Hintergrund:
Mit den Wechseljahren legen viele Frauen an Gewicht zu. Das betrifft besonders Frauen nordeuropäischer Herkunft. Hier bilden eine genetische Veranlagung und ein westlicher Ernährungsstil eine unheilige Allianz, die zu Adipositas führt. Unter westlichem Ernährungsstil verstehen US-amerikanische Wissenschaftler vor allem eine kalorienreiche Kost mit viel rotem Fleisch, Frittiertem, Kuchen und anderen Süßigkeiten. Genauer wäre hier die Bezeichnung US-amerikanischer Ernährungsstil, denn in Westeuropa vor allem in den Mittelmeerländern herrschen völlig andere Ernährungsgewohnheiten. Zu dem US-amerikanischen Ernährungsgewohnheiten gehören auch viele Eier – nicht nur zum Frühstück.
Hühnereier – Schlüsselrolle beim BMI?
Nachdem sich in den 90er Jahren die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass der Verzehr von Eiern nicht die Hauptursache von Hypercholesterinämie ist, sind diese vitamin- und nährstoffreichen Produkte aus dem Blickfeld der Ernährungsforscher geraten. Dennoch steht der Verzehr von Hühnereiern und Übergewicht in Zusammenhang mit vielen chronischen Erkrankungen.
Zielsetzung:
Welche dies sind und welche Rolle dabei die genetische Veranlagung für einen erhöhten Body-Mass-Index (BMI) bei postmenopausalen Frauen spielen, wollte eine Arbeitsgruppe der Women's Health Initiative (WHI) herausfinden.
Design:
Für ihre prospektive Studie analysierten die Wissenschaftler Daten von 4.439 gesunden WHI-Teilnehmerinnen mit europäischer Abstammung.
Dabei wurde mittels eines Fragebogens erfasst, wieviel Eier und bzw. die in Hühnereiern reichlich enthaltenen Nährstoffe Cholesterin, Cholin und Betain verzehrt wurden. Diese Fragebögen wurden zu Studienbeginn sowie bei den Nachuntersuchungen nach 1, 3, 6 und 9 Jahren ausgefüllt und bewertet. Primärer Endpunkt war die Veränderung des Körpergewichts zwischen der Basisuntersuchung und jeder Nachuntersuchung. Darüber hinaus wurde in einer explorativen Analyse untersucht, wie der Verzehr westlicher Lebensmittel und die genetische Veranlagung für einen hohen BMI (bewertet anhand eines polygenen Scores) die Gewichtsveränderung beeinflussen.
Ergebnis:
Wenn der Eierverzehr steigt, steigt auch das Gewicht
Und tatsächlich: Ein erhöhter Eierkonsum ist mit einer Gewichtzunahme assoziiert. Ein positiver linearer Trend zeigte sich nach 1, 2, 3 und 6 Jahren. Im dritten Jahr nahmen Frauen, die zwei Eier pro Woche mehr als zuvor aßen, um 0,70 kg mehr zu (P = 0,0002) als Frauen, deren Eierkonsum um 2,4 Eier pro Woche gesunken war (P-linear < 0,0001).
Eine Zunahme des Verzehrs von Nährstoffen aus Eiern, einschließlich Cholesterin (P-linear < 0,0001) und Cholin (P-linear < 0,02), war ebenfalls mit der Gewichtszunahme verbunden.
Die Studie bestätigte auch, dass es einen signifikanten Zusammenhang zwischen genetischer Veranlagung und Gewichtszunahme gibt. So zeigten die Frauen, die genetisch am stärksten für einen höheren BMI prädisponiert sind, eine größere Gewichtszunahme, wenn ihr Eierkonsum um durchschnittlich 3,5 Eier pro Woche im Vergleich zur vorherigen Untersuchung anstieg.
Fazit der Autoren:
Auch wenn die Ergebnisse noch bestätigt werden sollten, ist davon auszugehen, dass der Verzehr von Hühnereiern mit einer Gewichtszunahme bei Frauen nach den Wechseljahren einhergeht. Wer also zu Übergewicht neigt, sollte eher auf Eierspeisen verzichten.










