomatik
  • Gastrointestinale Symptome (u.a. Stuhlveränderungen, Diarrhoe, Flatulenzen, Obstipation)
  • Aber auch extraintestinale Symptome (u.a. erhöhte Infektanfälligkeit, Antriebslosigkeit, Muskelatrophie, verschiedene Formen der Anämie uvm.)
  • Aufgrund der unterschiedlichen Erscheinungsbilder wird die Diagnose der Zöliakie oft spät oder gar nicht gestellt.

Diagnostik und Therapie

  • Bestimmung von Autoantikörpern: Gewebs-Transglutaminase-IgA-Antikörper, Endomysium-IgA-Antikörper sowie Gesamt-IgA im Serum
  • Dünndarm-Histologie: zeigt typische Befunde wie eine Zottenatrophie, Kryptenhyperplasie und intraepitheliale Lymphozyteninfiltration
  • Blutbild: Nährstoffmangel, u.a. Eisen, Folsäure, Vitamin B12 und Spurenelemente
  • Therapie: lebenslange glutenfreie Diät

Hier geht's zum Langtext Zöliakie

Autor:
Stand:
10.09.2023
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