Viele Frauen leiden allmonatlich unter Menstruationsbeschwerden. Diese können sogar so schlimm werden, dass sie als Behinderung eingestuft werden. Und das betrifft weit mehr als den Schulsport. Denn außer den Unterleibsschmerzen und Krämpfen, die die körperlichen Aktivitäten einschränken, leiden die Betroffenen oft auch an Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Wie häufig diese Behinderung bei jungen erwachsenen Frauen mit Dysmenorrhoe tatsächlich besteht und welche Warnindikatoren es gibt, damit Betroffenen möglichst früh geholfen werden kann, wollte ein französisches Forscherteam wissen.
Menstruation mit vs. ohne Aktivitätseinschränkung
Für ihre Untersuchung filterten sie aus der landesweiten CONSTANCES-Kohorte mit 104.302 Teilnehmerinnen eine Querschnittskohorte von 6.377 jungen erwachsenen Frauen (Alter: 18–25 Jahre) heraus. Diese Frauen füllten Fragebögen zum allgemeinen Behinderungsgrad („Global Activity Limitation“-Skala), zur Schmerzintensität während der Menstruation (per visueller Analog-Skala von 0-10), Dyspareunie und anderen Warnsignalen aus. Anhand dieser Ergebnisse wurde ein individueller Behinderungsgrad ermittelt. In der Analyse wurden Frauen mit einer Behinderung durch Dysmenorrhoe (d. h. mit „gewissen Einschränkungen“ bis hin zu „starken Einschränkungen“ in ihren Aktivitäten) mit jenen ohne Einschränkungen verglichen.
Wichtigster Risikofaktor: Dyspareunie
Das Ergebnis zeigt: Etwa 7,4 % der Kohorte wiesen eine behindernde Dysmenorrhoe auf.
Bei diesen Betroffenen wurde im Vergleich zu Frauen ohne Behinderung während der letzten sechs Monate eine Zunahme der Beschwerden festgestellt, die als Risikofaktoren gewertet werden. Im Einzelnen waren das:
- eine Zunahme der Intensität der Dysmenorrhoe um 8% (Odds-Ratio [OR]: 1,08; 95% Konfidenzintervall [KI]: 1,04 bis 1,13),
- eine Zunahme der Häufigkeit von Dyspareunie um 69–341%. Die Werte erstreckten sich von “manchmal” (OR: 1,69; 95%-KI: 1,06 bis 1,89) bis “immer” (OR: 3,41; 95%-KI: 2,16 bis 5,38),
- eine Zunahme der nicht-menstruellen chronischen Unterleibsschmerzen um 75% (OR: 1,45; 95%-KI: 1,17 bis 1,80),
- ein Anstieg des Body-Mass-Index über 25 kg/m2 um 45% (OR: 1,45; 95%-KI: 1,17 bis 1,80)
- und wenn hormonelle Verhütungsmittel abgesetzt wurden mit einem Anstieg um 29% (OR: 1,29; 95%-KI: 1,05 bis 1,59).
Rechtzeitig intervenieren nach Risiko-Screening
Die Autoren hoffen, dass mit diesem Risiko-Screening diejenigen jungen Frauen identifiziert werden können, denen eine stark einschränkende Dysmenorrhoe droht. Ihnen könnte dann eine spezifische Beratung oder gegebenenfalls auch eine Therapie angeboten werden.










