Zwei Jahre nach Veröffentlichung der Digitalisierungsstrategie „Gemeinsam Digital“ zieht das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) erstmals Bilanz. Der aktuelle Zwischenbericht beleuchtet Meilensteine der digitalen Transformation im Gesundheitswesen und in der Pflege und zeigt einen Mehrwert für Patienten und Fachkräfte auf. Der Bericht konzentriert sich dabei auf die drei zentralen Handlungsfelder der Strategie, nämlich nutzerorientierte Technologien und Anwendungen, qualitativ hochwertige Daten für Versorgung und Forschung sowie personenzentrierte und digital unterstützte Versorgungsprozesse. Das BMG erhält bei der Implementierung seiner 2023 entwickelten Strategie Unterstützung von der gematik.
E-Rezept und ePA
Die Umsetzung der Strategie, an deren Erarbeitung rund 500 Akteure beteiligt waren, ist in über 90 % der Maßnahmen gestartet. Viele davon liegen im Plan. Zu den sichtbarsten Erfolgen zählt die flächendeckende Einführung des E-Rezepts. Bereits über 677 Millionen E-Rezepte wurden bis Ende März 2025 eingelöst. Auch die elektronische Patientenakte (ePA) ist inzwischen für rund 70 Millionen gesetzlich Versicherte verfügbar und wird zur digitalen Gesundheitsplattform weiterentwickelt.
DiGAs und Telemedizin
Ebenfalls dynamisch entwickeln sich die digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGAs): Inzwischen sind 58 DiGAs in zwölf Anwendungsfeldern von Depression bis Diabetes verfügbar. Das wird durch die Einführung der elektronischen Gesundheits-ID (eID) ergänzt, die bereits rund 2,3 Millionen Versicherte nutzen, etwa für den sicheren Zugang zur ePA oder für Telemedizin-Angebote.
Forschung und Pflege verbessert
Für die Forschung wird der Zugang zu Gesundheitsdaten verbessert: Mit dem 2025 startenden Forschungsdatenzentrum Gesundheit (FDZ Gesundheit) sowie zentralen Implantate- und Krebsregistern wird eine fundierte Datenbasis geschaffen, um Versorgungsqualität und Prävention zu stärken.
Im Bereich der Pflege hat sich das neue Kompetenzzentrum Digitalisierung und Pflege etabliert. Es begleitet Pilotprojekte, fördert die sektorenübergreifende Kommunikation und trägt zur Entlastung pflegender Angehöriger bei. Gleichzeitig sorgt der Krankenhauszukunftsfonds für Fortschritte in der digitalen Infrastruktur deutscher Kliniken, etwa mit digitalem Medikations- und Entlassmanagement.
Verbesserte Versorgungs- und Verwaltungsprozesse
Der digital unterstützte Medikationsprozess im Rahmen der ePA erstellt automatisch eine persönliche Medikationsliste basierend auf E-Rezept-Daten und Apothekeninformationen. Das erhöht die Patientensicherheit, wenn dadurch leichter Wechselwirkungen erkannt werden. Der digitale Prozess spart Zeit für medizinisches Personal und kann in Notfällen lebensrettend sein. Digitalisierte Versorgungsprozesse wie die Beantragung einer ambulanten Psychotherapie reduzieren unnötige Bürokratie und steigern die Effizienz durch vereinfachte Abstimmung zwischen allen Beteiligten im Gesundheitssystem.
Mehr künstliche Intelligenz nutzen
Die nächsten Entwicklungsschritte betreffen unter anderem den Europäischen Gesundheitsdatenraum (EHDS) sowie den Ausbau von künstlicher Intelligenz (KI) in der medizinischen Versorgung. Beide Felder sollen zu einer besseren Diagnostik, mehr Effizienz und größerer Versorgungssicherheit beitragen.










