Bei Endometriose siedelt sich Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter an. Sie rangiert nach Myomen als die zweithäufigste Erkrankung in ihrem Fachgebiet. Die Erkrankung wird mit verschiedenen Symptomen in Verbindung gebracht, darunter Unfruchtbarkeit, Dysmenorrhoe und verschiedensten chronischen Schmerzen. Obwohl Endometriose-Herde gutartig sind, können sie in umliegendes Gewebe einwachsen und dort zu dauerhaften Organschäden führen. [1].
Mögliche Therapie: Operation
Chirurgische Eingriffe, einschließlich fruchtbarkeitserhaltender Operationen und Hysterektomie, sind eine mögliche Behandlungsoption bei Endometriose. Mögliche Indikationen umfassen anhaltende Schmerzen, unerwünschte Wirkungen einer Hormontherapie, der Versuch, schwanger zu werden, oder auch die Entscheidung der Patientin. Jedoch führen auch Operationen nicht immer zur vollständigen Beschwerdefreiheit. So liegt die Reoperationsrate nach einer konservativen, fruchtbarkeitserhaltenden Operation innerhalb von 5 Jahren bei bis zu 50%.
Zentrale Schmerz-Sensitivierung
Die zentrale Sensitivierung spielt eine wichtige Rolle im Verständnis der Schmerzmechanismen bei Endometriose. Selbst nach einer Hysterektomie können Patientinnen weiterhin unter wiederkehrenden Schmerzen leiden, was auf die Möglichkeit hinweist, dass Schmerzmechanismen über die Endometriose-Herde hinaus eine Rolle spielen.
Die zentrale Sensitivierung, die zunehmend als ein Schlüsselelement in der Pathogenese von Endometriose-assoziierten Schmerzen anerkannt wird, ist durch eine anhaltende Übererregbarkeit des zentralen nozizeptiven Systems charakterisiert. Diese Übererregbarkeit kann die Schmerzwahrnehmung verstärken und aufrechterhalten, selbst nachdem das endometriotische Gewebe medizinisch oder chirurgisch behandelt wurde.
Studie untersucht den Zusammenhang zwischen Schmerzempfindlichkeit und Therapieerfolg
Der Fragebogen zur zentralen Sensitivierung (Central Sensitization Inventory, CSI) ist ein validierter Fragebogen zur Bewertung des Schweregrads der Symptome und zur Identifizierung von Personen mit zentralen Sensibilitätssyndromen. Eine prospektive, longitudinale Kohortenstudie untersuchte nun, ob höhere Ausgangswerte des CSI mit postoperativen Schmerzergebnissen bei Endometriose-Patientinnen korrelierten. An der Studie nahmen 239 Patientinnen im Alter zwischen 18 und 50 Jahren teil, bei denen entweder der Verdacht auf Endometriose bestand oder die bereits diagnostiziert wurden. Alle Teilnehmerinnen unterzogen sich einer entsprechenden Operation. [2].
Ergebnisse der Studie
Der primäre Endpunkt war das Auftreten von chronischen Beckenschmerzen, während sekundäre Endpunkte tiefe Dyspareunie, Dysmenorrhoe, Dyschezie und Rückenschmerzen bei der Nachuntersuchung umfassten. Die wichtigste Variable war der CSI-Ausgangswert und die durchschnittliche Nachbeobachtungszeit betrug 16,1 Monate.
Die Studienergebnisse zeigten, dass höhere CSI-Ausgangswerte signifikant mit schwereren chronischen Beckenschmerzen, tiefer Dyspareunie, Dyschezia, Dysmenorrhoe und Rückenschmerzen bei der Nachuntersuchung verbunden waren.
Des Weiteren zeigten Patientinnen mit höheren CSI-Werten im Durchschnitt zwar eine Verbesserung ihre Symptome, diese fiel jedoch geringer aus als bei Patientinnen mit niedrigeren CSI-Werten. Das Stadium der Endometriose war jedoch nicht signifikant mit dem Grad der Symptome bei der Nachuntersuchung verbunden.
Aufgrund dieser Erkenntnisse empfehlen die Autoren der Studie abschließend, den Fragebogen zur zentralen Sensitivierung zur Beratung von Patientinnen mit Endometriose bezüglich der zu erwartenden Ergebnisse nach einer Operation zu verwenden.
Dies soll dazu dienen, realistische Erwartungen bezüglich der Ergebnisse nach einer Operation zu setzen. Der CSI könnte somit ein nützliches Werkzeug sein, um individuelle Behandlungspläne zu gestalten und Patientinnen angemessen über die möglichen Ergebnisse und den Verlauf nach einer chirurgischen Intervention zu informieren.











