Zukunftssichere Corona-Impfstoffe: WHO empfiehlt Fokus auf JN.1-Variante

Laut Weltgesundheitsorganisation sollten zukünftige Covid-19-Impfstoffe auf Basis der Omikron-Variante JN.1 hergestellt werden. Die Aktualisierung der Antigenzusammensetzung zielt darauf ab, die impfstoffinduzierten Immunreaktionen auf zirkulierende SARS-CoV-2-Varianten zu verstärken.

WHO

Seit Beginn der Covid-19-Pandemie haben Impfstoffe eine entscheidende Rolle bei der Eindämmung der Ausbreitung von SARS-CoV-2 gespielt. Im Laufe der Zeit haben sich jedoch neue Varianten des Coronavirus entwickelt, die gegenüber den bestehenden Impfstoffen resistenter sind. Um eine wirksame Immunität aufrechtzuerhalten, müssen Antigenzusammensetzungen der Impfstoffe entsprechend angepasst werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spielt bei der Überwachung von Virusvarianten und ihrer Auswirkungen auf die Wirksamkeit von Impfstoffen eine zentrale Rolle. Die "Technical Advisory Group on Covid-19 Vaccine Composition" (TAG-CO-VAC) hat auf ihrer zweimal jährlich stattfindenden Evidenzprüfung beschlossen, ihre Empfehlung für die Zusammensetzung zukünftiger Auffrischimpfungen anzupassen.

JN.1-Variante dominiert Infektionsgeschehen

SARS-CoV-2 zirkuliert und entwickelt sich weiter, wobei eine wichtige genetische und antigenische Entwicklung des Spike-Proteins stattfindet. Ab April 2024 sind fast alle (>94%) der SARS-CoV-2-Gensequenzen in öffentlich zugänglichen Datenbanken von der Omikron-Sublinie JN.1 abgeleitet, so die WHO. Die Experten erwarten, dass diese Varianten bestehende XBB-Linienvarianten wie zum Beispiel EG.5 verdrängen werden. Deshalb empfehlen sie, für zukünftige Auffrischimpfungen monovalente Impfstoffe zu verwenden, die als Antigen das Spike-Protein oder die mRNA für das Spike-Protein der JN.1-Linie enthalten.

Verminderte Schutzwirkung bisheriger Covid-19-Impfstoffe

Im Mai 2023 empfahl die TAG-CO-VAC die Verwendung einer monovalenten XBB.1-Abstammungslinie, wie zum Beispiel XBB.1.5, als Impfantigen. Im Dezember 2023 wurde diese Entscheidung bekräftigt. Die stark veränderte Varianten-Prävalenz machte nun aber eine Änderung dieser Empfehlung erforderlich. Ausschlaggebend dafür war die Beobachtung, dass in immunologisch naiven Immunseren von Tieren und Menschen antigenisch unterscheidbare SARS-CoV-2-Varianten identifiziert worden waren.

Obwohl Seren, die von mit einem XBB.1.5-Impfstoff geimpften Individuen stammen, nicht nur XBB.1.5, sondern auch EG.5, HK.3, HV.1 sowie BA.2.86 und JN.1 neutralisieren können, waren die Neutralisationstiter gegen JN.1 im Vergleich zu XBB.1.5 in der Regel um das 2,5-fache niedriger. Dieser Schutz wird noch weiter verringert, wenn es sich um JN.1-Varianten mit F456L- und/oder R346T-Substitutionen handelt.

Zukünftige Impfstoffe mit JN.1-Antigenen

Die derzeit verfügbaren XBB.1.5-Impfstoffe bieten immer noch einen gewissen Schutz und sollten daher weiterhin verwendet werden, insbesondere für Auffrischungsimpfungen, betont das Expertengremium. Die zukünftigen Impfstoffe sollten jedoch Antigene enthalten, die von der aktuellen dominierenden JN.1-Variante abgeleitet sind, fasst die WHO zusammen. Noch ist unklar, wann solche Impfstoffe verfügbar sein werden. Bei der letzten Anpassung im Mai 2023 vergingen vier Monate, bis entsprechend aktualisierte Covid-19-Impfstoffe erhältlich waren.

Autor:
Stand:
03.05.2024
Quelle:

Weltgesundheitsorganisation (WHO), News, 26. April 2024.

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