Langfristiger Rauchstopp beugt Psoriasis vulgaris und palmoplantarer Pustulose vor

Ein Rauchstopp und die Aufrechterhaltung eines rauchfreien Zustands kann das Risiko für Psoriasis vulgaris und palmoplantarer Pustulose erheblich verringern.

Rauchen beenden

Psoriasis vulgaris (PsV) ist eine häufige, HLA-assoziierte, chronisch entzündliche Erkrankung der Haut, die auch das Binde- und Stützgewebe in Form der Psoriasis-Arthritis betreffen kann. Die palmoplantare Pustulose (PPP) ist eine lokalisierte Form der Psoriasis pustulosa, die sich auf Handflächen und Fußsohlen beschränkt.

Rauchen wurde sowohl bei Psoriasis vulgaris als auch bei palmoplantarer Pustulose als potenzieller Risikofaktor identifiziert. Die Auswirkungen einer Raucherentwöhnung auf die Entwicklung von Psoriasis sind jedoch nach wie vor unzureichend verstanden. Eine koreanische Forschungsgruppe veröffentlichte kürzlich im 'British Journal of Dermatology', dass Personen, die mit dem Rauchen aufhören, ein geringeres Risiko für Psoriasis, insbesondere PsV und PPP, haben als Dauerraucher. Die aktuell veröffentlichte Studie hat nun untersucht, wie lange ein Rauchstopp zur Prävention beider Krankheiten aufrechterhalten werden muss.

Umfangreiche Kohortenstudie zur Raucherentwöhnung und Psoriasis-Risiko

Die landesweite Kohortenstudie umfasste 5.784.973 Personen, die sich zwischen 2004 und 2005 sowie zwischen 2006 und 2007 zwei aufeinanderfolgenden zweijährigen Gesundheitsuntersuchungen unterzogen, basierend auf der Datenbank des Koreanischen National Health Insurance Service. Der Raucherstatus wurde während der Gesundheitsuntersuchungen anhand von selbst ausgefüllten Fragebögen erfasst. Die Teilnehmenden wurden je nach Veränderungen ihrer Rauchgewohnheiten zwischen den beiden Zeiträumen in vier Gruppen eingeteilt: Niemals-Raucher, dauerhafte Ex-Raucher, kontinuierliche Raucher und Personen in der Raucherentwöhnung (Rauchstopp-Gruppe). Die Nachbeobachtung begann am 1. Januar 2008 und dauerte bis zum frühesten Auftreten eines PsV- oder PPP-Ereignisses, dem Tod oder bis zum 31. Dezember 2021.

Zur Bestimmung, wie sich ein Rauchstopp im Zeitverlauf auf das Risiko für Psoriasis vulgaris und palmoplantare Pustulose auswirkt, kam eine erweiterte stratifizierte Cox-Regression zum Einsatz, die potenzielle Störfaktoren wie Alter, Geschlecht, Body-Mass-Index (BMI), Einkommen, körperliche Aktivität, Alkoholkonsum, systolischen Blutdruck, Nüchternglukose, Gesamtcholesterin und den Charlson-Komorbiditätsindex berücksichtigte. Der Beobachtungszeitraum war in fünf Intervalle von jeweils drei Jahren unterteilt, um die Hazard Ratios (HR) für jede Periode präzise schätzen zu können.

Unter den 52.306 Patienten mit Psoriasis vulgaris und 9.785 mit palmoplantarer Pustulose waren Männer häufiger betroffen (63,7% bzw. 58,6%). Das durchschnittliche Alter lag bei etwa 49 bzw. 47 Jahren, und der durchschnittliche BMI bei etwa 24.

