Bei der Endometriose befindet sich Endometriumgewebe auch außerhalb des Uterus. Endometriose betrifft ca. 5-10% der Frauen im gebärfähigen Alter und ist für 60-80% der Unterleibsschmerzen und/oder Fruchtbarkeitsprobleme verantwortlich. Die genaue Pathogenese ist bis heute nicht vollständig verstanden und die klinischen Symptome sind heterogen, wodurch die Diagnose langwierig sein kann.
Die Rolle von Spurenelementen im menschlichen Körper
Spurenelemente machen weniger als 0,01% des Körpergewichts aus und spielen bei fast allen biochemischen Prozessen im Körper eine wichtige Rolle. Zu viele, zu wenige oder auch unausgewogene Mengen an Spurenelementen können Zellfunktionen stören und zu oxidativen Schäden sowie Störungen des Immunsystems führen. Bei der Endometriose konnte z.B. gezeigt werden, dass die Akkumulation reaktiver Sauerstoffspezies (ROS) und die Störung des Immunsystems eine physiologische und pathologische Rolle spielen.
Zink (Zn) wird für die Teilung und Differenzierung von Zellen benötigt und ist an der Synthese und dem Abbau von Kohlenhydraten, Lipiden, Proteinen und Nukleinsäuren beteiligt. Kupfer (Cu), Selen (Se) und Molybdän (Mo) sind wichtige Cofaktoren zahlreicher Enzyme, einschließlich der „Entgiftungsenzyme“ Superoxiddismutase und Katalase sowie der Xanthinoxidase. Kobalt (Co) steht u.a. in direktem Zusammenhang mit der Synthese von Vitamin B12. Doch auch hier gilt der Spruch: „Die Dosis macht das Gift“. So kann ein zu viel an Zn etwa zu einer beeinträchtigen Immunfunktion, zu viel Cu zur Bildung von ROS und zu viel Co zu DNA-Schäden führen.
Besteht ein Zusammenhang von Spurenelementen und Endometriose?
In einer aktuellen Fall-Kontroll-Studie wurden die Zusammenhänge zwischen den Konzentrationen von Zn, Se, Cu, Co und Mo im Blut sowie der Follikelflüssigkeit (FF) und dem Endometriose-Risiko analysiert. Untersucht wurden 609 Patientinnen, die an Unfruchtbarkeit litten und sich einer In-vitro-Fertilisation (IVF) unterziehen wollten. Diese wurden vor Beginn der IVF in eine Endometriose- und eine Kontrollgruppe (Patientinnen ohne Endometriose) eingeteilt und Blut-, sowie FF-Proben entnommen. Die Konzentration an Spurenelementen wurde mit einer induktiv gekoppelten Plasma-Massenspektrometrie bestimmt.
Signifikante Unterschiede in Spurenelementkonzentrationen bei Endometriose
Mit Ausnahme von Cu unterschieden sich die Blutkonzentrationen von Zn, Se, Co und Mo in der Fallgruppe signifikant von denen der Kontrollgruppe. Frauen mit Endometriose hatten signifikant höhere mediane Zn-Spiegel (8666 µg/L vs. 4848 µg/L), Se-Spiegel (151 µg/L vs. 132 µg/L) und Co-Spiegel (0,39 µg/L vs. 0,27 µg/L) als die Frauen der Kontrollgruppe. In der Kontrollgruppe fanden sich dafür signifikant höhere Mo-Konzentrationen (1,4 µg/L vs. 1,2 µg/L). In der FF fanden sich in der Endometriose-Gruppe bei allen fünf Spurenelementen signifikant erhöhte Konzentrationen.
Fazit
Basierend auf Single-Element-Modellen zeigten die Ergebnisse letzten Endes, dass erhöhte Konzentrationen an Zn, Cu und Co in Blut und FF mit einem erhöhten Endometriose-Risiko verbunden waren. Außerdem deuteten die Ergebnisse darauf hin, dass die Zn- und Cu-Konzentrationen im Blut stark zum Endometriose-Risiko beitragen könnten. Um genauere Aussagen machen zu können, sind jedoch Langzeitstudien notwendig, da diese Studie die Konzentrationen der Spurenelemente nur über einen kurzen Zeitraum gemessen hat.











