EU startet Kampagne für sicheren Umgang mit rezeptfreien Arzneimitteln

Frei verkäuflich bedeutet nicht risikofrei: Auch OTC-Präparate können Nebenwirkungen und Wechselwirkungen haben. Um das Bewusstsein dafür europaweit zu schärfen, haben die Heads of Medicines Agencies eine Kampagne gestartet.

Beipackzettel

Das Netzwerk der europäischen Arzneimittelbehörden, die Heads of Medicines Agencies (HMA), hat eine neue europaweite Aufklärungskampagne gestartet. Unter dem Motto „Medikamente sind keine Bonbons“ sollen Bürger sensibilisiert werden, auch bei rezeptfreien Arzneimitteln stets die Packungsbeilage zu lesen und die Mittel verantwortungsvoll anzuwenden.

Hintergrund der Kampagne

Rezeptfreie Arzneimittel bieten den Vorteil, dass sich viele Beschwerden – etwa Kopfschmerzen, Erkältungen oder leichte Magenbeschwerden – schnell und unkompliziert selbst behandeln lassen. Doch auch frei verkäufliche Präparate bergen Risiken und Nebenwirkungen. Sie können Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben oder ungeeignet sein, wenn Vorerkrankungen oder Allergien bestehen. Deshalb gilt, dass auch die Selbstmedikation nur mit ausreichender Information erfolgen sollte.

Packungsbeilage als Sicherheitsanker

Die Packungsbeilage liefert wichtige Informationen. Sie klärt darüber auf, für wen ein Arzneimittel geeignet ist, wie es richtig angewendet werden soll, welche Einnahmedauer empfohlen ist und welche Neben- oder Wechselwirkungen bekannt sind. Selbst wenn ein Medikament schon einmal eingenommen wurde, lohnt sich ein erneuter Blick, denn:

  • Die persönliche Gesundheitssituation kann sich geändert haben, etwa durch neue Erkrankungen oder Allergien
  • Auch Fachinformationen werden regelmäßig aktualisiert, wenn neue wissenschaftliche Erkenntnisse vorliegen

Tritt trotz Selbstmedikation keine Besserung ein oder zeigen sich unerwartete Nebenwirkungen, sollten Betroffene immer ärztlichen Rat einholen.

Europaweite Sichtbarkeit

Die HMA ruft gemeinsam mit den teilnehmenden nationalen Arzneimittelbehörden dazu auf, die Kampagnenbotschaft über Social Media zu verbreiten. In Deutschland beteiligen sich das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) sowie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Während BfArM und PEI über Humanarzneimittel informieren, weist das BVL besonders auf den verantwortungsvollen Umgang mit rezeptfreien Tierarzneimitteln hin.

Die Kampagne lebt von aktiver Beteiligung. Über die Social-Media-Kanäle von BfArM, PEI und BVL können die Inhalte geteilt werden, um die Reichweite zu erhöhen. Eine breite Sichtbarkeit soll dazu beitragen, das Bewusstsein für den verantwortungsvollen Umgang mit Arzneimitteln europaweit zu stärken.

Autor:
Stand:
22.09.2025
Quelle:
  1. Heads of Medicines Agencies (HMA): Medicines are not sweets
  2. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): "Medikamente sind keine Bonbons"
  3. Paul-Ehrlich-Institut (PEI): Pressemitteilung, 15.09.2025 
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