Es gibt Hinweise auf eine veränderte Zusammensetzung der nasalen Mikrobiota bei olfaktorischer Dysfunktion
Der menschliche Geruchssinn hat eine wichtige Funktion für die Gefahrenwahrnehmung, beim Essen und Trinken sowie in der interpersonellen Kommunikation.
Störungen im Geruchssinn können verschiedene Ursachen haben, wie beispielsweise Traumata, Rhinosinusitis oder neurodegenerative Erkrankungen wie Morbus Parkinson. Eine bleibende olfaktorische Dysfunktion kann aber auch nach viralen oder bakteriellen Infektionen der unteren Atemwege auftreten.
Studien gaben Hinweise auf Unterschiede der Zusammensetzung der nasalen Mikrobiota bei Anosmie, Hyposmie und Normosmie. Unklar blieb aber, ob unterschiedliche Orte in der Nase bei Patienten mit olfaktorischer Dysfunktion eine unterschiedliche Mikrobiota-Zusammensetzung aufweisen.
Studie untersuchte nasale Mikrobiota bei postviraler olfaktorischer Dysfunktion
Wissenschaftler untersuchten daher Unterschiede der nasalen Mikrobiota bei Patienten mit postviraler olfaktorischer Dysfunktion (POVD) und gesunden Kontrollpersonen an verschiedenen Stellen: Naseneingang-untere Nasenmuschel, mittlerer Nasengang und im Bereich der olfaktorischen Spalte. Insgesamt wurden 20 Patienten mit PVOD und 20 gesunde Kontrollprobanden in die Studie eingeschlossen. Aus der PVOD-Gruppe litten 15 Patienten an Hyposmie und fünf an einer Anosmie. Die PVOD-Gruppe erreichte einen mittleren Score im Threshold Discrimination Identification (TDI)-Test (je höhere Werte, umso besser das Riechvermögen) von 20,28±4,61 im Vergleich zur Kontrollgruppe mit 35,45±3,03.
Patienten mit PVOD wiesen eine geringere bakterielle Vielfalt auf
Es wurden keine signifikanten Unterschiede in der bakteriellen Diversität zwischen den einzelnen Probeentnahmeorten, der olfaktorischen Funktion oder dem Alter der Patienten gefunden. Es wurde aber ein Trend gesehen, dass Patienten mit olfaktorischer Dysfunktion eine geringere bakterielle Vielfalt aufwiesen im Vergleich zu den gesunden Kontrollen (Kontrollen=61,9±45,6 verglichen zu PVOD =42,6±30,4; p=0,06). Der Großteil dieser Variationen (R2=84%; p=0,001) war jedoch der interpersonellen Variabilität geschuldet, Olfaktorische Funktion (R2=4,2%; p=0,001) und Alter (R2=12%; p=0,001) hatten deutlich geringeren Anteil daran.
Der Probeentnahmeort trug nicht signifikant zur Variation der Struktur der bakteriellen Gemeinschaft bei.
Corynebakterien waren bei den PVOD-Patienten signifikant reduziert
Die dominierende Bakterientaxa auf dem Gattungslevel waren Corynebakterium (36,7%±30,9%), Cutibakterium (21,9%±19,2%) und Staphylococcus (18,8%±21,4%). Nach Korrektur blieb noch, dass sich die Anzahl an Corynebakterium signifikant zwischen den PVOD-Patienten und den gesunden Kontrollen (2,7%±7,7% versus (14,8% ±18,9%) unterschied.
Fazit:
Die Studie zeigte eine verringerte bakterielle Diversität bei Patienten mit PVOD im Vergleich zur gesunden Kontrollgruppe. Insbesondere die Corynebakteriumspezies war bei den PVOD-Patienten verringert.








