Mpox hat sich seit der Warnung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Jahr 2022 durch die Mpox-Klade II in Europa und Nordamerika ausgebreitet. Diese Klade betraf insbesondere Männer, die Sex mit Männern (MSM) haben. Ein entscheidender Faktor für die Eindämmung der Ausbreitung waren damals gezielte Impfkampagnen und Aufklärung. Im Jahr 2024 ist eine neue Variante, die Mpox-Klade Ib, aus dem zentralafrikanischen Raum in andere Länder gelangt. Nun wurde erstmals eine lokale Übertragung in Europa bestätigt, und zwar im Vereinigten Königreich.
WHO bestätigt erste Übertragung der Mpox-Klade Ib in Europa
Am 5. November 2024 bestätigte die WHO, dass im Vereinigten Königreich zwei neue Fälle der Mpox-Klade Ib auftraten. Diese betreffen enge Haushaltskontakte einer Person, die nach einer Reise durch mehrere afrikanische Länder positiv getestet wurde. Diese Entwicklung markiert die ersten dokumentierten lokalen Übertragungen der Mpox-Klade Ib in Europa und die ersten außerhalb Afrikas, seitdem die WHO im August 2024 den Gesundheitsnotstand ausrief. Die bestätigten Fälle unterstreichen die Notwendigkeit für europäische Staaten, Maßnahmen zur Früherkennung, Überwachung und Kontrolle dieser neuen Klade zu verstärken.
Die britische Gesundheitsbehörde (UK Health Security Agency, UKHSA) hat bestätigt, dass die zwei neu gemeldeten Fälle der Mpox-Klade Ib als erste lokale Übertragungen in Europa gelten und einen entscheidenden Schritt in der Verbreitung der Erkrankung markieren. Die epidemiologischen Herausforderungen dieser Klade werden durch die weiterhin hohe Infektiosität und potenziell schwerwiegendere Krankheitsverläufe hervorgehoben, sodass verstärkte Surveillance und klinische Aufmerksamkeit gefordert sind.
Übertragung und Prävention: Mpox-Klade Ib als Herausforderung für das Gesundheitswesen
Die Übertragung von Mpox erfolgt vor allem über engen Hautkontakt, einschließlich sexuellen Begegnungen. Zudem ist es möglich, dass das Virus über kontaminierte Gegenstände wie Bettwäsche oder Kleidung sowie in geringem Maße über Tröpfcheninfektion bei nahen Kontakten verbreitet wird. Diese Übertragungswege erfordern eine gezielte Risikokommunikation und geeignete Schutzmaßnahmen für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen.
Laut WHO gelten die bestehenden Impfempfehlungen, die beide Mpox-Kladen umfassen, weiterhin. Dabei sollten gefährdete Gruppen, wie Gesundheitsfachkräfte und Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern, prioritär geimpft werden. Ein besonderer Fokus liegt auf Aufklärung und der Förderung frühzeitiger Tests bei Verdacht auf eine Infektion, um eine mögliche Weiterverbreitung innerhalb der Gemeinschaft effektiv zu verhindern.
Klinische Implikationen und Handlungsempfehlungen für das Gesundheitswesen
Die WHO betont die Wichtigkeit einer schnellen Identifizierung und Isolation von Mpox-Patienten. Dies erfordert eine abgestimmte und integrierte Strategie im Gesundheitswesen, die präventive Impfungen für definierte Risikogruppen, engmaschige Überwachung und konsequente Kontaktverfolgung umfasst. Ein weiteres Augenmerk sollte auf der Verbesserung der Hygiene in privaten und öffentlichen Räumen liegen, insbesondere in medizinischen Einrichtungen, um die Verbreitung des Virus durch kontaminierte Gegenstände zu minimieren.
Praktische Empfehlungen umfassen:
- Erhöhte Wachsamkeit bei Symptomen: Gesundheitsfachkräfte sollten bei Patienten mit Symptomen wie Hautausschlag, Fieber und Lymphknotenschwellungen an Mpox denken, insbesondere bei Personen, die kürzlich in betroffenen Gebieten waren.
- Kontaktverfolgung und Isolation: Die zügige Identifikation und Isolation von bestätigten Fällen sowie die Nachverfolgung enger Kontakte sind essenziell, um weitere Übertragungen zu verhindern.
- Impfung der Risikogruppen: Risikogruppen, darunter Gesundheitsfachkräfte und Personen mit erhöhtem Expositionsrisiko, sollten priorisiert geimpft werden.
- Öffentliche Aufklärung: Gesundheitsbehörden tragen durch gezielte Informationskampagnen zur Entstigmatisierung und zur Förderung einer frühzeitigen Testung bei.