Unterschiedliche Inzidenzverläufe von Psoriasis und Pustulose nach Rauchstopp

Die Kaplan-Meier-Kurven zeigten je nach Rauchstatus und Erkrankung (PsV und PPP) unterschiedliche Muster in der kumulativen Inzidenz. Über den gesamten Beobachtungszeitraum hinweg stieg die kumulative Inzidenz von Psoriasis vulgaris bei kontinuierlichen Rauchern schneller an als bei dauerhaften Ex-Rauchern oder Niemals-Rauchern. Auffällig war, dass die kumulative PsV-Inzidenz in der Rauchstopp-Gruppe für etwa sechs Jahre nach der Raucherentwöhnung leicht über der von kontinuierlichen Rauchern lag. Danach erreichten beide Gruppen ein ähnliches Niveau der kumulativen Inzidenz, das für etwa neun Jahre nach dem Rauchstopp anhielt. Anschließend verringerte sich der Anstieg der kumulativen Inzidenz auf ein Niveau, das dem der dauerhaften Ex-Raucher ähnelte.

Bei Patienten mit palmoplantarer Pustulose zeigte sich hingegen ein anderes Muster: Hier stieg die kumulative Inzidenz bei Rauchstopp-Teilnehmern von Beginn an deutlich langsamer an als bei kontinuierlichen Rauchern und näherte sich den Werten der dauerhaften Ex-Raucher an, was sich im Laufe der Zeit fortsetzte.

Einfluss der Raucherentwöhnung auf Psoriasis-Risiko

Basierend auf dem erweiterten stratifizierten Cox-Modell zeigte das Risiko für Psoriasis vulgaris und palmoplantarer Pustulose je nach Rauchgewohnheiten eine zeitabhängige Variation. Während der mittleren Beobachtungsperiode (vom Indexdatum bis zu neun Jahren) gab es keinen signifikanten Unterschied im PsV-Risiko zwischen der Rauchstopp-Gruppe und kontinuierlichen Rauchern. Nach der 9-Jahres-Marke bis zum Ende der Beobachtungszeit war jedoch bei den bei Rauchstopp-Teilnehmern eine deutliche Reduktion des PsV-Risikos im Vergleich zu kontinuierlichen Rauchern erkennbar.

Im Gegensatz dazu wies die Rauchstopp-Gruppe bereits ab der ersten Beobachtungsperiode ein signifikant geringeres Risiko für die Entwicklung einer palmoplantaren Pustulose auf als die kontinuierlichen Raucher. Dieses Muster setzte sich im Laufe der Zeit fort.

Langfristiger Nikotinverzicht entscheidend

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der zeitliche Einfluss des Rauchstopps auf die Krankheitsentwicklung je nach Psoriasis-Subtyp unterschiedlich ist, insbesondere bei Psoriasis vulgaris (PsV) und palmoplantarer Pustulose (PPP). Frühere Studien haben gezeigt, dass Personen, die weniger als zehn Jahre rauchten, ein Risiko für Psoriasis hatten, das dem von Nichtrauchern vergleichbar war, während Personen, die 30 Jahre oder länger rauchten, ein etwa doppelt so hohes Risiko im Vergleich zu Nichtrauchern aufwiesen. Dies unterstreicht den kumulativen Effekt des Nikotinkonsums auf die Psoriasis-Pathogenese, so die Forschenden.

Bemerkenswert ist vor allem die Bedeutung eines langanhaltenden Nikotinverzichts (etwa neun Jahre), um das Risiko für Psoriasis vulgaris zu senken. Die Befunde zur palmoplantaren Pustulose sind besonders eindrücklich. Deshalb ist es ratssam, so schnell wie möglich mit dem Rauchen aufzuhören, um einer PPP vorzubeugen, erklären die Studienautoren.

Einschränkungen der Studie

Die Studie weist einige Einschränkungen auf, insbesondere die Nichtberücksichtigung potenzieller Störfaktoren wie die Verwendung von E-Zigaretten, andere Verhaltensfaktoren sowie begleitende Komorbiditäten, die ebenfalls Einfluss auf das Risiko für Psoriasis haben könnten.

Autor:
Stand:
20.08.2024
Quelle:
  1. Kim, S. R. et al. (2024): Effect of smoking cessation on psoriasis vulgaris, palmoplantar pustulosis, and generalized pustular psoriasis. British Journal of Dermatology, DOI: 10.1093/bjd/ljae130.
  2. Kim, S. R. et al. (2024): Duration of smoking cessation for the prevention of psoriasis vulgaris and palmoplantar pustulosis. British Journal of Dermatology, DOI: 10.1093/bjd/ljae317.
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