Die Apotheken stehen vor einer bedeutenden Veränderung: dem Wegfall des Präqualifizierungsverfahrens bei apothekenüblichen Hilfsmitteln. Nach intensiven Verhandlungen zwischen dem Deutschen Apothekerverband (DAV) und dem GKV-Spitzenverband haben sich beide Parteien auf eine Lösung geeinigt.
Hintergrund zum Präqualifizierungsverfahren
Das Präqualifizierungsverfahren sollte die Qualität und Sicherheit von Hilfsmitteln, die in Apotheken angeboten werden, gewährleisten. Es führte jedoch zu erhöhtem bürokratischem Aufwand und wurde von vielen Apotheken als Belastung empfunden, zumal in einigen Fällen die Qualität der Leistungserbringung bereits durch andere regulatorische Maßnahmen sichergestellt wird.
Gegenstand der Verhandlungen
Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) forderte die Abschaffung der Präqualifizierung zur Abgabe von Hilfsmitteln daher schon seit längerer Zeit. Die Umsetzung ab dem 27. Januar 2024 wurde schließlich mit dem Arzneimittel-Lieferengpassbekämpfungs- und Versorgungsverbesserungsgesetzes (ALBVVG) beschlossen, das bereits im Juli 2023 in Kraft getreten ist. Zu jenem Zeitpunkt war allerdings unter anderem noch offen, welche Hilfsmittel genau als „apothekenüblich“ gelten. Der DAV und der GKV-Spitzenverband sollten daher bis zum Inkrafttreten der Regelung eben dies klären.
DAV und GKV-Spitzenverband erzielen Einigung
„Wir freuen uns sehr, dass wir noch vor Ablauf der Verhandlungsfrist und ohne Einbeziehung der Schiedsstelle eine wirklich gute Lösung für die Apotheken aushandeln konnten. Dies ist ein Erfolg der Selbstverwaltung“, so der DAV-Vorsitzende Dr. Hans-Peter Hubmann. Er weist jedoch darauf hin, dass die Gremien des DAV und GKV-Spitzenverbandes das Ergebnis noch bestätigen müssten. Zuvor könnten Details der Verhandlungslösung noch nicht bekannt gegeben werden. „Anfang Februar dürfte dann aber Klarheit da sein“, prognostiziert Hubmann.
ABDA will sich weiter für Forderungen der Apothekerschaft einsetzen
Auch die ABDA-Präsidentin, Gabriele Regina Overwiening, zeigt sich zwar erfreut über das Ergebnis, bleibt jedoch kritisch in Bezug auf die Gesamtsituation der Apotheken: „Durch den längst überfälligen Wegfall der Präqualifizierung haben die Apotheken nun wenigstens ein Ärgernis weniger. Und in den kommenden Monaten werden wir in der ABDA weiter für unseren Berufsstand kämpfen.“ Das bezieht Overwiening zum einen auf die Forderung nach einem Inflationsausgleich und einer Honoraranpassung sowie zum anderen auf die Pläne des Bundesgesundheitsministeriums zu einer Strukturreform im Apothekenwesen.








