Die atopische Dermatitis ist eine chronisch entzündliche Hauterkrankung, die durch Juckreiz und ekzematöse Läsionen charakterisiert ist. Sie beeinträchtigt erheblich die Lebensqualität der Betroffenen. Als Teil des allergischen Erkrankungskreises ist sie zudem häufig mit Lebensmittelallergien und allergischer Rhinitis assoziiert. Einige Patienten entwickeln einen atopischen Marsch, der häufig in einem Asthma bronchiale mündet.
Phänotyp der atopischen Dermatitis könnte Risiko für weitere allergische Erkrankungen bestimmen
Die Phänotypen der atopischen Dermatitis könnten entscheidend für die Risikoabschätzung der Entwicklung weiterer allergischer Erkrankungen sein. Mit dieser Fragestellung befasste sich eine aktuelle Kohortenstudie. Sie analysierte die Daten von 5.314 Kindern in neun Kohorten (1980–2019). Die Prävalenz der atopischen Dermatitis reichte von 24,1 % (540 Kinder) bis zu 28,4 % (1.156 Kinder).
Fünf Phänotypen der atopischen Dermatitis
Die Wissenschaftler identifizierten fünf Phänotypen der atopischen Dermatitis: die transiente frühe atopische Dermatitis, frühe atopische Dermatitis mit potentiellem Rezidiv, spät-einsetzende atopische Dermatitis, persistierende atopische Dermatitis und die minimal bzw. keine atopische Dermatitis.
Hautfarbe und Geschlecht beeinflussen das Risiko für atopische Dermatitis
Zudem identifizierten die Forscher verschiedene Risikofaktoren für die Entwicklung einer atopischen Dermatitis. So zeigten schwarze Kinder im Vergleich zu Kindern mit weißer Hautfarbe ein erhöhtes Risiko. Mädchen hatten ein geringeres Risiko, eine persistierende atopische Dermatitis oder eine frühe Form mit potentiellem Rezidiv zu entwickeln.
Protektive Faktoren und Risikofaktoren für atopische Dermatitis
Die Exposition zu Hunden oder Katzen im frühen Lebensalter war mit einem geringeren Risiko für eine persistierende atopische Dermatitis assoziiert, während die frühe Nutzung von Antibiotika zu einem erhöhten Risiko führte. Hierbei ist zu bedenken, dass die Forscher nicht den Grund für die Antibiotikagabe erfasst hatten. Ein ebenfalls erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer frühen atopischen Dermatitis haben Kinder, deren Eltern bereits an Asthma leiden.
Bestimmte Phänotypen sind mit verschiedenen allergischen Erkrankungen assoziiert
Der Zeitpunkt des Auftretens der atopischen Dermatitis korrelierte mit der Entwicklung weiterer allergischer Erkrankungen. Dies spricht laut den Studienautoren dafür, dass die Hautbarriere auch eine wichtige Rolle bei der Entwicklung solcher Erkrankungen spielen könnte. So zeigte die Analyse, dass Kinder mit früher atopischer Dermatitis ein höheres Risiko haben, eine Lebensmittelallergie zu bekommen, wohingegen ein späteres Einsetzen der atopischen Dermatitis eher mit einer allergischen Rhinitis assoziiert war. Bezüglich Asthma bronchiale stellten alle Phänotypen der atopischen Dermatitis einen Risikofaktor dar. Diese Studienerkenntnisse könnten künftig die Identifikation besonders gefährdeter Kindergruppen ermöglichen und eröffnen dadurch Potenziale für präventive Strategien entsprechend dem Phänotyp.









