Die Mammografie ist seit Jahrzehnten ein unverzichtbares Instrument zur Brustkrebsfrüherkennung. Nun legen neue Forschungsergebnisse, die auf der Jahrestagung der Menopause Society vorgestellt wurden, nahe, dass sie auch ein wertvolles Werkzeug zur Beurteilung des kardiovaskulären Risikos sein könnte. Verkalkungen in den Brustarterien, sogenannte Brustarterienverkalkungen (BAC), könnten einen frühen Hinweis auf die Entwicklung von atherosklerotischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen (ASCVD) geben.
Langzeitstudie mit überraschenden Ergebnissen
In einer 18-jährigen Langzeitstudie wurden knapp 2.000 Frauen untersucht. Zu Beginn der Studie wiesen 14% der Teilnehmerinnen Verkalkungen in den Brustarterien auf. Die Ergebnisse zeigten, dass 23% dieser Frauen im Laufe der Jahre an ASCVD erkrankten, im Vergleich zu nur 13,9% der Frauen ohne Verkalkungen. Diese klare Assoziation zwischen Brustarterienverkalkung und Herzkrankheiten könnte einen bedeutenden Einfluss auf die kardiologische Risikobewertung haben.
Praktische Implikationen für Ärzte
Nach Ansicht der Forschenden könnte diese Erkenntnis leicht in die Routinepraxis integriert werden. Frauen beginnen in der Regel im Alter von 40 Jahren mit regelmäßigen Mammografien. Werden Verkalkungen der Brustarterien routinemäßig dokumentiert, könnten Ärzte das kardiovaskuläre Risiko besser einschätzen und gezielte präventive Maßnahmen empfehlen.
Die Mammografie biete somit eine doppelte Chance: Sie diene nicht nur der Brustkrebsvorsorge, sondern auch der Risikoeinschätzung für Herzkrankheiten.
Zukünftige Forschung und standardisierte Berichtsverfahren
Für die Zukunft schlagen die Forscher vor, standardisierte Richtlinien für die Dokumentation und Berichterstattung von Brustarterienverkalkungen zu entwickeln. Darüber hinaus sollten präventive Strategien für Patientinnen mit Brustarterienverkalkungen untersucht werden, um das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen frühzeitig zu reduzieren.









