Rauchen verschlechtert Krankheitslast bei Akne inversa

In einer dänischen Kohortenstudie wiesen Raucher mit Akne inversa stärkere Krankheitsaktivität, eine geringere Lebensqualität und ein schwächeres Ansprechen auf Tetrazykline auf.

Patient Rauchstopp

Akne inversa beziehungsweise Hidradenitis suppurativa (HS) ist häufig mit Begleiterkrankungen und modifizierbaren Risikofaktoren verknüpft. Rauchen gilt seit Langem als wichtiger Einflussfaktor für HS. Unklar war bislang jedoch, wie stark der Nikotinkonsum Krankheitslast, Lebensqualität und Therapieansprechen beeinflusst.

Vor diesem Hintergrund analysierte ein Forschungsteam des Bispebjerg University Hospital in Kopenhagen den Zusammenhang zwischen Rauchverhalten, Krankheitsausprägung und Behandlungserfolg bei HS. Die im 'Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology' veröffentlichte Studie basierte auf zwei prospektiven dänischen Kohorten.

Höhere Krankheitsaktivität bei aktiven Rauchern

Für die Analyse wurden Daten aus der Copenhagen Hidradenitis Suppurativa Cohort (HIS-COP) mit 787 Patienten sowie aus der Danish Skin Cohort (DSC) mit 419 Erwachsenen ausgewertet. In der HIS-COP-Kohorte lag der Anteil aktueller Raucher bei 53,9 %.

Nach Auswertung der Daten wiesen Raucher öfter schwere Krankheitsverläufe auf als Nichtraucher. Sie erreichten häufiger ein Hurley-Stadium III statt Stadium I und berichteten zudem über eine stärkere krankheitsbezogene Belastung sowie eine stärker eingeschränkte Lebensqualität. Auch die Werte im International Hidradenitis Suppurativa Severity Score System (IHS4) lagen bei Rauchern höher.

Drainierende Fistelgänge traten bei Rauchern ebenfalls häufiger auf als bei Nichtrauchern. Darüber hinaus waren mehr Packungsjahre und ein höherer täglicher Zigarettenkonsum zunächst mit höheren IHS4-Werten verbunden. Nach Adjustierung für Alter und Geschlecht blieb dieser Effekt jedoch nicht bestehen.

Geringeres Ansprechen auf Tetrazykline beobachtet

Der Einfluss des Rauchens spiegelte sich auch in den Therapieergebnissen unter systemischen Tetrazyklinen wider. So verbesserten sich Krankheitsaktivität, Lebensqualität und subjektive Krankheitsbelastung bei Rauchern weniger deutlich als bei Nichtrauchern. Entsprechend verringerte sich auch der IHS4 bei Rauchern weniger stark als bei Nichtrauchern (2,5 versus 4,7 Punkte; p < 0,001).

Dieses ungünstigere Therapieansprechen zeigte sich nicht nur unter Tetrazyklinen. Unabhängig von der jeweiligen Therapie profitierten Raucher insgesamt seltener deutlich von der Behandlung. Gleichzeitig berichteten sie häufiger über Nebenwirkungen.

Änderungen des Rauchverhaltens beeinflussen Krankheitsverlauf

In der Danish Skin Cohort untersuchten die Autoren zusätzlich Veränderungen des Rauchverhaltens über zwölf Monate. Patienten, die mit dem Rauchen begonnen oder aufgehört hatten, berichteten tendenziell über höhere Krankheitsaktivitäten. Die Datenbasis sei jedoch begrenzt gewesen, weshalb die Autoren die Ergebnisse als explorativ einordneten.

Rauchen bleibt relevanter Faktor für Krankheitslast und Therapieerfolg

Die Ergebnisse liefern weitere Hinweise darauf, dass Rauchen bei Akne inversa mit schwereren Krankheitsverläufen, einer höheren krankheitsbezogenen Belastung und ungünstigeren Therapieergebnissen verbunden sein kann. Deshalb sehen die Autoren die Raucherentwöhnung weiterhin als wichtigen Bestandteil der klinischen Betreuung bei HS.

Autor:
Stand:
01.06.2026
Quelle:

Poulsen, A. H. et al. (2026): Impact of smoking on disease severity and treatment outcomes in hidradenitis suppurativa. Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology, DOI: 10.1111/jdv.70344.

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