RKI-Studie bestätigt: Corona-Maßnahmen waren wirksam

Die in Deutschland viel diskutierten Corona-Maßnahmen waren effektiv, heißt es in einem Bericht des Robert Koch-Instituts. Demnach halfen Maskenpflicht, Impfungen und Kontaktbeschränkungen wesentlich bei der Pandemiebekämpfung.

Ansteckung

Hintergrund

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie wurden hierzulande viel und heftig diskutiert. Eine aktuelle Studie des Robert Koch-Instituts (RKI) belegt nun die Wirksamkeit von Masken, Impfungen und Kontaktbeschränkungen bei der Pandemiebekämpfung. Speziell die Kombination unterschiedlicher Maßnahmen war entscheidend dafür, dass sich das Coronavirus in Deutschland weniger stark ausbreiten konnte, heißt es in einem am Donnerstag (20.07.) veröffentlichten Bericht [1].

StopptCOVID-Studie untersucht Effekt der Corona-Maßnahmen

Die "StopptCOVID-Studie" untersuchte, inwiefern Corona-Maßnahmen einen Anstieg der Covid-19-Inzidenz bremsen konnten. Hierfür werteten die Forschenden mehr als 20 nicht pharmazeutische antipandemische Interventionen (NPI) aus, die hierzulande zwischen März 2020 und August 2021 galten – darunter Maskenpflicht, Schulschließungen und Abstandsregelungen.

Die Analyse basiert auf Daten der Landkreise, die vom Bonner Institut für angewandte Sozialwissenschaft (infas) im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) erfasst wurden. Die Auswirkungen der Maßnahmen auf das Infektionsgeschehen berechnete die Arbeitsgruppe anhand des R-Werts. Dieser gibt an, wie viele Menschen im Schnitt von einem Infizierten angesteckt werden.

Ergebnisse der Studie

Die NPI in Deutschland waren wirksam, so das Ergebnis der Studie. Je schärfer die Maßnahmen waren, desto stärker sank der R-Wert. Eine Maßnahme verringerte die Ansteckungsquote besonders deutlich: Die Kontakt- und Versammlungsbeschränkungen für Privatpersonen im öffentlichen Raum senkten den R-Wert um etwa 20–30%, so die Expertenschätzung.

Interessant war, dass die Infektionszahlen im Beobachtungszeitraum noch vor der Umsetzung einer neuen Verordnung zurückgingen. „Das heißt, die Maßnahmen wirkten, bevor sie überhaupt in Kraft traten“, erklärte ein RKI-Experte. Die wahrscheinlichste Erklärung hierfür sei, dass Menschen schon vor Verordnung einer neuen Einschränkung ihre Verhaltensweisen angepasst hätten.

Kombinierte Strategien effektiver im Kampf gegen Covid-19

Die Forschenden können anhand der Daten und Analysen nicht genau feststellen, wie sich einzelne Verordnungen unabhängig voneinander ausgewirkt haben oder ob bestimmte Einschränkungen nutzlos waren. Es hätte sich aber gezeigt, dass eine Kombination von Maßnahmen in unterschiedlichen Bereichen die stärksten Effekte im Kampf gegen SARS-CoV-2 und Covid-19 erzielten.

Zudem führte eine hohe Impfquote zu einem deutlich reduzierten R-Wert, was sich besonders in der älteren Bevölkerung in einer schwächeren dritten Covid-19-Welle zeigte.

Fazit: NPI-Strategien effektiv, künftig psychische Gesundheit mehr einbeziehen

„Die in unserer Studie betrachteten NPI trugen wesentlich zur Bekämpfung der Pandemie bei und verhinderten in der Zeit bis zur Entwicklung wirksamer Impfstoffe eine deutliche Überlastung des Gesundheitssystems“, lautet das abschließende Urteil der Forschenden.

Bei zukünftigen Pandemien und potenziell notwendigen Interventionen sollten jedoch unbeabsichtigte Auswirkungen auf die körperliche und psychische Gesundheit der Menschen, das gesellschaftliche Zusammenleben und die wirtschaftliche Entwicklung stärker im Fokus stehen. So müssten auch negative Folgen von NPI – und deren Abmilderung – bei der Pandemieplanung berücksichtigt werden.

Autor:
Stand:
24.07.2023
Quelle:

Robert Koch-Institut (RKI), StopptCOVID-Studie, 20. Juli 2023.

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