Das Varizella-Zoster Virus (VZV) ist ein doppelsträngiges DNA-Virus, gehört in die Familie der Herpes-Viren und ist hochgradig ansteckend. Es verbreitet sich v. a. über eine Tröpfcheninfektion und ist während der Erstinfektion Verursacher der Windpocken. Nach der Genesung verschwinden die Windpockensymptome, aber nicht das Virus. Dieses überdauert in Nervenganglien und kann bei Immunschwäche wieder reaktiviert werden.
Herpes Zoster (Gürtelrose)
Herpes Zoster ist die Zweitmanifestation einer VZV-Infektion, verursacht durch die Reaktivierung dieser Viren. Die Krankheit beginnt oft mit Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen, Fieber sowie kribbelnden, brennenden Schmerzen in der betroffenen Region, gefolgt von typischen kleinen wasserklaren Bläschen auf erythematösem Grund. Für die Behandlung kommen antivirale Medikamente wie Aciclovir und Interferon-alpha zum Einsatz. Herpes Zoster kann jedoch auch eine Reihe von Komplikationen verursachen (z. B. Post-Zoster-Neuralgie), die lange andauern und die Lebensqualität der Patienten stark beeinträchtigen können.
Herpes Zoster-Impfung
Seit Dezember 2018 empfiehlt die STIKO für alle Personen über 60 Jahren die Standardimpfung gegen Zoster (Zostavax® oder Shingrix®). Jedoch ist die Effektivität v. a. bei über 70-Jährigen nicht immer zufrieden stellend und Shingrix® enthält ein Adjuvans (QS21), das von einer seltenen südamerikanischen Pflanze stammt und die Verfügbarkeit des Impfstoffs einschränkt. Daher hat eine Gruppe von Forschern zwei Arten von neuen Impfstoffen hergestellt, einen mRNA- und einen Subunit-Impfstoff, und ihre Effektivität in unterschiedlichen Settings untersucht [1].
Neue Impfstoffe auf dem Prüfstand
Für die Untersuchung der Impfstoffe wurden 42 Mäuse in sieben Gruppen eingeteilt: zwei Gruppen wurde mit mRNA geimpft, vier Gruppen mit dem Subunit-Impfstoff und eine Gruppe mit PBS (phosphatgepufferte Salzlösung) als Kontrollgruppe. Die Injektionsart und die Zusammensetzung der Adjuvantien variierten dabei. Der Impfstoff wurde zweimal im Abstand von vier Wochen entweder intramuskulär in der Nähe des Schienbeins oder subkutan in den Nacken injiziert. Zwei Wochen nach der letzten Immunisierung wurden die Mäuse betäubt, der Brustkorb und der Bauch geöffnet und durch eine Herzpunktion Blut entnommen sowie die Milz entfernt und untersucht.
IgG-Antikörper in den verschiedenen Gruppen
Um festzustellen, ob verschiedene Mäusegruppen aufgrund von Unterschieden bei der Immunisierungsmethode, dem Impfstofftyp und dem Adjuvans unterschiedliche humorale Immunantworten zeigten, wurden IgG-Antikörpertiter bestimmt. Dabei wurden in allen Gruppen, außer der Kontrollgruppe, entsprechende Antikörper gefunden. Die Injektionsart führte dabei innerhalb der einzelnen Impfstoff-Gruppen zu keinen signifikanten Unterschieden. Auch die zellulären Immunreaktionen, die durch intramuskuläre oder subkutane Injektionen der verschiedenen Impfstoffe ausgelöst wurden, unterschieden sich nicht signifikant.
Einfluss der Adjuvantien in den Zoster-Impfstoffen
Wurde die Effektivität der Impfstoffarten unter Berücksichtigung der Injektionsarten verglichen, fanden sich ebenfalls keine signifikanten Unterschiede in der humoralen und zellulären Immunantwort. Unterschiede fanden sich jedoch bei den verwendeten Adjuvantien. So fiel die zelluläre Immunantwort bei Verwendung von B2Q (BW006S + 2395S + QS21) als Adjuvans deutlich stärker aus als bei Verwendung von Alum. Bei Verwendung von B2Q war die Intensität der Immunantwort insgesamt ähnlich wie bei der mRNA-Impfstoffgruppe.










