125 Jahre Aspirin: Eine Geschichte von Innovation und Kontroversen

Vor 125 Jahren brachte der deutsche Chemiekonzern Bayer Acetylsalicylsäure (ASS) unter dem Markennamen Aspirin auf den Markt. Ursprünglich als Schmerzmittel konzipiert, wurde Aspirin schnell auch für seine blutverdünnenden Eigenschaften bekannt und wird bis heute häufig eingesetzt.

Aspirin

Seit 125 Jahren ist Aspirin ein bekanntes Schmerzmittel, auf das sich Millionen Menschen weltweit verlassen. Der Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) gehörte sogar zu den essenziellen Arzneimitteln der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und war 1969 bereits auf dem Mond – und die Reise ist noch lange nicht zu Ende, verspricht Bayer [1]

Felix Hoffmann und Arthur Eichengrün: Ein Streit um die Entdeckung von Aspirin

Die Entdeckung von Aspirin geht auf den Pharmazeuten Felix Hoffmann (1868-1946) zurück. Hoffmann, der seit 1894 als Chemiker bei der "Farbenfabrik vorm. Friedr. Bayer & Co" in Wuppertal-Eberfeld arbeitete, gelang erstmals die Synthese von Acetylsalicylsäure in Reinform. Obwohl Hoffmann offiziell als Erfinder gilt, gab es später Kontroversen über die Urheberschaft, insbesondere von Arthur Eichengrün, der zur gleichen Zeit als Chemiker im Unternehmen arbeitete und Hoffmanns Kollege war.

In einem Brief, den Eichengrün 1944 aus dem Konzentrationslager Theresienstadt an die I.G. Farben in Frankfurt schickte, behauptete er, den Plan für die Synthese von ASS erstellt zu haben, während Hoffmann lediglich Anweisungen befolgte. Trotz der erneuten Erhebung dieses Vorwurfs durch Eichengrün nach dem Krieg blieb der Bayer-Konzern bei seiner Version, die Hoffmann als Urheber angibt.

Der schottische Historiker Walter Sneader untersuchte in den 1990er-Jahren den Ursprung von Aspirin und kam zu dem Schluss, dass die Urheberschaft von Eichengrün wahrscheinlicher sei. Er vermutet, dass die jüdische Herkunft Eichengrüns seine Anerkennung möglicherweise verhindert haben könnte.

Aspirin: Die Symbolik hinter einem Markennamen

Ursprünglich plante Bayer, den Wirkstoff Acetylsalicylsäure als Markennamen zu patentieren. Dieses Vorhaben schlug fehl, doch das Patent für Aspirin wurde akzeptiert. Dabei repräsentiert das "A" in Aspirin den Bestandteil Acetyl, während "spir" eine Abkürzung für den lateinischen Namen des Gewächses Echtes Mädesüß, Spiraea ulmaria, darstellt. Hinzugefügt wurde die übliche Endung "in" für Arzneimittel.

Auch nach der Eintragung in die Warenzeichenrolle des Kaiserlichen Patentamtes in Berlin im Jahr 1899 und der Patentanmeldung im Jahr 1900 in den USA haben Wissenschaftler bis heute nicht aufgehört, weiter an Aspirin und möglichen Einsatzgebieten sowie Einnahmeformulierungen zu forschen.

Bayer und Aspirin: Eine unzertrennliche Verbindung

Trotz der Verbreitung von Generika bleibt Aspirin eines der bekanntesten Produkte von Bayer und wird weiterhin in Deutschland produziert. In Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt befindet sich die größte Produktionsstätte des Unternehmens, in der jährlich rund drei Milliarden Tabletten hergestellt werden. Mit einem Umsatz von rund einer Milliarde Euro pro Jahr ist Aspirin eine der wichtigsten Marken im Pharma-Bereich des Unternehmens.

Die Verbindung zwischen Bayer und Aspirin ist in der öffentlichen Wahrnehmung deutlich spürbar. In einer Umfrage in den USA assoziierten 60,1% aller Befragten die runde Tablette mit dem eingestanzten Bayer-Kreuz mit dem Leverkusener Unternehmen, in Deutschland kannten sogar 78,8% die Verbindung.

Autor:
Stand:
14.03.2024
Quelle:

Bayer, News, 10. August 2023.

  • Teilen
  • Teilen
  • Teilen
  • Drucken
  • Senden
Orphan Disease Finder
Orphan Disease Finder

Hier können Sie seltene Erkrankungen nach Symptomen suchen: