Vergleich von Intervallfasten-Methoden und kalorischer Restriktion

Das Intervallfasten ist beliebt. Doch in einer aktuellen Netzwerk-Metaanalyse zeigte sich: Die Gewichtsreduktion durch diese Methode ist vergleichbar zur kontinuierlichen Kalorienrestriktion. Das alternierende Fasten scheint minimale Zusatzvorteile in Bezug auf das kardiovaskuläre Risiko zu bieten.

Fasten

Reduktion des kardiovaskulären Risikos durch Gewichtsabnahme

Übergewicht, Hyperglykämie und arterielle Hypertonie sind die kardiovaskulären Hauptrisikofaktoren bei Erwachsenen. Eine Reduktion dieser Risikofaktoren kann durch Gewichtsabnahme erreicht werden. Eine häufige Intervention zur Gewichtsreduktion ist die kontinuierliche Energierestriktion. Diese Strategie wird auf lange Sicht jedoch oft nicht durchgehalten. Eine mögliche Alternative ist das intermittierende Fasten. Hier wechseln sich Fastenzeiten mit unlimitierter Energieaufnahme ab. Die Fastenzeiten können von einigen Stunden pro Tag bis hin zu einem 24-Stunden-Intervall variieren. Es gibt also keine klare Definition für das Intervallfasten, es kann aber in die drei Kategorien unterteilt werden: zeitlich begrenztes Essen, alternierendes Fasten und ganztägiges Fasten. Bei dem zeitlich begrenzten Essen wird während einer bestimmten Anzahl von Stunden pro Tag gefastet, während in den übrigen Stunden gegessen wird. Beim alternierenden Fasten wird einen ganzen Tag lang gefastet, gefolgt von einem Tag ohne Fasten. Dies erfolgt im Wechsel. Das ganztägige Fasten umfasst zyklische 24-Stunden-Phasen des Fastens, gefolgt von ad-libitum-Essensphasen, also Phasen ohne Einschränkungen bei der Nahrungsaufnahme. Obwohl sich das Intervallfasten in der Bevölkerung großer Beliebtheit erfreut, ist unklar, ob diese Diätstrategie ernährungsmedizinisch im Vergleich zu der Kalorienrestriktion oder einer ad-libitum-Diät einen Zusatznutzen bietet. Es gibt aber Hinweise darauf, dass Intervallfasten Risikomarker wie das Gewicht, die Glukosekontrolle und den Blutdruck im Vergleich zur Kalorienrestriktion stärker verbessern könnte. Frühere Metaanalysen verglichen primär einzelne Fastenformen, jedoch fehlte ein umfassender Vergleich aller gängigen Strategien. Die offene Frage war insbesondere: Führt das zeitlich begrenzte Essen, alternierende Fasten und ganztägige Fasten zu überlegener Gewichtsreduktion und verbesserten kardiometabolischen Parametern gegenüber der Kalorienrestriktion oder ad-libitum-Ernährung? 

Ist Intervallfasten gegenüber der Kalorienrestriktion oder ad-libitum-Ernährung vorteilhaft?

Um diese Frage zu beantworten und die Empfehlungen der European Association for the Study of Diabetes (EASD) und der Diabetes and Nutrition Study Group (DNSG) zu aktualisieren, führten die Autoren der vorliegenden Studie ein systematisches Review sowie eine Netzwerk-Metaanalyse durch. Insgesamt schlossen sie 99 randomisiert kontrollierte Studien mit insgesamt 6.582 Teilnehmenden ein. 720 von ihnen waren gesund, bei 5.862 lagen Vorerkrankungen vor. Der mittlere BMI lag bei 31, das Durchschnittsalter bei 45 Jahren.  

Alternierendes Fasten zeigte leichte Vorteile in Bezug auf die Körpergewichtsreduktion

Alle untersuchten Diätstrategien (Intervallfasten und kontinuierliche Energierestriktion) reduzierten das Körpergewicht im Vergleich zur ad-libitum-Diät. Verglichen mit der kontinuierlichen Energierestriktion zeigte nur das alternierende Fasten einen leichten Vorteil in Bezug auf die Körpergewichtsreduktion. Zudem erreichte das alternierende Fasten eine etwas höhere Körpergewichtsreduktion im Vergleich zum zeitlich begrenzten Essen und dem ganztägigen Fasten. 

Alternierendes Fasten leicht vorteilhaft im Vergleich zu anderen Intervallfastenmethoden in Bezug auf Fette

Das alternierende Fasten erzielte im Vergleich zum zeitlich begrenzten Fasten und dem ganztägigen Fasten eine Reduktion des BMI und kardiovaskulärer Risikofaktoren wie dem Non-High-Density-Lipoprotein-Cholesterin (Non-HDL-C) und der Triglyceride. Gegenüber der ad-libitum-Diät zeigten alle Diätstrategien vergleichbare Vorteile in Bezug auf das kardiovaskuläre Risiko. Bezüglich des HbA1c-Wertes und des High-Density-Lipoprotein-Cholesterins (HDL-C) fanden sich keine Unterschiede zwischen den verschiedenen Diätstrategien.

Vergleichbarer Nutzen von Intervallfasten und Kalorienrestriktion 

Zusammengefasst zeigte die Netzwerk-Metaanalyse vergleichbare Vorteile für die verschiedenen Intervallfastenstrategien sowie der Kalorienrestriktion im Vergleich zur ad-libitum-Diät. Das alternierende Fasten zeigte leichte Zusatzvorteile in Bezug auf das kardiovaskuläre Risiko. Es ist jedoch wichtig, zu betonen, dass die Effekte moderat sind und der Erfolg stark von der Adhärenz abhängt. Die Wissenschaftler empfehlen daher weitere Langzeitstudien, die insbesondere den Fokus auf die Unterschiede zwischen den Intervallfastenmethoden und deren Nutzen auf die kardiovaskuläre Gesundheit legen.

Die Studie ist bei Clinicaltrials.gov unter NCT05309057 registriert.

Autor:
Stand:
26.08.2025
Quelle:

Semnani‑Azad et al. (2025): Intermittent fasting strategies and their effects on body weight and other cardiometabolic risk factors: systematic review and network meta‑analysis of randomized clinical trials. The British Medical Journal. DOI: 10.1136/bmj‑2024‑082007  

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