TI-Atlas 2026: ePA bringt Apotheken messbaren Nutzen

Die elektronische Patientenakte kommt nach Einschätzung vieler Apotheken zunehmend im Versorgungsalltag an. Gleichzeitig verbinden Apotheken große Erwartungen mit dem elektronischen Medikationsplan, der Medikationsdaten vollständiger und aktueller machen soll.

Apotheker Medikationsplan HV

Der TI-Atlas erscheint jährlich und gibt bereits zum sechsten Mal einen Überblick über den Stand der Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen. Für die nach Angaben der gematik größte Studie ihrer Art wurden rund 5.000 Einrichtungen sowie 1.400 Versicherte befragt. Untersucht werden Nutzung, Akzeptanz und Nutzen digitaler Anwendungen sowie die Stabilität der Telematikinfrastruktur.

Insgesamt zeichnet der TI-Atlas ein positives Bild. Anwendungen wie die elektronische Patientenakte (ePA), das E-Rezept und der Kommunikationsdienst KIM gehören inzwischen in drei Vierteln der Einrichtungen zum Versorgungsalltag. Mehr als zwei Drittel der Arzt- und Zahnarztpraxen sowie Krankenhäuser berichten von einem verbesserten Austausch von Gesundheitsdaten. Drei Viertel der Arztpraxen und Apotheken erwarten zudem, dass die Telematikinfrastruktur die medizinische Versorgung verbessert. Das sind mehr als zehn Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

ePA gewinnt in Apotheken an Akzeptanz

Die ePA etabliert sich nach den Ergebnissen des TI-Atlas 2026 zunehmend im Gesundheitswesen. Unter den befragten Apotheken nutzen derzeit 17 % die ePA regelmäßig. Die Zufriedenheit mit der Anwendung ist gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen und liegt inzwischen bei 84 %. Nach Angaben der gematik berichten rund zwei Drittel der medizinischen Einrichtungen und Apotheken, dass Patienteninformationen durch die ePA schneller verfügbar sind. Drei Viertel der Arztpraxen und Krankenhäuser geben außerdem an, dass sie Patienten dank der ePA bereits beim Erstkontakt besser behandeln konnten.

Auch die Versicherten stehen der ePA überwiegend positiv gegenüber. Von denjenigen, die die ePA kennen, halten 90 % sie für sinnvoll. Rund 80 % befürworten, dass behandelnde Einrichtungen auf wichtige Gesundheitsdaten zugreifen können.

Medikationsliste hilft, Risiken zu erkennen

Besonders deutlich zeigt sich der Nutzen aus Sicht der Apotheken bei der Arzneimitteltherapiesicherheit. Von den Apotheken, die die ePA regelmäßig einsetzen, gaben 94 % an, mithilfe der elektronischen Medikationsliste (eML) bereits mindestens einmal Risiken für Patienten erkannt zu haben.

92 % der regelmäßigen Nutzer berichten zudem, dass wichtige Patienteninformationen schneller verfügbar sind. Fast neun von zehn Apotheken geben außerdem an, dass Gesundheits- und Medikationsdaten durch die ePA umfassender vorliegen. Die ePA unterstützt damit nach Einschätzung der Befragten sowohl die Arzneimitteltherapiesicherheit als auch die Versorgung.

Elektronischer Medikationsplan soll Versorgung verbessern

Der elektronische Medikationsplan (eMP) soll die eML zu einer umfassenderen digitalen Medikationsübersicht weiterentwickeln. Mehr als die Hälfte der befragten Apotheken, Pflegeeinrichtungen und Zahnarztpraxen bewertet den eMP als wichtigstes Digitalisierungsvorhaben.

Zwei Drittel der Arztpraxen berichten derzeit über Probleme durch fehlende Medikationspläne oder den hohen Aufwand beim Aktualisieren und Übernehmen bestehender Pläne. Ähnliche Schwierigkeiten nennen auch Apotheken und Pflegeeinrichtungen. Entsprechend erwarten rund zwei Drittel der Einrichtungen, dass der eMP die Vollständigkeit und Aktualität der Medikationsinformationen verbessert. Nach Einschätzung der ABDA könnte dies auch die Nutzung der ePA in Apotheken weiter steigern. Viele Leistungserbringer wünschen sich darüber hinaus zusätzliche Funktionen für die ePA. Rund 90 % sprechen sich für eine Volltextsuche aus.

TI-Gateway sorgt für mehr Stabilität

Erstmals untersucht der TI-Atlas auch das TI-Gateway als neue Anschlussmöglichkeit an die Telematikinfrastruktur (TI). Drei Viertel der Apotheken sowie mehr als zwei Drittel der Arztpraxen und Krankenhäuser bewerten die TI inzwischen als stabil. Ein Drittel der Einrichtungen, die bereits auf das TI-Gateway umgestellt haben, berichtet von einer höheren Stabilität der Verbindung und schnelleren Reaktionszeiten. Probleme träten nach der Umstellung nur noch vereinzelt auf.

Gematik-Geschäftsführer Dr. Florian Hartge sieht die Digitalisierung inzwischen fest im Versorgungsalltag verankert. Die ePA, der digitale Medikationsprozess mit dem eMP und eine stabile technische Infrastruktur bildeten wichtige Bausteine für eine stärker vernetzte Versorgung. Auch E-Rezept und KIM seien aus dem Versorgungsalltag nicht mehr wegzudenken und zeigten, wie selbstverständlich digitale Prozesse inzwischen geworden seien.

Autor:
Stand:
21.07.2026
Quelle:
  1. ABDA: Pressemitteilung, 10.07.2026.
  2. gematik GmbH: Pressemitteilung, 10.07.2026.
  3. gematik GmbH: TI-Atlas 2026, 10.07.2026.
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