Brustkrebsmonat Oktober: Früherkennung und zertifizierte Versorgung verbessern Überlebenschancen

Der Brustkrebsmonat 2025 lenkt den Blick auf Fortschritte in der Prävention und Versorgung: Aktuelle Studien zeigen den nachhaltigen Nutzen des Mammographie-Screenings und die hohe Ergebnisqualität zertifizierter Brustkrebszentren in Deutschland.

Brustkrebs aeltere Frau

Mit rund 70.000 Neuerkrankungen pro Jahr bleibt Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Etwa jede achte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Trotz erheblicher Fortschritte in Diagnostik und Therapie versterben jährlich rund 18.500 Frauen an einem Mammakarzinom. Prävention, Früherkennung und eine qualitätsgesicherte, interdisziplinäre Behandlung sind daher die entscheidenden Säulen einer erfolgreichen Bekämpfungsstrategie.

Der Brustkrebsmonat Oktober bietet jährlich die Gelegenheit, auf die Bedeutung evidenzbasierter Vorsorgeprogramme, moderner Therapiekonzepte und patientinnenorientierter Versorgungsstrukturen hinzuweisen. Aktuelle Studiendaten belegen, dass die Kombination aus systematischer Früherkennung und zertifizierter Behandlungsqualität signifikante Überlebensvorteile bietet.

Mammographie-Screening senkt Brustkrebssterblichkeit um bis zu 30 %

Das bundesweite Mammographie-Screening-Programm wurde vor 20 Jahren eingeführt, um Brustkrebs frühzeitig zu erkennen und die Sterblichkeit zu senken. Eine vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) koordinierte und von der Universität Münster durchgeführte Evaluation (2009–2018) belegt nun den nachhaltigen Erfolg des Programms: Unter den Teilnehmerinnen sank die Brustkrebssterblichkeit um 20 bis 30 %.

Die Untersuchung nutzte sowohl bevölkerungsbasierte Daten aus Nordrhein-Westfalen als auch kassenbasierte Routinedaten mehrerer gesetzlicher Krankenkassen. Beide Ansätze ergaben übereinstimmend, dass eine frühzeitige Diagnose durch das Screening die Heilungschancen signifikant erhöht. Der Nutzen überwiegt das geringe Strahlenrisiko deutlich und bestätigt die hohe sicherheitstechnische sowie medizinische Qualität des Programms.

Trotzdem nimmt bislang nur etwa die Hälfte der anspruchsberechtigten Frauen das Angebot wahr. Die Studienautorinnen und -autoren betonen daher die Notwendigkeit, die Teilnahmequote zu erhöhen, um die Brustkrebssterblichkeit langfristig weiter zu senken.

Zertifizierte Brustkrebszentren bieten signifikante Überlebensvorteile

Neben der Früherkennung spielt die Behandlungsqualität eine zentrale Rolle für den Therapieerfolg. Die im Rahmen des Innovationsfonds geförderte WiZen-Studie („Wirksamkeit der Versorgung in onkologischen Zentren“) analysierte den Einfluss der Zertifizierung auf die Überlebensraten von Krebspatienten in Deutschland.

Anhand von Daten der gesetzlichen Krankenversicherung und klinischer Krebsregister zeigte die Studie für elf Tumorentitäten – darunter das Mammakarzinom – einheitlich Überlebensvorteile für Patientinnen, die in von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifizierten Zentren behandelt wurden. Nach risikoadjustierter Modellierung waren die Hazard Ratios über nahezu alle Krebsarten hinweg signifikant kleiner als 1. Für das Mammakarzinom zeigte sich ein klarer statistisch signifikanter Vorteil der Zentrumsbehandlung.

Zertifizierte Brustkrebszentren erfüllen definierte Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualitätskriterien gemäß dem Nationalen Krebsplan und gewährleisten eine leitliniengerechte, interdisziplinäre Versorgung. Die WiZen-Daten zeigen erstmals in großem Maßstab, dass die Zertifizierung nicht nur formale Qualitätskriterien erfüllt, sondern sich unmittelbar in einer verbesserten Überlebensrate der Patientinnen widerspiegelt.

Ganzheitliche Versorgung und partizipative Forschung als Zukunftsaufgabe

Die aktuellen Ergebnisse verdeutlichen, dass qualitätsgesicherte Strukturen und eine flächendeckende Inanspruchnahme der Früherkennung entscheidend zur Senkung der Brustkrebssterblichkeit beitragen. Zugleich gewinnen personalisierte Therapieansätze, molekulare Diagnostik und Künstliche Intelligenz zunehmend an Bedeutung.

Eine umfassende Versorgung umfasst dabei nicht nur chirurgische und onkologische Expertise, sondern auch psychoonkologische Begleitung und partizipative Entscheidungsprozesse. Der kontinuierliche Austausch zwischen Fachgesellschaften, Patientinnenvertretungen und Forschungseinrichtungen ist essenziell, um die Versorgung weiter zu personalisieren und evidenzbasiert zu optimieren.

Die Ergebnisse der Mammographie- und WiZen-Studien liefern hierfür eine solide Grundlage: Sie belegen, dass strukturierte Qualitätssicherung Leben rettet – durch frühzeitige Diagnose und kompetente interdisziplinäre Behandlung.

Fazit

Die neuen Studiendaten zeigen, dass sich konsequente Früherkennung und zertifizierte Behandlungseinrichtungen unmittelbar auf die Überlebensraten auswirken. Entscheidend für die Zukunft bleibt, diese Erkenntnisse in der Fläche umzusetzen – durch Aufklärung, politische Unterstützung und den weiteren Ausbau qualitätsgesicherter Brustkrebszentren.

Autor:
Stand:
29.10.2025
Quelle:

Dieser Artikel wurde unter Zuhilfenahme Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt und anschließend redaktionell geprüft und freigegeben. Zur Gewährleistung inhaltlicher Richtigkeit und Aktualität wurden die angegebenen Quellen berücksichtigt.

  1. Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). (2025). Evaluation der Brustkrebsmortalität im deutschen Mammographie-Screening-Programm. Bundesministerium für Gesundheit und Bundesumweltministerium, Berlin.
  2. Schoffer, O., Klinkhammer-Schalke, M., & Schmitt, J. (2022). Überlebensvorteile bei Behandlung in zertifizierten Krebszentren. Gesundheitsökonomie und Qualitätsmanagement (GGW), 22(4), 7–15.
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