Humane Papilloma-Viren gelten als häufigste Ursache für ein Zervixkarzinom. Seit Einführung der HPV-Impfung in Deutschland 2007 und der Empfehlung Mädchen vor der Pubertät zu impfen, wurde erwartet, dass langfristig auch die Inzidenz des Zervix-Ca zurückgeht. Und das konnte kürzlich tatsächlich belegt werden: Eine Studiengruppe der Universität Lübeck hat Daten aus den Landeskrebsregistern zu neu diagnostizierten HPV-assoziierten Zervixkarzinomen zwischen 2004 und 2018 ausgewertet. Ab 2010 werden immer weniger Gebärmutterhals-Karzinome bei Frauen der impfberechtigten Altersgruppen diagnostiziert. Beispielsweise betrug 2010 die Zervix-Ca-Inzidenz in der Altersgruppe der 24-26-Jährigen 70,0 Fällen pro 100 000 Frauen – 2018 waren es nur noch 41,8 Fälle.
24% Rückgang der Inzidenz
Frauen, die 1992 geboren wurden, waren der erste impfberechtigte Jahrgang. Bei ihnen konnte eine um 24% geringere Inzidenz des Gebärmutterhalskrebses festgestellt werden im Vergleich zu Frauen des Geburtsjahrgangs 1989, also vor der Impfeinführung. In den jüngeren Jahrgängen, in denen die HPV-Impfraten höher sind, ist auch der Effekt größer.
Zu ähnlichen Ergebnissen kommen auch Wissenschaftler aus den USA, wo die HPV-Impfung schon seit 2006 generell empfohlen wird. Zwischen 2012 und 2019 ging die Inzidenz von Zervixkarzinomen bei US-Frauen unter 25 Jahren um 12% pro Jahr zurück, was insgesamt einer Reduktion um 65 % entspricht.
Mit der Inzidenz sinkt auch die Mortalität bei Zervix-Ca
Bei sinkender Inzidenz ist auch mit einem Rückgang der Mortalität zu rechnen. Das wollten die US-Epidemiologen unter Federführung der Universität von South Carolina genau wissen. Sie analysierten die Mortalitätsdaten des National Center for Health Statistics aus den Jahren 1992-2021 zu Frauen, die 25 Jahre alt oder jünger waren. Dabei gruppierten sie die Daten in drei Zeiträume: 1992–1994, 2013– 2015 und von 2019–2021. Dabei ergab sich, dass von 2013–2015 bis zum Zeitraum 2019–2021 durch Zervixkarzinome bedingte Mortalität um 15,2% pro Jahr sank. Das entspricht über den gesamten Zeitraum einer Reduktion der Todesfälle um 62%. Die Zahl der Todesfälle aufgrund von Gebärmutterhalskrebs sank von 55 pro 100.000 Personenjahre in den Jahren 1992–1994 auf 35 pro 100.000 Personenjahre in 2013-2015 – und dann auf 13 pro 100.000 Personenjahre in 2019–2021.









