FSME: Drei neue Risikogebiete in Deutschland

Das Robert Koch-Institut hat drei weitere Regionen in Deutschland als FSME-Risikogebiete ausgewiesen. Experten warnen vor steigenden Infektionszahlen. Sie betonen die Bedeutung der Impfung als wirksamste Prävention und geben Tipps zum Zeckenschutz.

Zecken Risikogebiet

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die Karte der FSME-Risikogebiete aktualisiert und drei neue Kreise als Endemiegebiete für die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ausgewiesen. Damit erhöht sich die Anzahl der betroffenen Kreise auf 183. Vor allem in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Thüringen, Sachsen und Brandenburg ist das Risiko hoch.

Neue Risikogebiete in 2025

Zu den Risikogebieten sind die folgenden Regionen hinzugekommen: Stadtkreis Augsburg (Bayern), Landkreis Elbe-Elster (Brandenburg) und Landkreis Celle (Niedersachsen). Während die ersten beiden Kreise an bestehende Risikogebiete angrenzen, ist der Landkreis Celle das erste FSME-Risikogebiet in Niedersachsen außerhalb direkter Kontaktzonen.

Zunahme der FSME-Fälle

Im Jahr 2024 wurden 686 FSME-Erkrankungen gemeldet. Das ist die zweithöchste Zahl seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2001 und entspricht fast einer Verdopplung des jährlichen Medianwerts von 352 Erkrankungen. Besonders betroffen waren die südlichen Bundesländer. Auch in nicht als Risikogebiet eingestuften Regionen traten vereinzelt FSME-Fälle auf.

Impfung als wichtigste Präventionsmaßnahme

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die FSME-Impfung für alle Personen, die sich regelmäßig in Risikogebieten aufhalten und einer Zeckenexposition ausgesetzt sind. Trotz der Empfehlung bleiben die Impfquoten in Risikogebieten weiterhin niedrig. Laut RKI waren 98 % der 2024 gemeldeten FSME-Erkrankten entweder gar nicht oder unzureichend geimpft. Insbesondere ältere Menschen haben ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe.

Zeckenschutz bleibt wichtig

Neben der Impfung wird empfohlen, sich durch geschlossene Kleidung und den Einsatz von Zeckenschutzmitteln zu schützen. Hohe Gräser meiden Menschen in Risikogebieten besser. Nach einem Aufenthalt in der Natur sollte der Körper gründlich auf Zecken abgesucht werden, da FSME-Viren bereits beim Stich übertragen werden können.

Über Frühsommer-Meningoenzephalitis

Die Krankheit wird durch das Tick-Borne Encephalitis-(TBE-)Virus verursacht, das in drei relevanten Subtypen vorkommt: europäisch, sibirisch und fernöstlich. Die meisten Infektionen (70–95 %) verlaufen asymptomatisch. Bei einer symptomatischen FSME kann die Erkrankung mono- oder biphasisch auftreten. Im biphasischen Verlauf zeigen sich zunächst unspezifische Symptome wie Kopfschmerzen und Fieber. Nach einem kurzen symptomfreien Intervall können neurologische Komplikationen wie Meningitis, Enzephalitis oder Myelitis auftreten.

Das TBE-Virus wird hauptsächlich durch Zeckenstiche auf den Menschen übertragen. In Deutschland ist der Überträger meistens die Zeckenart Ixodes ricinus. Als FSME-Risikogebiete gelten Regionen, in denen für Menschen mit Zeckenexposition das Infektionsrisiko erhöht ist. In Deutschland besteht ein erhöhtes Risiko hauptsächlich in Bayern und Baden-Württemberg sowie in Südhessen, im südöstlichen Thüringen, in Sachsen und im südöstlichen Brandenburg. Zudem gibt es einzelne Risikogebiete in Mittelhessen, dem Saarland, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. 

Autor:
Stand:
04.03.2025
Quelle:

Robert Koch-Institut (RKI), Epidemiologisches Bulletin 9/2025, 27.02.2025

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