In weiten Kreisen der Bevölkerung hat es sich herumgesprochen: UV-Licht verursacht Hautkrebs. Und das ist auch amtlich, denn die künstliche UV-Strahlung von Solarien bzw. Sonnenbänke ist seit 2009 als Karzinogen der ersten Gruppe von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) eingestuft worden. Die Aufklärung über die Gefahren von zu viel Sonne hat auch Erfolge gezeigt, denn die Nutzung von Solarien ist in den letzten Jahren um mehr als die Hälfte gesunken. Trotz der intensiven Präventionskampagnen nutzen jedoch weiterhin viele Menschen Sonnenbänke.
Epidemiologische Studie zur Solariennutzung
Um diese Personenkreise zu identifizieren und gezielt zu warnen, haben Dermatologen der Universität Erlangen zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention e.V. eine epidemiologische Studie aufgelegt. Dazu wurden die Daten von 28.000 Personen aus Deutschland, die vom National Cancer Aid Monitoring (NCAM) der Jahre 2015 bis 2022 stammen, ausgewertet. Dabei wurden die Prävalenz der Solariennutzung quantifiziert, sowie das Risikobewusstsein und die Gründe für die Nutzung analysiert.
Genereller Rückgang der Sonnenbank-Nutzung
Während die Prävalenz der Solariennutzung im Jahr 2012 bei 14,6% der Personen im Alter von 14 bis 45 Jahren lag, ging sie in dieser Altersgruppe bis 2020 auf 5,1% zurück. In der Altersgruppe der 16- bis 65-Jährigen nutzten 2020 noch 5,5% die Sonnenbänke, wobei sich diese Zahl danach nur geringfügig änderte. Solarien in Wellness-, Fitness- und Schönheitseinrichtungen werden zunehmend stärker aufgesucht, in den Bräunungsstudios hingegen ging die Besucherzahl zurück.
Hauptrisikogruppe: mittelalte berufstätige Raucherinnen
Frauen nutzten die künstlichen UV-Strahler um 41% häufiger als Männer. Bei Berufstätigen lag die Wahrscheinlichkeit für einen Besuch der Sonnenbank um 43% höher als bei Nicht-Berufstätigen, bei Westdeutschen um 40% höher als bei Ostdeutschen, und Menschen mit Migrationshintergrund sonnten sich um 35% häufiger als Einheimische. Bemerkenswert war, dass sich Personen mit mehr als 40 Muttermalen um 22% häufiger sonnten als Menschen mit weniger Nävi. Spitzenreiter der Solarien-Nutzer waren die aktiven und ehemaligen Raucher: Hier lag die Wahrscheinlichkeit für einen Solarienbesuch um 65% höher als bei Nichtrauchern.
Am wenigsten legten sich Personen der Altersgruppe von 56 bis 65 Jahren auf die Sonnenbank. Im Vergleich dazu war die Wahrscheinlichkeit einer Nutzung bei den 46- bis 55-Jährigen um 95%, bei den 36- bis 45-Jährigen um 73%, bei den 26- bis 35-Jährigen um 59% und bei den 16- bis 25-Jährigen um 49% höher.
Hauptgrund: Entspannen auf der Sonnenbank
Auf die Frage nach ihren Beweggründen für eine Solariennutzung gaben die Befragten am häufigsten an, dass sie sich entspannen (55,0%), attraktiver aussehen (54,3%) und sich für den Urlaub vorbräunen wollten (47,7%).
Nicht verwunderlich: die meisten der Sonnenbank-Nutzer waren sich der Risiken für vorzeitige Hautalterung und Hautkrebs nicht bewusst.
Gezielte Aufklärung
Dieses geringere Risikobewusstsein ist nach Ansicht der Autoren besorgniserregend. Dazu komme noch, dass die Solarien vornehmlich in Einrichtungen aufgesucht werden, die mit Gesundheit und Wohlbefinden in Verbindung gebracht werden. Die Erkenntnisse dieser Studie sollten daher dazu dienen, die gefährdeten Personenkreise (Raucher, mittleres Lebensalter etc.) gezielt zu informieren und entsprechend zugeschnittene Aufklärungskampagnen zu iniitieren.