Langanhaltende kognitive Beeinträchtigungen
- Patienten mit Long-Covid leiden unter erheblichen Langzeitfolgen nach Infektion
- Besonders Betroffene mit "Neuro-Covid" berichten von deutlichen Einschränkungen der Gehirnfunktion
- Die genauen Mechanismen und der Verlauf dieser Defizite sind noch nicht vollständig geklärt
- Zwei aktuelle Studien haben untersucht, wie stark Covid-19 die Gehirnfunktion beeinträchtigen kann und welche Mechanismen dahinterstehen
Erfassung kognitiver Defizite und Hirnveränderungen
- Eine Studie mit 351 hospitalisierten Patienten zeigt, dass diese nach einem Jahr noch immer schlechtere kognitive Fähigkeiten hatten als eine Kontrollgruppe
- Die Einschränkungen, v.a. bei Gedächtnis und Aufmerksamkeit, entsprechen dem kognitiven Verlust einer Alterung von 20 Jahren
- Zudem wurden erhöhte Biomarker für Hirnschäden sowie eine Verringerung der grauen Hirnsubstanz festgestellt
- Forscher vermuten, dass immunvermittelte Mechanismen und entzündliche Prozesse diese Schäden verursachen
Diskrepanz zwischen objektiver Leistung und Selbstwahrnehmung
- In einer weiteren Studie wurden 18 Ungeimpfte gezielt mit SARS-CoV-2 infiziert
- Diese zeigten im Vergleich zu nicht infizierten Probanden schlechtere kognitive Ergebnisse bis zu einem Jahr nach der Infektion
- Die kognitiven Defizite waren v.a. im Gedächtnis und den exekutiven Funktionen ausgeprägt
- Es gab eine Diskrepanz zwischen objektiver Leistung und Selbstwahrnehmung: Die Betroffenen selbst nahmen keine Einschränkungen wahr
SARS-CoV-2 unterscheidet sich von anderen Atemwegsviren
- Covid-19 kann langfristige kognitive Schäden verursachen, die mindestens ein Jahr anhalten
- Experten betonen die Notwendigkeit einer langfristigen Überwachung und spezieller Therapien für Covid-19-Patienten mit kognitiven Defiziten
- Diese Defizite unterscheiden SARS-CoV-2 deutlich von anderen Atemwegsviren, wie der Grippe
- Ähnliche Mechanismen sollen nun auch bei anderen Infektionen, wie der Grippe, analysiert werden
- Die Bedrohung durch SARS-CoV-2 ist noch nicht vollständig überwunden und es besteht intensiver Forschungsbedarf










