Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) warnt vor möglichen Engpässen bei Grippe-Impfstoffen in der kommenden Saison 2026/27. Im aktuellen Vorbestellungszeitraum liegen die bestellten Mengen deutlich unter dem prognostizierten Bedarf. Betroffen sind sowohl Standardimpfstoffe als auch spezielle Vakzine für ältere Menschen, darunter Hochdosis- und MF-59-adjuvantierte Impfstoffe.
Da Influenza eine ernstzunehmende Infektionskrankheit ist, bleibt eine hohe Impfquote wichtig. Die Impfung reduziert nicht nur das Erkrankungsrisiko, sondern auch die Wahrscheinlichkeit schwerer Verläufe.
Stichtag 31. März 2026
Das PEI fordert Ärzte und Apotheker auf, ihren Bedarf bis spätestens 31. März 2026 verbindlich zu bestellen. Hintergrund ist der komplexe Herstellungsprozess: Die Produktion von Grippe-Impfstoffen dauert mehrere Monate und muss frühzeitig geplant werden. Nach Abschluss der Vorbestellungen beginnt die etwa vier- bis fünfmonatige Herstellung. Im Anschluss erfolgen Stammanpassung und behördliche Chargenprüfung, bevor die Auslieferung ab Mitte August startet. Eine Nachproduktion im laufenden Jahr ist nicht möglich. Spätere Bestellungen können daher nicht berücksichtigt werden.
STIKO-Empfehlungen als Grundlage
Die Impfempfehlungen der Ständige Impfkommission (STIKO) dienen als Orientierung für die Bedarfskalkulation. Sie werden vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) in die Schutzimpfungs-Richtlinie der gesetzlichen Krankenversicherung überführt.
Für die Saison 2026/27 rät die STIKO gemäß den im Juli 2025 aktualisierten Empfehlungen weiterhin in erster Linie den folgenden Gruppen, die Impfung durchführen zu lassen:
- Personen ab 60 Jahren: Impfung mit Hochdosis- oder MF-59-adjuvantiertem Impfstoff
- Schwangere: ab dem zweiten Trimenon, bei erhöhtem Risiko infolge eines Grundleidens bereits ab dem ersten
- Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Herz-, Lungen-, Stoffwechsel- oder neurologische Erkrankungen
- Personen mit erhöhter beruflicher Exposition
Die Antigenzusammensetzung der Impfstoffe richtet sich nach den aktuellen Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization, WHO).
Frühzeitige Planung bleibt essenziell
Angesichts des globalen Bedarfs und der begrenzten Produktionskapazitäten kommt der rechtzeitigen Bestellung eine so hohe Bedeutung zu. Nur so lässt sich sicherstellen, dass nicht nur die Risikogruppen, sondern grundsätzlich alle impfwilligen Personen in Deutschland in der kommenden Saison Zugang zu einem Influenza-Impfstoff erhalten.









