Subklinische Synovitis bei Psoriasispatienten häufiger nachweisbar

Subklinische Synovitis tritt bei Psoriasis ohne muskuloskelettale Symptome signifikant häufiger auf als bei gesunden Kontrollen. Die Bildgebung zeigt erhöhte Nachweisraten einer subklinischen Gelenkbeteiligung, insbesondere im MRT.

Rücken-Arzt-Erklären-Wirbelsäule-Modell

Psoriasis betrifft weltweit bis zu 3 % der Bevölkerung. Etwa 30 % der Patienten entwickeln im Verlauf eine Psoriasisarthritis (PsA). Die Übergangsphase von der kutanen Erkrankung hin zur Gelenkbeteiligung ist bislang unzureichend charakterisiert. Subklinische Synovitis gilt als mögliches Frühstadium und könnte Hinweise auf das Risiko einer PsA liefern.

Synovitisprävalenz bei Psoriasis ohne Gelenkbeteiligung untersucht

Eine Arbeitsgruppe von der University of Toronto, Kanada, analysierte im Rahmen einer systematischen Übersichtsarbeit mit Metaanalyse die Prävalenz von Synovitis bei Patienten mit Psoriasis ohne muskuloskelettale Beteiligung. Ziel war der Vergleich mit gesunden Kontrollen sowie Patienten mit manifester PsA. Die Ergebnisse wurden in 'JAMA Dermatology' publiziert, ein PROSPERO-Protokoll liegt vor (CRD42024571308).

Zwölf Studien mit mehr als 2.600 Patienten ausgewertet

Für die Untersuchung wurden systematisch Datenbanken (MEDLINE, Embase, Scopus, Web of Science) bis Oktober 2024 durchsucht. Eingeschlossen waren Studien, die Synovitis bei Psoriasispatienten ohne muskuloskelettale Beschwerden mittels Sonografie oder Magnetresonanztomografie (MRT) erfassten. Von 5.132 identifizierten Publikationen erfüllten zwölf die Einschlusskriterien. Insgesamt nahmen 2.606 Probanden teil: 1.593 mit Psoriasis, 327 mit PsA und 686 gesunde Kontrollen.

2,5-fach erhöhtes Risiko für Synovitis bei Psoriasispatienten

Bei Patienten mit Psoriasis ohne Gelenkbeteiligung trat Synovitis signifikant häufiger auf als bei gesunden Kontrollen. Das Risiko war rund 2,5-fach erhöht (Risikoverhältnis [RR] 2,55; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 1,18–5,52).

Höhere Nachweisrate von Synovitis im MRT

Die Nachweisraten hingen vom verwendeten Bildgebungsverfahren ab. Mit MRT zeigte sich eine deutlich stärkere Assoziation (RR 6,40; 95 %-KI 1,87–21,95) als mit Sonografie (RR 2,50; 95 %-KI 1,10–5,67).

Tendenziell erhöhte Synovitisprävalenz bei PsA

Bei Patienten mit Psoriasisarthritis wurde Synovitis häufiger festgestellt als bei Psoriasispatienten ohne Gelenkbeteiligung. Dieser Unterschied war jedoch statistisch nicht signifikant (RR 0,50; 95 %-KI 0,13–1,87).

Fazit: Subklinische Synovitis bei Psoriasis häufiger und durch MRT besonders gut nachweisbar

Die systematische Analyse zeigt, dass subklinische Synovitis bei Psoriasispatienten ohne muskuloskelettale Symptome signifikant häufiger vorkommt als bei gesunden Kontrollen. Bildgebende Verfahren, insbesondere die MRT, erwiesen sich als besonders sensitiv. Damit liefert die Arbeit einen wichtigen Beitrag zum Verständnis des Übergangs von kutaner Psoriasis zur PsA.

Autor:
Stand:
20.10.2025
Quelle:

Mehta, S. et al. (2025): Subclinical Synovitis Among Patients With Psoriasis Without Musculoskeletal Involvement. A Systematic Review and Meta-Analysis. JAMA Dermatology, DOI: 10.1001/jamadermatol.2025.2281.

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