Das Problem Binge-Watching
Durch das große Angebot an Streaming-Diensten und Entertainmentprogrammen werden immer mehr Menschen zum sogenannten Binge-Watching verleitet. Diese langen und ununterbrochenen Sitzphasen haben jedoch einen schlechten Einfluss auf den Stoffwechsel nach dem Essen, indem beispielsweise der postprandiale Glukoseabbau im Blut gehemmt wird. Der somit erhöhte Blutzuckerspiegel kann langfristig die Entwicklung kardiometabolischer Erkrankungen fördern. Zudem wird davon ausgegangen, dass abends die Insulinsensitivität im Vergleich zum Morgen verringert sei, was ebenfalls einen erhöhten Blutzuckerspiegel nach Mahlzeiten fördern könnte. Besonders verbreitet ist Binge-Watching am Abend unter Büroangestellten, Rentnern und Menschen mit Typ-2-Diabetes.
Studie zum Einfluss von Aktivitätspausen
Dieser Problematik hat sich im Jahr 2021 eine neuseeländische Forschungsgruppe gewidmet. Durch eine randomisierte Crossover-Studie sollte untersucht werden, ob regelmäßige Aktivitätspausen am Abend positiven Einfluss auf den Stoffwechsel haben.
Die Studie umfasste 30 Probanden mit unterschiedlichen Fitnessniveaus, die auf zwei Interventionsgruppen aufgeteilt wurden. Die erste Gruppe, die sogenannte Sitz-Gruppe, verbrachte vier Stunden am Stück im Sitzen, ohne sich zwischendurch zu bewegen. Die zweite Gruppe, die Aktiv-Gruppe, integrierte in diesen vier Stunden regelmäßige Aktivitätspausen: Alle 30 Minuten führten die Teilnehmer für drei Minuten verschiedene Widerstandsübungen durch. Dazu zählten Übungen wie Kniebeugen mit einem Stuhl, Wadenheben sowie Knieheben im Stehen mit zusätzlicher Bein- und Hüftstreckung.Die Intervention begann gegen 17 Uhr und die Teilnehmer bekamen jeweils zwei Mahlzeiten, eine zu Beginn und eine 120 Minuten danach. Währenddessen wurden Plasmaglukose-, Insulin- und Triglyzeridkonzentrationen im Blut gemessen.
Ergebnisse der Studie
Die Ergebnisse zeigten, dass regelmäßige Aktivitätspausen im Vergleich zum längeren Sitzen die Plasmaglukosewerte im Durchschnitt um 31,5% (95%-KI: -49,3 % bis -13,8 %) und die Insulinwerte um 26,6% (95%-KI: -39,6% bis -9,9%) senkten. Der Body-Mass-Index (BMI) der Teilnehmer hatte keinen signifikanten Einfluss auf die Ergebnisse, was darauf hindeutet, dass diese Methode unabhängig vom Körpergewicht der Personen wirksam ist. Ebenfalls konnte kein signifikanter Einfluss auf die Triglyzeridkonzentrationen ermittelt werden.
Schlussfolgerung
Die Ergebnisse legen nahe, dass die Implementierung kurzer Aktivitätspausen in den täglichen Ablauf eine unkomplizierte und dennoch effektive Maßnahme darstellt, um die kardiometabolische Gesundheit zu verbessern. Diese Methode scheint dabei unabhängig vom Körpergewicht der betroffenen Personen wirksam zu sein.






