Kennzeichnung von Allergenspuren
Kennzeichnung von Allergenspuren auf abgepackten Lebensmitteln sind verwirrend und werden von bis zu 40% der Konsumenten mit Lebensmittelallergien ignoriert. Daten aus dem echten Leben, die das Risiko dieser Lebensmittel untersuchen, gibt es kaum.
Risiko der Reaktion auf Allergenspuren
Daher untersuchte eine Studie kürzlich mittels Fragebogen das Real-Life-Risiko von Kindern mit bekannter Nahrungsmittelallergie auf Nahrungsmittel, die mit dem Hinweis „Kann Allergenspuren enthalten“ gekennzeichnet sind, zu reagieren.
In die Studie wurden 100 Kinder zwischen 2 und 18 Jahren eingeschlossen, die mindestens eine IgE-bestätigte Lebensmittelallergie auf Erdnuss, Nüsse, Sesam, Soja, Weizen, Ei oder Milch hatten und regelmäßig Nahrungsmittel mit Kennzeichnung von Allergenspuren verzehren. Das mediane Alter der Studienteilnehmer lag bei sechs Jahren. 44% der Teilnehmer waren weiblich.
Häufig Reaktion auf mehrere Nahrungsmittel
Die häufigsten vorliegenden Allergien waren Erdnuss (58%), Cashew (52%) und Haselnuss (42%). Die meisten Patienten (76%) wiesen multiple Allergien auf. Im Median reagierten die Kinder auf drei Nahrungsmittel allergisch. Das mediane Alter bei der Erstdiagnose der Allergie lag bei 1,6 Jahren. Die mediane kumulative reaktive Dosis für alle Allergene betrug 430 mg des Proteins.
Die meisten Reaktionen waren mild
Die meisten der Kinder (57%) aßen zwei bis fünf Mal pro Woche Lebensmittel, bei denen mögliche Allergenspuren gekennzeichnet waren. 18% der Teilnehmer berichteten auf diese Lebensmittel reagiert zu haben. Von diesen hatte die Mehrheit (61%) zwei bis fünf vorherige Reaktionen.
Die hauptverantwortlichen Nahrungsmittel waren Schokolade, Kekse und Kuchen. Die meisten Reaktionen traten innerhalb von zehn Minuten nach zwei bis fünf Bissen des Nahrungsmittels auf. Die meisten Reaktionen waren mild und waren Haut und/oder Verdauungssymptome, wie beispielsweise Urtikaria, oraler Pruritus oder Erbrechen. Sie wurden mittels Antihistaminika behandelt oder benötigten keine Behandlung. Interessanterweise wurde das Risiko der Reaktion nicht durch das Geschlecht, Alter, den atopischen Hintergrund oder die Art der Lebensmittelallergie beeinflusst.
Höherer sIgE bei Kindern, die reagierten
Es zeigte sich ein nicht signifikanter Unterschied in dem medianen spezifischen IgE zwischen den Kindern, die reagierten im Vergleich zu den Kindern, die nicht reagierten (6,92kU/l versus 4,23 kU/l). Auch die kumulative reaktive Dosis im Rahmen des oralen Provokationstests unterschied sich leicht (419,5 mg des Proteins bei Kindern, die reagierten versus 535,5 mg des Proteins bei Kindern, die nicht reagierten). Es bestand keine signifikante Assoziation zwischen der allergischen Reaktion und der Reaktivitätsschwelle beim oralen Provokationstest.
Individueller Umgang mit gekennzeichneten Nahrungsmitteln
Um ein individualisiertes Umgehen der Patienten mit dieser Art der Lebensmittel zu ermöglichen, empfehlen die Studienautoren zur Risikostratifizierung die Durchführung eines oralen Provokationstests. Aufgrund der ermutigenden Ergebnisse der Studie raten die Studienautoren die mögliche Einführung dieser Nahrungsmittel bei bestimmten Patienten mit bekannter Nahrungsmittelallergie und hoher Reaktivitätsschwelle zu erwägen.









