Was ist der Weltverhütungstag?

Der im Jahr 2007 ins Leben gerufene Weltverhütungstag soll das Bewusstsein für Verhütung stärken. Das ist insbesondere wichtig, da fast die Hälfte aller jährlichen Schwangerschaften weltweit ungewollt ist.

Weltverhütungstag 2023

Hintergrund

Seit dem Jahr 2007 findet der Weltverhütungstag (World Contraception Day, WCD) jedes Jahr am 26. September statt. Die globale Kampagne dreht sich um die Vision, dass jede Schwangerschaft gewollt ist. Ziel ist es, das Bewusstsein für Verhütung zu stärken und jungen Menschen zu ermöglichen, fundierte Entscheidungen bezüglich ihrer sexuellen und reproduktiven Gesundheit zu treffen. Die WCD-Koalition richtet sich ausdrücklich an alle Menschen, unabhängig ihres Geschlechts, ihres Familienstands und ihrer sexuellen Aktivität [1].

Informationsveranstaltungen rund um den Weltverhütungstag zielen insbesondere darauf ab, Jugendlichen weltweit wichtige Fragen zu beantworten. Hierzu gehören Themen wie: Welche Methode schützt vor sexuell übertragbaren Krankheiten? Wie einfach ist ihre Anwendung? Wie effektiv sind sie? Im Sinne des WCD-Mottos „Es ist Ihr Leben, es ist Ihre Zukunft“ setzt sich die WCD-Koalition dafür ein, junge Menschen zu ermutigen, Empfängnisverhütung in ihre Zukunftspläne zu integrieren und ungeplante Schwangerschaften und sexuell übertragbare Infektionen (STI) zu verhindern.

Fakten zu ungeplanten Schwangerschaften

Ungeplante Schwangerschaften sind ein weltweites Problem, das starke Auswirkungen auf Gesundheits- und Sozialdienste hat und bei Frauen und ihren Familien zu erheblichem emotionalem Stress führt. Darüber hinaus haben Kinder, die von jugendlichen Müttern geboren werden, später im Leben wesentlich häufiger mit einer Reihe von negativen Folgen zu kämpfen, darunter Entwicklungsstörungen, Verhaltensprobleme und schlechte schulische Leistung.

Hier sind einige wichtige Zahlen:

  • Fast die Hälfte aller jährlichen Schwangerschaften, das heißt 121 Millionen weltweit, sind ungewollt. Über 60% der ungewollten Schwangerschaften enden mit einem Schwangerschaftsabbruch.
  • Schätzungsweise 45% aller Schwangerschaftsabbrüche sind unsicher und für 5–13% aller maternalen Todesfälle weltweit verantwortlich.
  • Jedes Jahr werden rund 21 Millionen Jugendliche im Alter von 15–19 Jahren in Entwicklungsregionen schwanger. Komplikationen während der Schwangerschaft und Geburt sind die weltweit häufigste Todesursache in dieser Altersgruppe.

Fortschritte in der Familienplanung und ihre globale Bedeutung

In den letzten Jahren konnten erhebliche Fortschritte in der Familienplanung und Vermeidung sexuell übertragbarer Krankheiten erzielt werden. Die Verwendung von Verhütungsmitteln nimmt weltweit zu, und die ungedeckten Bedürfnisse in diesem Bereich gehen in jeder Region der Welt zurück. Die daraus resultierenden Effekte sind enorm: Jedes Jahr werden dank der Verwendung von Verhütungsmitteln 188 Millionen ungeplante Schwangerschaften verhindert. Dies führt zu 112 Millionen weniger Abtreibungen, 1,1 Millionen weniger Todesfällen bei Neugeborenen und 150.000 weniger Todesfällen bei Müttern. Besonders in Afrika, wo die Geburtenraten nach wie vor hoch sind, nehmen immer mehr Frauen die Angebote zur Familienplanung in Anspruch.

Herausforderungen und Handlungsbedarf

Obwohl in den letzten Jahren Fortschritte in der Familienplanung erzielt wurden, bleiben Verhütungsmittel für viele junge Menschen nach wie vor schwer zugänglich. Dies führt weiterhin jedes Jahr zu Millionen ungeplanter Schwangerschaften und Abtreibungen. Die WCD-Koalition engagiert sich dafür, dass alle Menschen, unabhängig von Geschlecht, Familienstand oder sexueller Aktivität, Zugang zu präziser und vorurteilsfreier Aufklärung über sexuelle und reproduktive Gesundheit erhalten.

Die weltweiten und nationalen Gemeinschaften im Bereich Familienplanung und reproduktive Gesundheit sollten vier vorrangige Ziele verfolgen:

  1. Wissen ist Macht: Das Füllen der Wissenslücken über verfügbare Verhütungsmethoden – von kurzfristigen bis hin zu Langzeitverhütungsoptionen – durch eine verbesserte altersgerechte, umfassende Sexualerziehung und Information für Jugendliche sowie eine breite Verfügbarkeit dieser Informationen.
  2. Sicherer Sex rettet Leben: Junge Menschen sollen Zugang zu hochwertigen, vertraulichen Diensten für sexuelle und reproduktive Gesundheit haben, um kluge und informierte Entscheidungen hinsichtlich ihrer sexuellen Gesundheitsversorgung zu treffen.
  3. Sex dient nicht nur der Fortpflanzung: Die Bekämpfung von Mythen und Missverständnissen über Sex und Verhütung. Dadurch sollen junge Menschen befähigt werden, offen mit ihren Gesundheitsdienstleistern und Partnern über Sex zu sprechen und Verhütung ohne Angst vor Vorurteilen oder Respektlosigkeit zu nutzen.
  4. Gleichberechtigung und Ermächtigung: Die Bekämpfung von Geschlechterungleichheit sowie die Ermächtigung und Aufklärung junger Frauen und Männer über ihre Rechte und Pflichten in Bezug auf Sexualität und Familienplanung.

Die Umsetzung dieser Prioritäten erfordert ein tiefgreifendes Verständnis darüber, welche Erfahrungen und Vorlieben junge Menschen haben, wem sie für Informationen und Ratschläge vertrauen und welche Kommunikationskanäle sie in ihrem täglichen Leben nutzen, so die WCD-Koalition.

Autor:
Stand:
21.09.2023
Quelle:

The European Society of Contraception and Reproductive Health (ESC), World Contraception Day, abgerufen am 19. September 2023.

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