FSME-Impfung: Warum Hausärzte jetzt aktiv werden sollten

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis ist in Deutschland weiterhin relevant. Der Beitrag erläutert die aktuellen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO), die epidemiologische Entwicklung laut Robert Koch-Institut (RKI) und zeigt, wie Hausärzte ihre Patienten wirksam schützen können.

FSME

FSME-Impfung 2026: Relevanz für die hausärztliche Versorgung

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) bleibt in Deutschland eine relevante impfpräventable Erkrankung. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) wurden im Jahr 2025 insgesamt 693 FSME-Fälle gemeldet – einer der höchsten Werte seit Beginn der Datenerfassung.

Das RKI weist aktuell 183 Kreise als FSME-Risikogebiete aus. Die Ausweisung erfolgt jährlich im Epidemiologischen Bulletin auf Basis der Inzidenzdaten der vergangenen Jahre.

Eine von Pfizer beauftragte repräsentative Umfrage unter 2.458 Erwachsenen zeigt relevante Wissenslücken:

  • 23 % wissen nicht, ob sie in einem FSME-Risikogebiet leben.
  • 59 % informieren sich vor Freizeitaktivitäten im Grünen nicht über Risikogebiete.
  • 60 % berichten von mindestens einem Zeckenstich.

Diese Daten verdeutlichen den Bedarf an strukturierter Impfberatung in der hausärztlichen Praxis.

Ganzjährig aktive Zecken – veränderte epidemiologische Dynamik

Klimatische Veränderungen begünstigen eine verlängerte Zeckenaktivität. Laut Pressemeldung trugen lediglich 52 Frosttage im Jahr 2024 zu einer nahezu ganzjährigen Aktivität bei.

FSME-Fälle werden inzwischen auch in den Wintermonaten registriert. Die Erkrankung ist damit nicht mehr ausschließlich ein saisonales Phänomen des Frühsommers.
Von den gemeldeten FSME-Erkrankten waren laut RKI rund 98 % ungeimpft oder unzureichend geimpft. Dies unterstreicht das Präventionspotenzial einer konsequenten Impfstrategie.

STIKO-Empfehlung: Impfstatus konsequent prüfen

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die FSME-Impfung für:

  • Personen, die in FSME-Risikogebieten wohnen
  • Personen, die sich dort häufig aufhalten
  • Personen mit beruflicher Exposition (z. B. Forst- und Landwirtschaft, Laborpersonal)

Zusätzlich empfiehlt die STIKO, bei jeder sich bietenden Gelegenheit den Impfstatus zu überprüfen und fehlende Impfungen zu vervollständigen.

Impfung als effektivste Präventionsmaßnahme

Die vollständige Grundimmunisierung stellt den zuverlässigsten Schutz vor FSME dar. In Deutschland stehen zwei inaktivierte Impfstoffe zur Verfügung: FSME-IMMUN und Encepur.

Die Impfschemata unterscheiden sich im Detail. Eine strukturierte Übersicht findet sich auf der Gelben Liste („FSME-Impfung“), basierend auf den jeweiligen Fachinformationen.

Standard-Grundimmunisierung

FSME-IMMUN

  • 3 Impfungen
  • Dosis 1 → Dosis 2: 1–3 Monate
  • Dosis 3: 5–12 Monate nach der zweiten Dosis

Encepur

  • 3 Impfungen
  • Dosis 1 → Dosis 2: 1–3 Monate
  • Dosis 3: 9–12 Monate nach der zweiten Dosis

Auffrischimpfungen

FSME-IMMUN

  • Erste Auffrischung: 3 Jahre nach abgeschlossener Grundimmunisierung
  • Weitere Auffrischungen:
    o bis 60 Jahre: alle 5 Jahre
    o ab 60 Jahre: alle 3 Jahre

Encepur

  • Erste Auffrischung: 3 Jahre nach Grundimmunisierung
  • Weitere Auffrischungen:
    o bis 50 Jahre: alle 5 Jahre
    o ab 50 Jahre: alle 3 Jahre

Schnellimpfschemata bei kurzfristigem Expositionsrisiko

Bei kurzfristigem Schutzbedarf stehen beschleunigte Schemata zur Verfügung:

FSME-IMMUN (Schnellschema)

  • Tag 0
  • Tag 14
  • Dritte Dosis nach 5–12 Monaten

Encepur (Schnell-/Expressschema)

  • Tag 0
  • Tag 7
  • Tag 21
  • Erste Auffrischung nach 12–18 Monaten

Beide Impfstoffe gelten laut STIKO grundsätzlich als austauschbar, sodass eine begonnene Serie bei Bedarf mit dem jeweils anderen Präparat fortgesetzt werden kann.

Praxisorganisation: Ganzjährige Impfstrategie etablieren

Da die Zeckenaktivität nicht mehr strikt saisonal begrenzt ist, empfiehlt sich eine ganzjährige Impfbereitschaft in der Praxis.

Eine frühzeitige Impfung – beispielsweise in den Wintermonaten – ermöglicht den Aufbau eines ausreichenden Impfschutzes vor Beginn der Hauptaktivitätssaison. Eine vorausschauende Bevorratung des Impfstoffes ist daher organisatorisch sinnvoll.

Fazit für Hausärzte

FSME bleibt eine relevante, durch Impfung vermeidbare Erkrankung. Die epidemiologischen Daten sowie die STIKO-Empfehlungen unterstreichen die zentrale Rolle der hausärztlichen Versorgung.

Hausärzte tragen wesentlich dazu bei,

  • Impflücken systematisch zu identifizieren,
  • Patienten über ihr individuelles Risiko aufzuklären,
  • durch konsequente Impfberatung vermeidbare Erkrankungen zu reduzieren.

Angesichts nahezu ganzjähriger Zeckenaktivität sollte die FSME-Impfung als kontinuierlicher Bestandteil präventiver Routine verstanden werden.

Autor:
Stand:
02.03.2026
Quelle:
  1. Pfizer-Pressemeldung „Neue Umfrage zeigt deutliche Lücken in der FSME-Aufklärung“ (2026), abgerufen am 17.02.2026.
  2. Robert Koch-Institut: FSME-Risikogebiete in Deutschland, Epidemiologisches Bulletin (2025), abgerufen am 17.02.2026.
  3. Robert Koch-Institut: STIKO-Impfempfehlungen (2026) Link: RKI - Epidemiologisches Bulletin - Epidemiologisches Bulletin 04/2026, abgerufen am 17.02.2026.
  4. infektionsschutz.de – FSME-Informationen für Erwachsene.
  5. Fachinformationen FSME Immun Erwachsene & Junior, abgerufen am 17.02.2026.
  6. Fachinformationen Encepur Erwachsene & Kinder, abgerufen am 17.02.2026.

Hinweis: Dieser Text wurde mit Unterstützung eines KI-basierten Sprachmodells erstellt und anschließend fachlich überarbeitet. Alle medizinischen Aussagen basieren ausschließlich auf offiziellen Quellen (Robert Koch-Institut, Fachinformationen, Pfizer-Pressemeldung).

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