Die atopische Dermatitis ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die sich meist im Kleinkindalter manifestiert und teilweise bis ins Erwachsenenalter persistiert. Insbesondere der ausgeprägte Juckreiz und damit einhergehenden Schlafstörungen stellen eine große Last für die Betroffenen dar. Die Neurodermitis wird anhand des Hautbefundes und der individuell empfundenen Belastung in verschiedene Schweregrade von mild bis schwer unterteilt.
Ein Modell zur Quantifizierung der ökonomischen Belastung
Das von Pierce et al. (2024) veröffentlichte Modell soll die ökonomischen Folgen von moderater bis schwerer Neurodermitis aufzeigen. Grundlage des Modells ist ein Vergleich zweier Gruppen von Menschen im Alter von 15 bis 64 Jahren, die an atopischer Dermatitis erkrankt sind. Eine Gruppe leidet unter moderatem bis schwerem Juckreiz und Schlafverlust, während die hypothetische Kontrollgruppe frei von solchen Symptomen ist. Erforderliche Informationen wurden anderer Datenbanken und Studien entnommen.
Das Modell berücksichtigt direkte Kosten durch die Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen und Therapien sowie indirekte Kosten durch Arbeitsunfähigkeit und verringerter Produktivität am Arbeitsplatz. Die wirtschaftliche Gesamtbelastung geht aus der Differenz der beiden Kohorten hervor. Berechnungen wurden für eine Fünfjahresperiode für die Jahre 2022 bis 2026 angestellt.
Was kostet der juckreizbedingte Schlafmangel bei Neurodermitis?
Den Berechnungen der Studie zufolge könnten im Zeitraum von 2022 bis 2026 insgesamt 821.142 Menschen in Großbritannien von juckreizbedingtem Schlafmangel durch moderate bis schwere Neurodermitis betroffen sein. In der Folge würde es zu jährlichen Kosten von insgesamt 3,8 Milliarden Pfund kommen. Aufgrund der Inflation medizinischer Kosten und Löhne sei laut Pierce et al. (2024) im Laufe der Jahre ein weiterer Anstieg der ökonomischen Last zu erwarten.
Der größte finanzielle Aspekt lag bei den indirekten Kosten durch Produktivitätsverlust und Arbeitsunfähigkeit. Darauffolgend waren Kosten für ärztliche Konsultationen, wohingegen Hospitalisierung und Medikamente nur einen geringen Anteil der wirtschaftlichen Belastung ausmachten.
Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen die erhebliche wirtschaftliche Belastung, die durch moderate und schwere atopische Dermatitis entsteht. Eine effektive Behandlung des Juckreizes, die die Lebensqualität verbessert und die Arbeitsfähigkeit erhält, erscheint daher sowohl ökonomisch als auch für die Betroffenen von entscheidender Bedeutung zu sein.









