Erweiterte Altersgrenze im Mammographie-Screening-Programm

Die Anhebung der Altersgrenze im bundesweiten Mammographie-Screening-Programm auf 75 Jahre ab Juli 2024 markiert einen entscheidenden Fortschritt in der Brustkrebs-Früherkennung. Diese Erweiterung, begrüßt von Fachverbänden und Experten, ermöglicht es Millionen zusätzlicher Frauen, von präventiven Screening-Maßnahmen zu profitieren. Die Integration der neuen Altersgruppe und die damit verbundenen Anpassungen im Einladungsverfahren und in den Screening-Einheiten sind zentrale Elemente zur Sicherstellung der Effektivität des erweiterten Programms.

Mammographie-Screening

Das Mammographie-Screening-Programm zur Früherkennung von Brustkrebs wird ab dem 1. Juli 2024 auf Frauen im Alter von 70 bis 75 Jahren ausgeweitet. Die Ausweitung steht jedoch unter Vorbehalt der rechtlichen Prüfung durch das Bundesministerium für Gesundheit und der strahlenschutzrechtlichen Zulassung durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz.

Frauen ab 70 Jahren werden voraussichtlich ab 2026 automatische Einladungen erhalten, bis dahin können sie sich selbst für Termine anmelden. Die Ausweitung des Programms erfordert umfangreiche Vorbereitungen und Anpassungen, einschließlich softwaregestützter Prozesse für die Dokumentation der Untersuchungen.

Die Vor- und Nachteile des Screenings sind sorgfältig abzuwägen, wobei der Nutzen in Form von besseren Heilungschancen und weniger belastenden Therapieoptionen bei frühzeitiger Erkennung gegenüber den potenziellen Schäden durch falsche Befunde und Überdiagnosen überwiegt. Der G-BA bietet ab dem 1. Januar 2024 Informationsbroschüren an, um Frauen über die erweiterte Teilnahmemöglichkeit und die Option zur Selbstanmeldung zu informieren.

KBV und BVF begrüßen die Ausweitung

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Berufsverband der Frauenärzte e.V. (BVF) begrüßen die Anhebung der Altersgrenze im bundesweiten Mammographie-Screening-Programm auf 75 Jahre, die ab dem 1. Juli 2024 wirksam wird. Dr. Sibylle Steiner, KBV-Vorstandsmitglied, und Dr. Klaus Doubek, Präsident des BVF, betonen die Bedeutung dieser Erweiterung für die Früherkennung von Brustkrebs bei Frauen zwischen 70 und 75 Jahren.

Umsetzung und Voraussetzungen

Die Anhebung der Altersgrenze wurde durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) beschlossen und erfordert eine geänderte Brustkrebs-Früherkennungs-Verordnung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz. Diese Verordnung muss die strahlenschutzrechtliche Zulässigkeit der Röntgenmammographie zur Brustkrebsfrüherkennung bei Frauen bis zum Alter von 75 Jahren klären.

Integration der neuen Altersgruppe

Das Einladungsverfahren zum Mammographie-Screening wird angepasst, um die neue Altersgruppe zu integrieren. Eine Übergangsregelung ermöglicht Frauen zwischen 70 und 75 Jahren, sich selbst für das Screening anzumelden. Diese „Selbsteinladung“ erlaubt es, den Anspruch zu prüfen und ärztliche Termine zu vermitteln. Der G-BA stellt hierzu nähere Informationen und ein Infoblatt bereit, welches auch in Praxen ausliegen wird.

Auswirkungen der Altersanhebung

Mit der höheren Altersgrenze können rund 2,5 Millionen zusätzliche Frauen das Screening in Anspruch nehmen. Frauen, die bereits anspruchsberechtigt sind, haben die Möglichkeit, das Screening bis zu drei Mal häufiger wahrzunehmen. Der G-BA hat zudem die Entscheidungshilfe und das Einladungsschreiben angepasst, um Frauen über die verlängerte Teilnahmemöglichkeit zu informieren.

Flexibilisierung der Screening-Einheiten

Der G-BA hat die Vorgaben an die Screening-Einheiten flexibilisiert, sodass nun bis zu drei Ärztinnen oder Ärzte den Versorgungsauftrag übernehmen dürfen.

Hintergrund und Empfehlungen

Die Erweiterung der Altersgrenze basiert auf Empfehlungen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen und des Bundesamts für Strahlenschutz, in Übereinstimmung mit den aktuellen Empfehlungen der Europäischen Kommission und des Europäischen Rats.

Schlussfolgerung

Die Anhebung der Altersgrenze im Mammographie-Screening-Programm ist ein bedeutender Schritt in der Krebsfrüherkennung, der mehr Frauen Zugang zu präventiven Maßnahmen ermöglicht. Die Umsetzung der Neuerungen und die Integration der erweiterten Altersgruppe sind zentrale Aspekte, um die Effektivität des erweiterten Programms sicherzustellen.

Autor:
Stand:
27.09.2023
Quelle:
  1. G-BA-Informationen zum Mammographie-Screening 70plus​​​​, abgerufen am 27.09.23
  2. Pressemeldung der KBV vom 21.09.23
  3. Pressemeldung des Berufsverbandes der Frauenärzte vom 22.09.23
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