Hintergrund
Die Covid-19-Pandemie wird nicht mehr als globale Notlage eingestuft, das Leben läuft fast wieder wie vorpandemischen Zeiten – dennoch existiert und mutiert das Coronavirus weiterhin. Die technische Beratungsgruppe der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Zusammensetzung von Covid-19-Impfstoffen (TAG-CO-VAC) hat die Entwicklung von SARS-CoV-2 erneut analysiert und geprüft, ob die aktuell verwendeten Coronaimpfstoffe noch effektiv vor den zirkulierenden Virusvarianten schützen oder eine geänderte Zusammensetzung die impfinduzierte Immunität in Herbst und Winter verbessern könnte.
XBB-Varianten beherrschen das Infektionsgeschehen
Der SARS-CoV-2-Wildtyp und die älteren Virusvarianten (Alpha, Beta, Delta) spielen im Infektionsgeschehen keine Rolle mehr. Stand Mai 2023 dominieren weltweit XBB.1.5 alias Krake (44%), gefolgt von XBB.1.9.1 alias Hyperion (14%) und XBB.1.16 alias Arcturus (12%). Aufgrund der vorherrschenden XBB-Varianten rät die WHO zur Aktualisierung bestehender Covid-19-Impfstoffe. Neue Formulierungen seien insbesondere erforderlich, um den Schutz vor symptomatischer Krankheit zu verbessern.
TAG-CO-VAC: Zukünftige Covid-19-Impfstoffe mit monovalenter XBB.1-Linie
Die TAG-CO-VAC betont, dass die derzeit zugelassenen Covid-19-Impfstoffe – einschließlich solcher, die auf dem SARS-CoV-2-Wildtyp basieren – weiterhin einen erheblichen Schutz vor schweren Krankheitsverläufen und Tod bieten. In zukünftigen Covid-19-Impfstoffformulierungen rät sie aber von der Aufnahme des Ursprungsvirus ab. Damit hätten auch die an Omikron angepassten bivalenten Vakzine ausgedient.
Aufgrund der Datenlage rät die Expertengruppe in Zukunft zu einem monovalenten Impfstoff mit einer von XBB.1 abstammenden Linie, etwa XBB.1.5 oder XBB.1.16. Die Spike-Antigene beider Linien sind genetisch und antigenisch eng miteinander verwandt. Andere Formulierungen und/oder Plattformen, die eine robuste Neutralisierungsantwort gegenüber XBB-abstammenden Linien hervorrufen, könnten ebenfalls in Betracht gezogen werden.









